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Dänischer Fußball-Star Christian Eriksen bricht auf Spielfeld zusammen und muss reanimiert werden

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Jahrelanger Kampf

Waldkraiburger Bahnhaltepunkt könnte durch neues Förderprogramm endlich barrierefrei werden

Steil, hoch, anstrengend. Für Petra Hönig (links mit der Behindertenbeauftragten Stephanie Pollmann) ist der Einstieg am Bahnhaltepunkt aufgrund einer Herzerkrankung eine Hürde, für Rollstuhlfahrer ist er ein unüberwindliches Hindernis.
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Steil, hoch, anstrengend. Für Petra Hönig (links mit der Behindertenbeauftragten Stephanie Pollmann) ist der Einstieg am Bahnhaltepunkt aufgrund einer Herzerkrankung eine Hürde, für Rollstuhlfahrer ist er ein unüberwindliches Hindernis.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Die Forderung nach einem barrierefreien Umbau ist fast so alt wie der Waldkraiburger Bahnhaltepunkt. Jetzt könnte die Station von einem neuen Bundesprogramm profitieren.

Waldkraiburg– In der Stadt Waldkraiburg leben etwa 3.500 Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis besitzen. Viele von ihnen sind auf Gehhilfen oder gar einen Rollstuhl angewiesen. Wenn sie mit dem Zug wegfahren wollen, haben sie ein Problem. Denn der Bahnhaltepunkt der größten Stadt im Landkreis ist nicht barrierefrei. Immer wieder wurde die Forderung nach einem Umbau laut. 2015 legte die SPD mit einer Aktion für Barrierefreiheit den Finger in die Wunde. Angekündigt wurde der barriefreie Umbau schon einmal – für 2019. Damals ist nichts draus geworden.

Auch Hublift konnte Problem nicht lösen

Schon vor etwa zwei Jahrzehnten in der Amtszeit des Behindertenbeauftragten Diethelm Hoffmann und der Sozialreferentin Annemarie Deschler hatte die Stadt einen hydraulischen Hublift am Bahnhaltepunkt installiert, um den Rollstuhlfahrern entgegen zu kommen. Diese konnten damit in den Zug gehoben werden. Doch das Problem war die Organisation. Viele Jahre übernahmen Malteser und BRK das Bedienen des Geräts. 2019 stiegen sie aber aus, die Bahn übernahm die Aufgabe und wurde von der Jagusgruppe der Arbeiterwohlfahrt unterstützt.

Wirklich gut angenommen wurde der Hublift aber nie. Viel zu umständlich war es den Betroffenen, die sich schon Tage zuvor anmelden mussten. Zuletzt – vor Corona – sei der Hublift noch vier bis fünfmal im Jahr im Einsatz gewesen, glaubt die Behindertenbeauftragte Stephanie Pollmann. „Es war einfach zu aufwendig. Die Betroffenen haben lieber Angehörige oder den Fahrdienst in Anspruch genommen.“

Es profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer

Es sind nicht nur die Rollstuhlfahrer, die unter den aktuellen Bedingungen leiden. Es sind auch Familien mit Kinderwagen – und Menschen wie Petra Hönig. Die 53-jährige Waldkraiburgerin hatte vor fünf Jahren einen Herzstillstand, durch dessen Folgen sie körperlich stark eingeschränkt ist.

Einstieg beschwerlich und gefährlich

„Mir geht oft die Puste aus“, sagt sie beim Termin am Bahnsteig. Der Einstieg in den Zug sei „schon sehr beschwerlich und gefährlich, grade wenn ich was in der Hand habe“. Und das sei meistens so. In der Regel habe sie den Ziehwagen dabei, weil ihr das Tragen zu schwer fällt. Nur mit Mühe kommt sie die steile Treppe mit den hohen Stufen hinauf.

Behindertenbeauftragte freut sich über Ankündigung der Bahn

„Super, wenn das endlich kommt. Richtig genial.“ Stephanie Pollmann, ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt, freut sich über eine Ankündigung der Bahn, den Bahnhaltepunkt zu erneuern, den die Stadt Mitte der 1990er-Jahre gebaut hat. Denn ein zentrales Element dieser Pläne betrifft die Barrierefreiheit, ein Thema, bei dem schon mehrere städtische Sozialreferenten und Behindertenbeauftragte vergeblich auf Besserung gehofft hatten.

Fünf-Milliarden-Programm des Bundes

Pollmann, die vor einigen Jahren im Auftrag der Stadt eine Stellungnahme an die Bahn schrieb, erfährt die gute Nachricht von der Redaktion der OVB-Heimatzeitungen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler aus Traunstein hat die Mitteilung verschickt, dass mehrere Bahnhöfe in der Region erneuert werden sollen, unter anderem auch der Bahnhaltepunkt Waldkraiburg. Das Geld dafür kommt aus einem Fünf-Milliarden-Investitionsprogramm, das der Bund bis 2026 für die Modernisierung von Bahnhöfen aufgelegt hat.

Bahn investiert rund eine Million Euro

Die Deutsche Bahn bestätigt die Pläne für Waldkraiburg. Rund eine Million Euro fließen in den Bahnhaltepunkt. Der Bahnsteig soll demnach auf 120 Metern Länge erneuert werden, die Bahnsteigkante eine Höhe von 55 Zentimetern erhalten. Die Maßnahme sei in den Jahren 2022 oder 2023 vorgesehen, so eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage.

Jetzt fehlen nur noch die Züge

Der Bahnsteig erfüllt nach dem Umbau die Voraussetzungen, dass Fahrgäste ebenerdig ein- und aussteigen können. Die müssen sich allerdings noch ein paar Jahre gedulden. Denn die passenden Züge werden 2022/23 noch nicht in Waldkraiburg halten. Dazu das Unternehmen: „Wir gehen aber davon aus, dass auf Bestellung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft spätestens zum Start des neuen Verkehrsvertrags im Dezember 2024 Züge auf der Strecke unterwegs sein werden, die einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg ermöglichen.“

Auch das Bahnsteigdach wird erneuert und die Treppe überdacht

Im Zuge der Infrastrukturmaßnahme am Waldkraiburger Bahnhaltepunkt wird laut Angaben der Bahn auch das Bahnsteigdach erneuert.

Die Treppe, die im Winter regelmäßig extrem ´rutschig wird, erhält ebenfalls eine Überdachung. Die Stadt Waldkraiburg beteilige sich an deren Finanzierung, so die DB. So war dies Ende 2017 vereinbart worden, als die Bahn die Baulast für den Bahnsteig und die Treppe von der Stadt übernommen hatte.

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