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Was mich freut, was mich ärgert

Bahnschranke geht noch länger zu: Baubeginn an der Pürtener Kreuzung noch unklar

Lange Rückstaus bilden sich teilweise am Bahnübergang an der Staatsstraße, wenn die Bahnschranke nach unten geht. Der Bau einer Bahnüberführung ist geplant in Zusammenhang mit dem Umbau der Pürtener Kreuzung, doch der Beginn ist noch nicht genau absehbar.
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Lange Rückstaus bilden sich teilweise am Bahnübergang an der Staatsstraße, wenn die Bahnschranke nach unten geht. Der Bau einer Bahnüberführung ist geplant in Zusammenhang mit dem Umbau der Pürtener Kreuzung, doch der Beginn ist noch nicht genau absehbar.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Mehrmals täglich gleicht sich die Situation an der Staatsstraße bei Waldkraiburg: Die Bahnschranke geschlossen, der Rückstau in beide Richtungen immer länger. Eilig darf man es nicht haben, denn bis die Schranke offen ist und der Rückstau sich auflöst, dauert es einige Minuten. Höchste Zeit, dass dort endlich was passiert, findet Herbert Lenhart.

Waldkraiburg – Lenhart hat in seinen Unterlagen gekramt: Schon im Wahlprogramm der CSU aus dem Jahr 2002 taucht der Ausbau der Staatsstraße auf, mit einem Kreisverkehr an der Pürtener Kreuzung und einer Bahnüberführung. Das war vor 19 Jahren. „Da tut sich nichts“, ärgert sich Herbert Lenhart. In seinen Unterlagen findet sich auch eine genaue Auflistung, wann eine Regionalbahn zwischen Mühldorf und Rosenheim den Bahnübergang passiert.

Der Bahnübergang soll verschwinden, die beiden Staatsstraßen sollen sich künftig nicht mehr auf gleicher Höhe kreuzen.

Lange Rückstaus auf beiden Seiten

„Bis zu fünf Minuten ist teilweise die Bahnschranke geschlossen.“ Dann stehen erst einmal die Autos: Manchmal bis zum Kreisverkehr am Kino in die eine Richtung und bis zur Pürtener Kreuzung in die andere Richtung. Auch auf der Staatsstraße 2352 komme es vom Föhrenwinkel kommend zu einem Rückstau wegen der Rechtsabbieger.

Für Lenhart ist das zu viel: „Das ist nicht gut für die Umwelt. Und was passiert bei einem Notfall? Das muss doch irgendwann mal jemanden auffallen.“ Längst an der Zeit, dass der Umbau der Pürtener Kreuzung und der Bau einer Bahnüberführung beginne. Doch während sich Lenhart immer wieder über die Staus an der Staatsstraße ärgert, ist im Hintergrund schon einiges passiert.

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Im Februar vergangenen Jahres hat die Regierung von Oberbayern den Plan für den Umbau der Pürtener Kreuzung genehmigt, das Planfeststellungsverfahren ist mit Beschluss vom 30. Dezember 2019 abgeschlossen und rechtskräftig. Klagen dagegen gab es keine, erklärt auf Nachfrage Stefan Leitner, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Rosenheim. Allerdings gebe es noch Klärungsbedarf zwischen der Bahn und dem Staatlichen Bauamt bezüglich der Kostenteilung der Beseitigung des Bahnübergangs. „Hier ist noch ein Kreuzungsrechtsverfahren durchzuführen“, sagt Leitner.

Ebenfalls noch offen sind die Grunderwerbsverhandlungen. „Die sind noch nicht abgeschlossen.“ Ein Grund, warum der Beginn der Bauarbeiten bislang nicht sicher genannt werden kann. Ursprünglich war die Rede davon, dass 2022 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Leitner schließt zwar 2022 nicht aus, hält aber einen Baubeginn im Jahr 2023 für realistischer. Aktuell laufen laut Leitner die Baugrunduntersuchungen für die weitere Ausführungsplanung.

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Somit muss sich Harald Lenhart noch etwas gedulden, bis der Bahnübergang an der Staatsstraße verschwindet. Aber auch die Rettungskräfte müssen geduldig bleiben. „Wenn wir zum Einsatz ausrücken und die Schranke ist unten, müssen wir eben auch warten. Es bleibt ja gar nichts anders übrig“, sagt Feuerwehrkommandant Bernhard Vietze. Ärgern bringt nichts. Zumindest können die Einsatzfahrzeuge die Kolonne überholen und sich links vor der Schranke einordnen.

Solange die Bauarbeiten nicht begonnen haben, heißt es weiterhin warten. Und noch zwei Jahre länge. Denn so lange soll der Umbau der Pürtener Kreuzung zu einer höhenfreien Kreuzung dauern.

Unfallschwerpunkte entschärfen

Um die Kreuzung sicherer und leistungsfähiger zu machen, werden sich künftig die beiden Staatsstraßen nicht mehr auf derselben Ebene kreuzen. Die Staatsstraße 2091 wird tiefergelegt, zwei Brücken, drei Kreisverkehre und Verknüpfungsrampen werden errichtet, der Bahnübergang verschwindet. Damit werden mehrere Unfallschwerpunkte beseitigt. Bisher kreuzt die St 2091 als Zubringer zur A 94 die Bahnlinie und die St 2352 auf gleicher Höhe.

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Der Geh- und Radweg vom Föhrenwinkel kommend quert künftig kurz vor dem Kreisverkehr die Staatsstraße 2352 mittels einer Drückampel. Außerdem wird der Geh- und Radweg an der Staatsstraße 2091 in Form einer Serpentine direkt an die Bahnhofstraße angeschlossen.

Mit rund 8,15 Millionen Euro für den Umbau hat man beim Staatlichen Bauamt Rosenheim im Jahr 2015 gerechnet. Diese Summe wird jetzt nicht mehr ausrechnen. „Nach heutigem Stand muss mit einer Steigerung der Baukosten von rund 20 Prozent bezogen gerechnet werden“, sagt Leitner. Das wären dann rund 9,8 Millionen Euro.

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