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2G-Regel erschwert den Betrieb

Bald Schluss mit dem Training? So gehen Vereine im Landkreis Mühldorf mit der Übergangsfrist für Jugendliche um

Mit viel Schwung präsentieren sich die Tänzerinnen des TSC Waldkraiburg vor dem Rathaus.
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Mit viel Schwung präsentieren sich die Tänzerinnen des TSC Waldkraiburg vor dem Rathaus.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die ersten Tränen sind schon geflossen. Denn ab Januar könnte für so manchen Jugendlichen erst einmal Schluss sein mit Sport-, Musik- oder Tanzstunden. Wenn sie nicht geimpft sind. Die Unsicherheit ist groß und Vereine stehen vor der nächsten Herausforderung.

Waldkraiburg – Erst vor einigen Wochen ist beim EHC Waldkraiburg das Training auf Eis wieder gestartet. Für so manchen Jugendlichen könnte ab Januar damit auch schon wieder Schluss sein. Denn vorerst bis Jahresende gilt für Zwölf- bis 17-Jährige für sportliche und musikalische Eigenaktivitäten eine Übergangsfrist bei der 2G-Regel. Sollte die Frist nicht verlängert werden, bleiben für Ungeimpfte die Hallentore geschlossen.

Vieles ändert sich jeden Tag

„Die Situation nervt“, fasst es EHC-Präsident Wolfgang Klose knapp zusammen. Ändern kann er daran aber nichts. Viele würden hoffen, dass sich die Situation bald bessert, andere wiederum ziehen es in Erwägung, dass sie sich impfen lassen. Doch ob der EHC ab Januar noch spielfähige Jugendmannschaften aufs Eis schicken kann, Klose weiß es einfach nicht. „Vielleicht schließt man sich mit anderen Vereinen zusammen, vielleicht trifft auch der Verband eine Entscheidung. Das können wir jetzt noch nicht sagen. So vieles ändert sich gerade jeden Tag“, sagt Klose.

Vorige Woche hat der TSC Waldkraiburg noch mit viel Freude das Kinderprinzenpaar vorgestellt, aber hinter der Bühne ist die Unsicherheit groß. So euphorisch war man, dieses Jahr endlich das Tanztheater-Projekt zum Abschluss zu bringen, das nach dem ersten Lockdown als „Herzensprojekt“ gestartet war. Und jetzt droht es wieder zu scheitern. „Wir wissen aktuell nicht, was wir tun“, sagt Regina Zinn. Die Entscheidung über das Tanztheater ist damit erst einmal vertagt, das Training läuft normal weiter.

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60 Kinder und Jugendliche sind beim Tanztheater involviert, der Ablauf so umgeschrieben, dass es noch kompatibler mit dem Hygienekonzept ist. „Es droht auseinanderzubrechen“, sagt Regina Zinn. Denn rund ein Drittel der Akteure ist ab Januar von der 2G-Regel betroffen, das Theater mit 20 Akteuren weniger nicht durchzuführen.

Bei den Jüngeren seien schon Tränen geflossen als sie realisierten, dass sie dann möglicherweise nicht länger Teil des Theaters sein können. „Als Trainer hält man sich bei diesem Thema raus. Das ist ein sensibles Thema und eine Entscheidung eines jeden selbst und der Eltern“, sagt Regina Zinn. Doch obwohl die 2G-Regel als Thema ausgeklammert wird, die Kinder würden trotzdem die Unsicherheiten im Verein spüren.

„Die Kinder leiden. Es wird ihnen bewusst, dass sie ab Januar nicht mehr trainieren dürfen, wenn sie nicht geimpft sind.“ Bis dahin sind noch ein paar Wochen hin, es bleibt also Zeit, um die Entwicklung abzuwarten. Doch was tun, wenn sich an der Situation nichts ändert? Das Ensemble verkleinern, daran will Regina Zinn schon allein aus moralischen Gründen nicht denken. „Das ist ein riesiges Projekt und davon wollen wir niemanden ausschließen.“ Sie findet es nicht gut, dass sich die Corona-Regeln so auf die Kinder projizieren. Damit sei man zu weit gegangen, man sollte zumindest die Altersstufe hochsetzen.

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Bis Ende des Jahres läuft in den Sparten beim VfL Waldkraiburg alles ganz normal weiter. Ab Januar könnte sich das ändern. „Wir gehen jetzt davon aus, dass ab Januar für die ab Zwölfjährigen die 2G-Regel gilt“, sagt VfL-Geschäftsführer Hubert Kamrad. Die Mannschaftsspiele finden bis Jahresende wie geplant statt, wie es dann weitergeht, „darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“.

Im schlimmsten Fall Spielausfälle

Möglicherweise gebe es bis dahin wieder neue Beschlüsse, im schlimmsten Fall müssten Spiele ausfallen, weil keine kompletten Mannschaften zusammenkommen. Gerade in den unteren Altersgrenzen könnte es kritisch werden. „Vielleicht sagt dann auch der Verband Spiele ab. Das würde es den Vereinen jedenfalls einfacher machen“, sagt Kamrad.

Die Situation ist ohnehin schwierig: Der Frust bei Kindern, Jugendlichen und den Eltern ist groß, Trainingsstunden fallen aus, weil Trainer die 2G-Regel nicht erfüllen. Die Notbremse und vorerst alle Hallentrainings absagen, so weit will man beim VfL Waldkraiburg aber bislang nicht gehen. „Sollte es Corona-Fälle in Sportstätten geben, dann müsste man das situationsbedingt neu bewerten. Um jede Stunde, die ausfällt, ist es schade.“

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