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VOR DEM AMTSGERICHT

Bub beleidigt und bedroht? Waldkraiburgerin weiß von nichts

  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Der Direktor des Amtsgerichts Mühldorf, Jürgen Branz, hatte einen Fall zu verhandeln, bei dem es um Beleidigung und Nötigung ging. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft warf der 32-jährigen Waldkraiburgerin, derzeit arbeitslos, vor, einen zwölfjährigen Buben mit dem Ausdruck „Hurensohn“ beleidigt zu haben.

Waldkraiburg/Mühldorf –Das geschah in einem Supermarkt in Waldkraiburg. Im Anschluss soll die Frau ihn vor dem Geschäft mit den Worten „Lauf, bevor ich dich schlage“ genötigt haben. Die junge Frau, die ohne Rechtsbeistand erschienen war, gab zu Protokoll, dass sie unschuldig sei. Sie wisse nichts von den gegen sie erhobenen Vorwürfen.

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Sie sei früher mit der Mutter des Jungen befreundet gewesen, diese habe sie oft um Rat gefragt. Auch sei die Mutter mit drei Kindern, eines davon behindert, und dem alkoholkranken Partner überfordert gewesen. Als die Angeklagte mit dem Ex-Freund der Mutter Kontakt aufgenommen hatte, sei diese Freundschaft in die Brüche gegangen.

Keine Zeugen der Tat haben sich gemeldet

Der zwölfjährige Sohn habe auf der Straße einmal in ihre Richtung gespuckt. Auch müsse es im Supermarkt Zeugen gegeben haben, die den Vorfall bemerkt hätten. Es habe sich aber niemand gemeldet.

Richter Branz vernahm als ersten Zeugen den Schüler, der neben seinem Zuhause auch in einem Wohnheim lebt. Dieser sagte aus, dass das Verhältnis zur Angeklagten im Gegensatz zu früher nicht gut sei. Beim Einkaufen in einem Supermarkt – er war mit einem Freund dort – habe sie ihn mit dem Wort „Hurensohn“ beleidigt und später mit den Worten „Lauf, bevor ich dich schlage“ auf dem Parkplatz bedroht.

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Der zweite Zeuge, ein 38-jähriger Polizist der Polizeiinspektion Waldkraiburg, konnte als Sachbearbeiter des Falles nur wenig zur Erhellung beitragen. Mutter und Sohn seien vor ihm erschienen und hätten Beleidigung und Nötigung zu Protokoll gegeben. Von einem anwesenden Freund sei vonseiten des Jungen nicht die Rede gewesen.

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Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah in seinem Plädoyer den angeklagten Sachverhalt nicht bestätigt, weder die Beleidigung noch die Nötigung. Die Aussage des Zwölfjährigen war für ihn nur „von geringem Beweiswert“.

Staatsanwalt plädiert auf Freispruch

Nach dem alten Rechtsgrundsatz „In dubio pro reo“, im Zweifel also für den Angeklagten, und der nicht gegebenen Möglichkeit, den Tatvorwurf zu bestätigen, plädierte er auf Freispruch.

So lautete auch das Urteil von Branz: Freispruch. Zwar sei der Schüler als Zeuge nicht per se unglaubwürdig, doch habe er heute von einem Freund gesprochen, der bei der angeblichen Beleidigung zugegen gewesen wäre. Bei der Polizei habe er diesen nicht zu Protokoll gegeben. So stünde Aussage gegen Aussage. Ein Freispruch war also die logische Konsequenz der Affäre.

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