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TOBIAS KUTSCHKER

Mit Don Bosco zum Traumberuf

Er magdie Arbeit mit den Kunden und den Jugendlichen: Tobias Kutschker, der stellvertretende Marktleiter im Don Bosco Supermarkt in Aschau, hat seinen Traumberuf gefunden. Dabei sah es zunächst ganz anders aus. Wendel

Er mag die Arbeit mit Kunden und Jugendlichen: Tobias Kutschker, stellvertretender Marktleiter im Don Bosco Supermarkt in Aschau, hat seinen Traumberuf gefunden. Selbstverständlich war das nicht. Möglich wurde es durch die Förderung des Berufsbildungswerks.

Aschau – Tobias Kutschker zieht ein Magazin und eine Getränkeflasche über das Band. „Das macht 2,35 Euro“, sagt der 27-Jährige und lächelt seinen Kunden an. Geld wird ausgetauscht, die nächste Kundin wartet schon in der Schlange.

Kutschker ist seit 2015 stellvertretender Marktleiter im Don Bosco Supermarkt. Einzelhandelskaufmann, das war „schon immer“ sein Traumberuf. „Man erlebt viel. Jeder Tag ist anders.“ Nicht immer sah es so aus, als ob er diesen Beruf ergreifen könne.

Er hat sein Ziel erreicht, durch die Förderung des Berufsbildungswerks Don Bosco Aschau, eine Einrichtung der Salesianer Don Boscos, die Menschen mit Einschränkungen auf ihrem beruflichen Weg stärken und begleiten.

Allergien, Epilepsie und eine späte Entwicklung führten dazu, dass der junge Mann aus Rott am Inn als Kind das Förderzentrum Wasserburg besuchte. Wenn man nicht von seinen Einschränkungen weiß, fallen sie heute kaum auf.

Kutschker ist groß gewachsen. Er trägt Jeans und Turnschuhe und hat ein schelmisches, aber gutmütiges Lächeln im Gesicht. Der junge Mann hat viel getan, um dorthin zu kommen, wo er heute ist. Nach dem Förderschulabschluss mit 14 Jahren besuchte Kutschker die Berufsschule Traunreut, machte ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und den Hauptschulabschluss. Ein Bildungsbegleiter riet ihm aber davon ab, in den Verkauf zu gehen. „Ich will das machen, habe ich ihm gesagt. Und er meinte, er sei nicht überzeugt.“ Kutschker ließ sich nicht beirren.

2008 begann er eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BVB) in der Einrichtung Don Bosco Aschau. Dabei konnte er praktisch und mit Theorie sowie begleitet von Fachleuten seinen Traumberuf erproben. 2009 bis 2012 folgte die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel im Don Bosco Supermarkt. Er wohnte im Internat der Einrichtung in Waldwinkel, fand schnell Freunde und baute sich ein Leben auf.

Ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung musste er sich um seine erste Stelle bewerben. Sein Rehabegleiter unterstützte ihn. Doch das war gar nicht nötig. „Ich bin runter in die Arbeit gekommen, da hat mich eine Kollegin gefragt, ob ich schon Bewerbungen abgeschickt habe.“

Er solle doch auch eine an den Don Bosco Supermarkt schicken. „Du siehst dann schon“, habe sie gesagt. Und dann sagte der Betriebsleiter zu ihm: „Wenn du willst, kannst du gleich nach der Ausbildung bei uns anfangen.“ Zuerst habe er das nicht glauben wollen. „Es war ein so schönes Gefühl.“

Ob Putzen, Etiketten kontrollieren, Kasse abrechnen oder Tiefkühlprodukte bestellen. Jede Aufgabe macht der junge Mann gerne.

„Am meisten Spaß macht es mir aber, mit Kunden und Jugendlichen zu arbeiten.“

Er verdanke der Einrichtung viel, sagt Kutschker. „Die Salesianer haben mir geholfen, dass ich eine Arbeit finde.“ Und nun habe er die Möglichkeit, zurückzugeben. In seinem Job setzt er sich für die Auszubildenden im Supermarkt ein. „Was kann ich tun?“, fragt ein Jugendlicher. „Du könntest den Automaten mit den Pfandflaschen leeren“, schlägt Kutschker vor, der immer ein offenes Ohr für die jungen Leute hat, Kumpel und Respektsperson zugleich ist. „Ich kann ihnen in ihrem Leben helfen, das tut gut.“

Zudem ist der junge Mann in der Schwerbehindertenvertretung der Einrichtung. Für alle Mitarbeiter, die einen Behindertenausweis haben, steht er bei Fragen und Anliegen zur Verfügung und bringt sich beim Dienstgeber für deren Anliegen ein.

Für die Zukunft hat er keine großen Wünsche. „Ich genieße einfach mein Leben“, sagt er. Wenn er nicht gerade arbeitet, fährt der junge Mann Fahrrad, hält Kaffeekränzchen mit Nachbarn oder Freunden oder ist zu Besuch in Rott am Inn, der alten Heimat, bei seinen Eltern. Kutschker: „Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe.“

Ein gutes Gefühl...

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