Ein Beispiel erfolgreicher Integration

„Deutsche aus Russland. Gestern und Heute“ ist der Titel einer neuen Ausstellung, die am Sonntag, 8. März, im Haus der Kultur eröffnet wird. Das Foto aus dem Jahr 1985 zeigt das Deutsche Theater Temirtau-Almaty in Kasachstan. RE

Waldkraiburg –. Die Ausstellung „Deutsche aus Russland.

Gestern und Heute“ wird am Sonntag, 8. März, um 15 Uhr in der Studiogalerie im Haus der Kultur eröffnet. Die Ausstellung informiert über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ihre Geschichte.

Projektleiter Jakob Fischer, führt in die Ausstellung ein und spricht über die Geschichte der Russlanddeutschen, aber auch über das Ankommen, neue Wurzeln, neue Heimat und verständnisvolles Miteinander. Dazu werden auf einer Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland gezeigt.

Ausgelöst worden war die Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22. Juli 1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen. Die Einwanderer sollten mehrheitlich den Beruf eines Ackerbauers ausüben und die endlosen Steppen der Kirgisen und Tataren für den Weizenanbau nutzen. Die Mehrheit kam aus Deutschland, wo nach dem siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) Not und Armut herrschte.

Katharina II. versprach den deutschen Einwanderern Privilegien, wie eine eigenständige deutsche Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und bis zu 30 Hektar Land für jede Familie. So entstanden in der Zeit von 1764 bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, im Raum Sankt Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus, im Baltikum und in Bessarabien (heute: Moldawien und Ukraine).

Die Folgen von zwei Weltkriegen und die daraus resultierenden Konflikte mit Deutschland trafen die Nachfahren der deutschen Auswanderer in der späteren Sowjetunion. Es kam zu Pogromen und Deportationen, Enteignungen, Repressalien und zum Verbot der deutschen Sprache.

So ist es kein Wunder, dass in der Folge viele Deutsche die Russische Föderation sowie die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR verlassen haben, um ins Land ihrer Ahnen zurückzukehren. Die Mehrheit der Russlanddeutschen ist inzwischen integriert und steht für ein Beispiel der Wiedereingliederung in Deutschland. Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 9. April, im Haus der Kultur zu sehen.

An den Osterfeiertagen vom Freitag, 10. April, bis Donnerstag, 14. April, ist die Ausstellung geschlossen.

Der Eintritt ist frei. Kostenfreie Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anmeldungen und Rückfragen bei Jakob Fischer, Telefon 01 71/4 03 43 29 und perE-Mail unter J.Fischer@ LmDR.de.

Weitere Informationen gibt es unter www. deutscheausrussland.de; www.lmdr. de und www.museum-waldkraiburg.de.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Feiertags ist geschlossen.

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