14 Anrufe in kurzer Zeit

Betrugsmasche in Waldkraiburg: Täter geben sich am Telefon als falsche Polizisten aus

Meist Senioren geraten in den Fokus von Telefonbetrügern.
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Meist Senioren geraten in den Fokus von Telefonbetrügern.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Eine neue Betrugswelle ist aktuell in Waldkraiburg gestartet. Innerhalb kurzer Zeit haben sich gestern 14 Betroffene bei der Polizeiinspektion gemeldet, nachdem sie einen Anruf von einem Betrüger erhalten haben. Die Täter geben sich als falsche Polizisten aus.

Waldkraiburg – Verdächtige Beobachtungen seien in der Nachbarschaft gemacht worden, aber mal sind es Festnahmen in der Nähe oder ein flüchtiger Tatverdächtiger: Die Betrüger variieren, tischen aber ihren potenziellen Opfern immer ähnliche Geschichte auf. Manche Täter geben vor, dass eine Einbrecherband geschnappt worden ist, bei denen man die Daten des Opfers gefunden hat.

Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus, die um das Wohl der Leute besorgt sind, in Wahrheit aber wollen sie nur möglichst viel Geld erbeuten. Wie die Betrüger an das Geld kommen, auch das variiert. Entweder die Betrüger holen es direkt beim Opfer ab oder die Opfer sollen das Geld vor ihrer Haustür deponieren.

14 Anrufer bei der Polizei

14 Anrufer meldeten sich gestern bei der Polizeiinspektion Waldkraiburg. Ihnen waren die Anrufe suspekt vorgekommen und hatten daher vorzeitig das Gespräch beendet. Für sie sind diese Anrufe ohne Folgen geblieben. Aber Polizeichef Georg Deibl geht davon aus, dass noch mehr Leute von den Betrügern angerufen worden sind.

„Es können auch noch mehr Fälle sein. Ob vielleicht von diesen jemand darauf reingefallen ist, wissen wir nicht.“ Auch könne es bei den gestrigen Anrufen erst einmal darum gegangen sein, die Leute auszufragen. Ohnehin gebe es eine hohe Dunkelziffer bei Telefonbetrug.

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Die Masche der Betrüger ist immer gleich: Sie bauen bedrohliche Szenarien auf, verunsichern damit die meist älteren Leute und setzen sie unter Druck. „Für die Täter ist es am Schnellsten, an das Geld zu kommen, das daheim ist“, klärt Deibl auf. Die Opfer glauben, dass ihr Geld und ihre Wertgegenstände einem Polizisten übergeben. Doch das ist nicht der Fall.

Suche gezielt nach alten Vornamen

Die Betrüger gehen nach dem Telefonbuch vor und suchen gezielt nach alten Vornamen“, erklärt Georg Deibl. Eine Vorgehensweise, die sich auch bei den Fällen in Waldkraiburg bestätigt. „Die Täter nutzen das Alter aus und versuchen die Senioren soweit zu bringen, dass sie den Betrügern ihr Geld geben.“ Bei einem „idealen Opfer“ bleibe es nicht bei einem Anruf und einer Geldübergabe. „Das kann sich lang ziehen.“

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Telefonbetrug ist ein großes Thema bei der Polizei. Man versucht, die Senioren bei Vorträgen aufzuklären und man spricht mit Banken, um sie zu sensibilisieren. Die Mühen scheinen sich zu lohnen: „Wenn sich an einem Tag so viele Leute bei uns melden, dann ist schon was passiert.“

Was Opfer tun können

Die Polizei gibt einige Tipps in Zusammenhang mit betrügerischen Anrufen:

  • Geben Sie am Telefon keine Auskunft über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse oder andere sensible Daten.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!
  • Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür. Ziehen Sie gegebenenfalls eine Vertrauensperson hinzu, zum Beispiel Nachbarn oder nahe Verwandte.
  • Übergeben Sie unbekannten Personen kein Geld oder Wertsachen.

Außerdem bittet die Polizeiinspektion Waldkraiburg darum, auch Angehörigen zu verständigen, die dem „Opfer-Bild“ entsprechen könnten. Wer ebenfalls einen Anruf von einem Betrüger bekommen hat, soll sich bei der Polizei melden unter Telefon 0 86 38/9 44 70 oder auch jederzeit an die 110.

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