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PERSONEN WAREN IM KELLER

Brandstiftung in Waldkraiburger Autowerkstatt – Angeklagter schweigt

In einer Autowerkstatt in der Zirndorfer Straße hat es im vergangenen Jahr gebrannt.
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In der Autowerkstatt in der Zirndorfer Straße hat es im vergangenen Jahr gebrannt. Verantwortlich dafür soll ein 28-Jähriger aus Mühldorf sein, der wegen schwerer Brandstiftung sich vor Gericht verantworten muss. Rath
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Wegen schwerer Brandstiftung muss sich ein 28-Jähriger aus Mühldorf vor Gericht verantworten. Er soll die Holzfassade einer Autowerkstatt in Waldkraiburg in Brand gesetzt haben. Dabei hätten auch Menschenleben gefährdet werden können.

Waldkraiburg/Mühldorf – Die Holzfassade verkohlt, nur eine leichte Rauchentwicklung und ein geringer Schaden: Das Feuer in einer Autowerkstatt in der Zirndorfer Straße im vergangenen Mai konnte schnell gelöscht werden. Doch es hätte schlimm ausgehen können. Jetzt hat der Brand Konsequenzen für einen 28-jährigen Mann aus Mühldorf. Er muss sich wegen schwerer Brandstiftung vor dem Amtsgericht verantworten.

Feueralarm in der Nacht vom 15. Mai vergangenen Jahres: Die Holzfassade an einer Autowerkstatt war in Brand geraten. Laut Anklageschrift soll für die schwere Brandstiftung ein 28-Jähriger aus Mühldorf verantwortlich sein.

Videokameras zeichnen alles auf

Entsprechende Hinweise gaben zwei Überwachungskameras, eine am nahen Schlachthof, die andere an der Werkstätte selbst installiert. Auf den Videobändern ist zu sehen, wie gegen 22.15 Uhr ein roter Peugeot 208 in der Zirndorfer Straße vorfährt und vor der Werkstatt hält. Zwei Personen steigen aus, die eine Person trägt eine Decke oder etwas Ähnliches, die andere hält etwas in der Hand. Beide verschwinden hinter dem Gebäude, nur vier Minuten später verlassen sie den Tatort und brausen wieder davon.

Inzwischen hatte die Holzfassade der Werkstatt Feuer gefangen. Plötzlich rannten der Pächter der Autogarage und seine Freundin aus dem Gebäude. Sie hatten im Keller ferngesehen und den Brand bemerkt. Schnell hatten sie das Feuer mithilfe eines Feuerlöschers gelöscht und es blieb bei einem geringen Sachschaden.

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Viel schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass die Täter das Feuer gelegt hatten, obwohl im Keller Licht brannte. Ihnen hätte also bewusst sein müssen, dass sich Menschen im Gebäude aufhielten, wie es Staatsanwalt Chris-Dominik Kempel dem Angeklagten vorwarf. Dennoch schreckten die Täter nicht vor einer Brandstiftung zurück.

Am Gebäude entstand ein Schaden von 1500 Euro, die Personen im Gebäude hatten das Feuer rechtzeitig entdeckt und kamen mit dem Schrecken davon. Verletzt wurden sie nicht. Das Pärchen konnte auf den Überwachungsvideos den Angeklagten identifizieren. Die Identität der zweiten Person blieb aber ungeklärt.

Der Angeklagte, der unbewegt und Kaugummi kauend den Prozess verfolgte, ist dem Pärchen nicht unbekannt. In der Vergangenheiten hatten die beiden Parteien gemeinsam einen Gebrauchtwagen-Handel betrieben. Dabei soll es zum Streit gekommen sein, weil der Mann mit seiner Freundin Autos verkaufte, die angeblich dem heute Beschuldigten gehört hätten. Daraufhin hätte er die beiden angezeigt.

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Bei einem weiteren Verfahren wiederum saß der Beschuldigte auf der Anklagebank: Das Auto der Freundin des Werkstattpächters hatte auf der A 94 einen Motorbrand und brannte aus. Doch ob der 28-Jährige aus Mühldorf daran schuld gewesen sei, konnte nicht nachgewiesen werden. Mangels Beweisen wurde der Prozess eingestellt.

Zu den Vorwürfen der schweren Brandstiftung wollte sich der 28-Jährige vor Gericht nicht äußern, wie sein Verteidiger Jörg Zürner erklärte. Als erster Zeuge wurde ein mittlerweile pensionierter Beamter der Polizeiinspektion Waldkraiburg gehört. Den Ermittlungen zufolge hätten die Täter Malervlies und einen Brandschleuniger verwendet, um das Gebäude in Brand zu setzen.

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Das Material der Überwachungskameras ließ vor Gericht zweifelsfrei das Fahrzeug erkennen – der rote Peugeot 208. Das Kennzeichen war allerdings nicht leserlich. Laut Angaben des Polizisten sind im Landkreis Mühldorf davon sieben Stück zugelassen. Für Rechtsanwalt Zürner kein Beweis: „Das Auto muss nicht unbedingt aus dem Landkreis Mühldorf stammen.“

Anthropologin soll helfen

Das Kennzeichen nicht erkennbar und auch bei der Identifizierung der Personen taten sich Amtsrichter Florian Greifenstein und seinen beiden Schöffen schwer. Denn der Bildschirm des gerichtlichen Laptops war nicht groß genug, um einwandfrei die Personen erkennen zu können. Daher ließ der Amtsrichter die Verhandlung vertagen. In der Zwischenzeit soll eine Anthropologin die Videobänder sichten, um anhand anthropologischer Merkmale wie zum Beispiel Nase, Kinn oder Stirn die Täter identifizieren zu können.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Schnell gelöscht war im Mai vergangenen Jahres der Brand an einer Holzfassade. Wie sich herausstellte, war es Brandstiftung.

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