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Kommunikationsprobleme

Autoschau geplatzt: Zwischen Waldkraiburger Kaufleuten und Stadt hängt Haussegen schief

Zuverlässig lockte die Autoschau am dritten Oktobersonntag die Leute in Scharen in die Waldkraiburger Innenstadt. Heuer hatte es im Vorfeld im Kommunikationsgefüge zwischen Stadt und Aktionsgemeinschaft geknirscht. Die Folge: Die Schau ist geplatzt und damit auch der verkaufsoffene Sonntag am 17. Oktober.
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Zuverlässig lockte die Autoschau am dritten Oktobersonntag die Leute in Scharen in die Waldkraiburger Innenstadt. Heuer hatte es im Vorfeld im Kommunikationsgefüge zwischen Stadt und Aktionsgemeinschaft geknirscht. Die Folge: Die Schau ist geplatzt und damit auch der verkaufsoffene Sonntag am 17. Oktober.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Stadt und Kaufleute funken nicht immer auf einer Wellenlänge. Jetzt gibt es wieder mal Ärger, weil die jährliche Autoschau geplatzt ist und damit auch der verkaufsoffene Sonntag. Adi Schäftlmaier vom Vorstand der Aktionsgemeinschaft macht das Rathaus dafür verantwortlich.

Waldkraiburg – Landauf, landab laufen derzeit die verkaufsoffenen Sonntage wieder an. In Mühldorf, in Ampfing, in Neumarkt-St. Veit. Nur in Waldkraiburg nicht. Der verkaufsoffene Sonntag am 17. Oktober, der auch heuer mit einer großen Autoschau als Attraktion aufwarten sollte, ist geplatzt. Jetzt hängt zwischen Stadt und Aktionsgemeinschaft der Haussegen schief.

Keine Attraktion – keine Sonntagsöffnung

Adi Schäftlmaier vom Vorstand der Aktionsgemein- schaft.

Adi Schäftlmaier ist sauer. Denn am 17. Oktober bleiben in Waldkraiburg die Läden zu. Der Grund: Die Autoschau, die in den letzten Jahren die Leute zuverlässig in Scharen in die Waldkraiburger Innenstadt gelockt hatte, kann nicht stattfinden. Damit entfällt das überörtlich bedeutsame Ereignis, das der Gesetzgeber für eine Sonntagsöffnung von Geschäften zur Voraussetzung gemacht hat. Auch die Geschäfte müssen deshalb zu bleiben. Der stellvertretende Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, der die Autoschau seit vielen Jahren organisiert, macht die Stadtverwaltung dafür verantwortlich, dass die Veranstaltung geplatzt ist.

Schon im August den Antrag gestellt

Denn er habe den Antrag für die Nutzung der Außenflächen und Freiflächen am Stadtplatz für die Autoschau rechtzeitig und fristgerecht eingereicht. Am 8. August, wie Schäftlmaier betont. Damals hieß es aber aus dem Rathaus, eine Genehmigung sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, weil nicht klar war, welche Corona-Regeln dann gelten.

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Der Einzelhändler hätte sich vermutlich weniger darüber geärgert, wäre ihm nicht ein Mühldorfer Veranstaltungsprogramm mit dem Drucktermin 8. August in die Hände gefallen. Darin sei der Italienmarkt mit verkaufsoffenen Sonntag Ende September in der Kreisstadt beworben worden. Offensichtlich sei in Mühldorf schon im Vorfeld grünes Licht gegeben worden. So wäre es auch Schäftlmaier lieber gewesen. Absagen hätte man immer noch können, meint er.

Bis Ende September keine offizielle Genehmigung

Während die Veranstalter in Mühldorf ihren Markt bereits bewerben konnten, musste die Aktionsgemeinschaft weiter damit warten, die Autohändler für die Schau zu gewinnen. Und dabei blieb es. Denn auch als im September die Regeln gelockert wurden, stand er ohne offizielle Genehmigung da. In den nächsten Wochen sei dies daran gescheitert, dass zuständige Mitarbeiter im Rathaus erkrankt waren – und wohl auch, weil es weitere Missverständnisse und Kommunikationsprobleme gab.

Das grüne Licht kam zu spät – viele Autohändler winkten ab

In der vorletzten Septemberwoche – Schäftlmaier war gerade auf Radlurlaub in Italien – kam dann doch noch ein Anruf aus dem Rathaus, warum er sich denn nicht melde. Doch da war es schon zu spät, wie sich herausstellen sollte. Petra Esser vom gleichnamigen Autohaus, die Schäftlmaier bei der Organisation unterstützt, versuchte noch etwas auf die Beine zu stellen. Doch die Hälfte der Autohändler habe da schon abgewinkt, sagt sie, wegen anderer Termine und organisatorischer Gründe. Für eine solche Aktion brauche es Personal und einen Vorlauf für die Werbung. Die Aktionsgemeinschaft blies die Autoschau und damit den verkaufsoffenen Sonntag daraufhin ab.

Bürgermeister: Von der Absage überrascht

„Für uns kam das überraschend“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) auf Anfrage. Er verteidigt die Verwaltungsmitarbeiter. Anfang August sei eine Genehmigung nicht möglich gewesen, „weil wir die Regeln noch nicht kannten“. Zu den Entscheidungsprozessen in der Kreisstadt will sich Pötzsch nicht äußern. In Waldkraiburg ist es auch aus seiner Sicht nicht optimal gelaufen. „Beide Seiten haben sich auf den anderen verlassen. Vielleicht hätten auch wir noch einmal hinterhertelefonieren können“, räumt er ein. Nicht einverstanden ist Pötzsch aber damit, der Stadt allein den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben: „Das ist nicht fair.“

Schäftlmaier: Kaufleute haben bei der Stadt keine Lobby

Adi Schäftlmaier verweist darauf, das seine Vorstandstätigkeit ehrenamtlich sei, er deshalb nicht jeden Tag im Rathaus vorsprechen könne. Er wertet den jüngsten Vorfall als Beispiel dafür, dass „die Kaufleute bei der Stadt keine Lobby haben“.

Pötzsch weist Kritik zurück

Das weist Pötzsch entschieden zurück. „Der Handel ist mir wichtig.“ Er erinnert an den jüngsten Beschluss, keinen Woolworth am alten Bahnhof zuzulassen, um den Einzelhandel im Zentrum zu stärken. Schon zur Jahreswende habe der Stadtrat allen verkaufsoffenen Sonntagen zugestimmt. „Wir stehen dahinter.“ Und früher habe es mit der Genehmigung der Autoschau auch nie ein Problem gegeben, „weil es Corona nicht gab“.

Was wird mit dem Martinssonntag?

 Die beiden verkaufsoffenen Sonntage im Frühjahr sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Der Autosonntag ist geplatzt. Wird‘s nun wenigstens was mit dem letzten, dem vierten verkaufsoffenen Sonntag in Waldkraiburg?

Adi Schäftlmaier, stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, will jedenfalls die Weichen für den 7. November stellen und die Abhaltung des großen Martinszuges beantragen, der in den Vorjahren immer die Attraktion war, die für eine Sonntagsöffnung vorausgesetzt wurde.

Auch das wird wohl wieder eine Hängepartie. „Noch wissen wir nicht, ob eine Martinszug mit vielen hundert Kindern stattfinden kann“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch.

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