Breiter als geplant: Gemeinde Aschau beteiligt sich am Ausbau der Unterführung bei Klugham

Zu Stoßzeiten kann es an der Unterführung bei Klugham schon mal eng werden. Jetzt ist klar: Die Gemeinde beteiligt sich an einem Ausbau, der etwas breiter werden muss als ursprünglich geplant. Rath

Die Entscheidung ist gefallen: Die Gemeinde Aschau beteiligt sich am Ausbau der Unterführung bei Klugham, die breiter werden soll als ursprünglich geplant. Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2022.

Aschau – Bereits in einer vorhergehenden Sitzung hatte der Gemeinderat über das weitere Vorgehen diskutiert, eine Entscheidung aber vertagt. Denn unklar war zu diesem Zeitpunkt, ob es eine Förderung gibt. Denn einen Zuschuss sollte es nur geben bei einer lichten Breite von 7,50 Meter, die aktuellen Pläne sehen aber eine Breite von 6,50 Meter vor. Ein Gespräch bei der Regierung von Oberbayern sollte vor einer Entscheidung Klarheit bringen.

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Die Gesamtkosten für die aktuelle Planung der Unterführung in Klugham belaufen sich auf 3 345 000 Euro, wovon 34 Prozent die Deutsche Bahn (rund 1,137 Millionen Euro) und 66 Prozent die Gemeinde Aschau (2,207 Millionen Euro) bestreiten muss. Nach Abzug von Geldern der Bahn, die diese als Ablösebetrag an die Gemeinde Aschau zahlt, und von Fördermitteln in Höhe von 50 Prozent bliebe der Gemeinde ein Restbetrag von 700 000 bis 750 000 Euro. „Die Zuschüsse gibt es nur ab einer bestimmten Breite der Fahrbahn“, sagte Bürgermeister Alois Salzeder (AWG). Ging man zunächst von 7,50 Metern aus, wurde diese Breite auf sieben Meter revidiert. Dabei ist links und rechts eine Sicherheitszone von je einem halben Meter.

Bürgermeister Alois Salzeder sah die Kosten ganz pragmatisch. „Wenn man die Summe auf 100 Jahre ausgerichtet betrachtet, ergibt sich jährlich eine Summe von 7000 bis 7500 Euro.“ Derzeit gebe es keine Zinsen, auch sei die Gemeinde den Bürgern und deren Bürgerentscheid verpflichtet.

Unnütze Investition

Manfred Römer (SPD) empfahl, den ursprünglichen Standpunkt des Gemeinderates beizubehalten. Dieser hatte den Ausbau der Unterführung abgelehnt, in einem Bürgerentscheid sprach sich die Mehrheit für den Ausbau aus. Römer sagte, er habe zweimal zu Stoßzeiten die Fahrzeuge an der Unterführung gezählt. Bei 200 Fahrzeugen habe nur einmal ein Fahrzeug stehenbleiben müssen. Er hält den Ausbau „für unnütz wie einen Kropf“.

Ins selbe Horn stieß Günter Manz (AWG). Er sehe im Ausbau nur einen geringen Nutzen, nichts würde sich ändern, die Investition sei unnütz. Josef Edtmüller (AWG) sah die Sache von landwirtschaftlicher Seite, für Bauern halte er den Ausbau für gut.

Ernst Doleschal (CSU) erinnerte daran, dass man den Bürgerentscheid nicht einfach aufheben könne, er sei bindend. Für ihn stellte sich nur die Frage nach den Unterhaltskosten. „Die Unterhaltskosten bezahlt die Bahn, Aschau zahlt nur den Ausbau“, klärte Alois Salzeder auf.

Kosten könnten weiter steigen

Hans Baumgartner (SPD) gab zu Bedenken, dass der Baubeginn erst 2022 erfolge nach Ende der Bauarbeiten am Innkraftwerk. Bis dahin werden die Kosten weiter steigen. Bislang habe jedes Auto, jeder Lastwagen, jeder Bulldog durchfahren können.

Harald Rösler (AWG) fragte, ob bei den anfallenden Kosten alle Folgekosten wie zum Beispiel der Grunderwerb enthalten sei, was der Bürgermeister bejahte. Es seien auch Kosten für Wasser-, Strom- und Glasfaserleitungen inklusive.

Christian Weyrich (CSU) empfiehlt, sich an den Bürgerentscheid zu halten, den nicht nur Bauern unterschrieben hätten. Die Sicherheit für Radler würde sich mit dem Ausbau verbessern. Christian Mayerhofer (AWG) schlug vor, die Unterführung nicht zu verbreitern, sondern nur zu erhöhen.

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Stefan Kirchbuchner, Geschäftsstellenleiter: „Dann gibt es keine Fördermittel. Die Gemeinde zahlt dann in etwa die gleiche Summe wie bei einer Erhöhung und bei einer Verbreiterung.“

Bürgermeister Alois Salzeder beantragte schließlich, die Mehrkosten in Kauf zu nehmen und die bisherige Planung weiter zu verfolgen. Die Mehrheit des Gemeinderates stimmte für diesen Vorschlag, dagegen waren Manfred Römer und Hans Baumgartner (SPD), Michael Niedersüß (CSU) und Günter Manz (AWG).

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