Der Krankenpflegeverein leidet unter Mitgliederschwund

Bald keine Mittel mehr

Waldkraiburg - Es kann jeden Bürger treffen, den einen früher, den anderen später, dass er Pflegedienstleistungen wie medizinische Versorgung, Demenzbegleitung, kleinere Haushaltshilfen oder ambulante Pflege in Anspruch nehmen muss. Genau diese Dienste verrichtet die Caritas-Sozialstation an derzeit rund 250 Patienten. Dass die Betreuung nicht nur in Waldkraiburg, sondern auch in den entlegensten Orten des Landkreises geleistet werden kann, machen neben Spenden und Förderungen vor allem die Mitgliedsbeiträge im Krankenpflegeverein möglich. Doch es ist wohl auch ein Zeichen der heutigen Gesellschaft, so Vorsitzender Pfarrer Martin Garmeier auf der Jahreshauptversammlung im Bischof-Neumann-Haus, dass in den besten Zeiten rund 800 Mitglieder Beiträge einzahlten, im Jahr 2010 nur zwei Neumitglieder aufgenommen wurden und 2011 zu den derzeit 277 kein einziges dazu kam. Zu sehr hat sich bei vielen die Grundhaltung eingestellt: "Was bringt denn mir eine solche Mitgliedschaft?"

Dabei wäre es dringend nötig, betonte auch der Schatzmeister, Bürgermeister Siegfried Klika, Solidarität zu zeigen mit denen, die Hilfe brauchen, und den Blick zu öffnen: Wie kann ich mit meinen zehn Euro Mindestjahresbeitrag ideelle und finanzielle Unterstützung geben, damit die wichtige Einrichtung der Sozialstation auch in den nächsten Jahren die Betreuung Hilfebedürftiger übernehmen kann, auch wenn Leistungen nicht immer voll von den Krankenkassen abgedeckt werden.

Nach wie vor sei man bestrebt, die Sparmaßnahmen zu forcieren, zum Beispiel durch den Abbau der Zahl der Einsatzfahrzeuge oder die Einstellung junger Arbeitskräfte für die in Pension gegangenen, hob Caritas- Geschäftsführer Herbert Späth heraus. Auf den ersten Blick steht der Krankenpflegeverein finanziell gut da, wie der Kassenbericht auswies, so dass der Sozialstation auch im letzten Jahr ein Zuschuss von 20 000 Euro gewährt und neue Berufskleidung angeschafft werden konnte. 2002 verwies man auf ein Vermögen von 240000 Euro, 2010 war es auf 154900 Euro geschrumpft und 2011 standen nur mehr 135000 Euro zur Verfügung. Setzt sich dieser Abbau fort, sind in etwa sechs Jahren keine Zuschüsse des Vereins an die Sozialstation mehr möglich. Deshalb appellierte der Vorstand eindringlich, neue Mitglieder zu werben, indem man im eigenen Umfeld Aufgaben und qualitativ hochwertige Arbeit der rund 55 Mitarbeiter bekannter mache.

Die Neuwahlen bestätigten neben Pfarrer Martin Garmeier, der kraft seines Amtes 1. Vorsitzender ist und bleibt, Regina Westhoff als seine Stellvertreterin, Inge Schauberger als Schriftführerin, Siegfried Klika als Schatzmeister und Leonhard Schleich und Rita Strobl als Kassenprüfer. Beisitzer sind Ulrike Marczynski von der evangelischen Kirchengemeinde, Birgit Haserer, Simon Zwislsperger und Mia Hauptfleisch.

Informationen und Beitrittserklärungen gibt es über das katholische Pfarramt, Telefon 08638/94080. und das evangelische Pfarrbüro, Telefon 08638/95360. fis

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