Mit einem Praktikum fing es an

Beim „Christmas Village“ in Philadelphia ist der Waldkraiburger Tobias Fischer erneut dabei

Zum vierten Mal als PR-Manager beim „Christmas Village“ in Philadelphia dabei ist Tobias Fischer.
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Zum vierten Mal als PR-Manager beim „Christmas Village“ in Philadelphia dabei ist Tobias Fischer.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Tobias Fischer aus Waldkraiburg kennt die Abläufe beim „Christmas Village“ in Philadelphia an der amerikanischen Ostküste. Zum vierten Mal ist er als PR-Manager mit dabei und trotzdem ist heuer vieles anders. Denn damit der Weihnachtsmarkt trotz Corona starten konnte, gelten einige Regeln.

Waldkraiburg/Philadelphia – Beim Gang über den Christkindlmarkt nette Geschenkideen aussuchen und dazu noch eine Bratwurst und eine Tasse Glühwein genießen. Dieses Jahr kommt das einer Erinnerung aus früheren Tagen gleich. Während hierzulande die Weihnachtsbuden oft geschlossen blieben, hat in Philadelphia das „Christmas Village“ geöffnet. Als PR-Manager wieder dabei ist der Waldkraiburger Tobias Fischer.

Es weihnachtet sehr. Aber dazu muss man schon an die amerikanische Ostküste blicken. Dort, wo trotz der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr das „Christmas Village“ seine Pforten geöffnet hat, das sich am Nürnberger Vorbild orientiert. Tobias Fischer aus Waldkraiburg ist mit den Abläufen hier vertraut. Bereits zum vierten Mal ist er als PR-Manager mit dabei, in einem Jahr, in dem vieles „komplett anders“ ist.

„Wir haben im Vorfeld eng mit dem Gesundheitsamt zusammengearbeitet. Dennoch war ja nicht sicher, wie es mit den Corona-Infektionen weitergeht“, erklärt Tobias Fischer die Vorbereitungen. Nur die Hälfte der Aussteller sind heuer zugelassen, der Essensbereich ist limitiert, ein Einbahn-System führt durch das „Christmas Village“ und Helfer sorgen dafür, dass nicht zu viele Besucher auf dem Gelände sind und sich an die Regeln halten.

2016 kam Fischer über ein Auslandspraktikum zum „Christmas Village“ nach Philadelphia, wo er von August bis Januar als Kommunikationsmanager für den Weihnachtsmarkt arbeitet. Er kümmert sich um Webseite, Social-Media-Auftritt und Pressearbeit und er gibt Interviews. Dieses Jahr ist das Interesse besonders groß, denn der Markt ist das erste große Event in der Stadt und einer der ersten Weihnachtsmärkte an der Ostküste. „Nicht alle sind positiv eingestimmt und es gibt auch viele kritische Stimmen“, erklärt er.

Funktioniert das Einbahnsystem?

Obwohl alles durchdacht sei, gebe es dennoch Bedenken. Dass die Besucher keine Masken tragen könnten, darüber mache sich keiner Gedanken. „Die Stadt war von Beginn der Corona-Pandemie gut im Maskentragen.“ Sorgen gebe es hingegen bezüglich des Einbahn-Systems. „Die Helfer kontrollieren die Besucherzahlen und bringen die Leute gegebenenfalls in die richtige Richtung. Das funktioniert gut“, weiß Tobias Fischer nach den ersten Wochen.

Doch es gibt auch Positives: Die Besucher freuen sich über die Weihnachtsdeko und die Lieder, die Händler, dass sie hier ihre Waren anbieten können. Es ist zumindest ein Gefühl von Normalität. „Es fühlt sich normal an. Trotzdem hat man Bauchschmerzen, weil man nicht weiß, was in zwei Wochen ist, wie sich die Zahlen entwickeln.“ Dennoch ist er stolz darüber, dass das gesamte Team das „Christmas Village“ so gut hinbekommen habe. Ein kleinerer Markt mit härteren Zusatzmaßnahmen, aber dennoch eine „schöne Saison“.

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Seit 2018 lebt der Waldkraiburger in Philadelphia. Nach den ersten drei Einsätzen für das „Christmas Village“ wollte er beruflich was Neues ausprobieren. In der Stadt hat er ein gutes Angebot einer PR-Agentur bekommen, weshalb er vorerst nicht nach München zurückgekehrt ist, wo er „Internationale PR“ studiert hat. Die PR-Agentur hat ihren Fokus auf Restaurants, Bars und Hotels, wovon jetzt aber viele wegen der Corona-Pandemie geschlossen haben. Weil es aufgrund der geltenden Reisebeschränkungen das „Christmas Village“ zu wenig Personal hatte, ist Tobias Fischer unerwartet nochmal in die Rolle des PR-Managers geschlüpft.

Zwischen Thanksgiving und Januar ist er für den Weihnachtsmarkt im Einsatz. Über die Weihnachtsfeiertage die Eltern und beiden Schwestern in Waldkraiburg zu besuchen, ist deshalb nicht ganz einfach. „Es wäre heuer nicht das erste Mal, dass ich an Weihnachten nicht daheim bin.“ Über Video-Konferenzen könne man gut den Kontakt zur Familie halten – auch in Zeiten von Corona.

Noch bis 2023 läuft sein Arbeitsvisum in Amerika. Wie es dann für ihn beruflich weitergehen soll, darüber macht er sich zunehmend Gedanken. „Die Überlegungen, wieder in Deutschland zu arbeiten, intensivieren sich.“

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