Brücke über Bahnlinie in Waldkraiburg: Viele gute Gründe für den Neubau

Die Fußgänger- und Radwegbrücke über die Bahnlinie war schon in vielen Sitzungen Thema, jetzt hat sich der Stadtentwicklungsausschuss für einen glasfaserverstärkten Kunststoff-Neubau ausgesprochen, der das marode Holz- und Metall-Bauwerk ersetzt. Grundner

Das war kein neues Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Schon vor Jahren wurde die Instandsetzung der Holzbrücke beschlossen, auf der Fußgänger und Radfahrer am Bahnhaltepunkt die Bahnlinie überqueren. Doch aus verschiedensten Gründen wurde das Projekt immer wieder verschoben. Jetzt wird alles ganz anders.

Hans Grundner

Waldkraiburg – Die Fuß- und Radwegbrücke stand schon 2014 im Straßenbauprogramm. Die Schäden an Metall- und Holzteilen waren damals schon offensichtlich und sind seitdem weiter fortgeschritten. Doch Sanierung und Umbau der Brücke sind mittlerweile vom Tisch. Alles spricht für einen Brückenneubau.

Neues Bauwerk auf neuer Trasse

Das machte Ingenieur Robert Behringer im Ausschuss deutlich, wo er die vorläufigen Planungen vorstellte. Als „wirtschaftlichste Lösung“ schlug er den Bau einer Fachwerkbrücke mit 16 Metern Spannweite aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) vor. Diese nimmt unter der Fahrbahn auch die erweiterten Rohrleitungen des Fernwärmenetzes der Stadtwerke auf. Der Ausbau der Kapazität der Fernwärmeleitung ist ein entscheidendes Argument für die Änderung der Planung.

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Zunächst war auch ein Ersatzbau an gleicher Stelle auf den bestehenden Widerlagern im Gespräch. Im Straßenbauprogramm Ende 2019 war diese Variante noch mit Gesamtkosten in Höhe von rund 385 000 aufgeführt. Jetzt favorisiert die Stadt einen Neubau auf neuer Trasse, neben der bestehenden Brücke. Allein die neuen Widerlager und der Abbruch der alten kosten rund 103 000 Euro.

Kosten: Über eine halbe Million Euro

Insgesamt sei der Neubau, der fast 530 000 Euro kostet, aber wirtschaftlicher und zweckmäßiger, so der Planer. Die Leitungen könnten nach Fertigstellung der Brücke angeschlossen werden. Die Kosten für Wartung und Instandhaltung einer neuen Brücke sind geringer.

Kunststoffbrücke mit langer Lebensdauer

Der Planer nannte eine ganze Reihe von Gründen, die für die Ausführung als GFK-Brücke: die Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit, eine hohe Lebensdauer von mindestens 50 Jahren, das geringe Eigengewicht oder die geringe Umweltbelastung bei der Herstellung. Die Brücke sei robust genug, um ein Winterdienstfahrzeug zu tragen und bei der Entsorgung des Materials gebe es keine Probleme, ergänzte Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung.

Weil den Kostenanteil für die Rohrleitungsunterbauten die in Höhe von rund 113 000 Euro die Stadtwerke übernehmen, bleibt bei der Stadt ein Eigenanteil von 415 000 Euro. Mit dem Neubau kann die Brücke auch angehoben werden, damit sie einer künftigen Elektrifizierung der Bahnlinie Mühldorf-Rosenheim nicht im Weg steht. Allerdings hatte die Bahn keine Zusage für eine Beteiligung an den Mehrkosten für die Anhebung der Brücke gemacht. Der Grund: Die vom Freistaat geforderte Elektrifizierung der Strecke wurde im Januar nicht in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.

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