Auto und Garage in Flammen – Geht die Brandserie um Pürten weiter?

Im Carportabgestellt war ein Roller, der ebenfalls in Flammen aufging.
+
Im Carportabgestellt war ein Roller, der ebenfalls in Flammen aufging.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
    schließen

Vor knapp einem Jahr hat es zum ersten Mal in Pürten gebrannt. Am Sonntag rückten die Feuerwehren bereits zum achten Mal aus und löschten einen Garage. Die Polizei kann zur Brandursache noch nichts sagen, im Hinblick auf die Brandserie wurde aber ein Hubschrauber eingesetzt.

Waldkraiburg/Pürten – Knapp ein Jahr nach Beginn der Brandserie in Pürten hat es wieder gebrannt. Sonntagmorgen rückten die Aktiven der Feuerwehr aus, um eine Garage und ein Auto zu löschen. Die Polizei kann bislang noch nichts zu der Brandursache sagen, dennoch war vorsorglich ein Hubschrauber im Einsatz. Es ist der achte Brand innerhalb eines Jahres.

Eine Nachbarin hat in den frühen Morgenstunden gegen 5.35 Uhr den Brand eines Carports bei der Integrierten Leitstelle gemeldet. Beim Eintreffen der Wehren stand bereits ein Anbau einer Garage in Vollbrand, ebenso brannte ein Krad, das in der Nähe stand, in der dahinter befindlichen Garage brannte ein Auto. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Pürten, Waldkraiburg und St. Erasmus konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Verletzte gab es nicht.

Noch in der Nacht hat der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein erste Maßnahmen zur Klärung der Brandursache eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeistation Mühldorf. Den entstandenen Schaden schätzt die Kripo auf etwa 30 000 Euro. Nach erstem Ermittlungsstand ist die Brandursache nach Angaben der Polizei völlig unklar. Es lässt sich damit noch nichts darüber sagen, ob die Brandserie um Pürten weitergeht.

Hubschrauber im Einsatz

Dennoch hat die Polizei schnell reagiert: Nur kurz nach dem Brand kreiste eine knappe Stunde ein Hubschrauber über Pürten und Umgebung und unterstützte die Einsatzkräfte von der Luft aus. „Wenn es Brandstiftung war, dann hätte es durchaus sein können, dass sich der Täter möglicherweise noch in der Nähe aufhält oder sich vom Brand entfernt“, sagte ein Sprecher des Präsidiums gestern auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Kurz nach einem Brand sei es allerdings schwer einzuschätzen, was dazu geführt habe. „Die Polizei ist alarmiert und schaut verstärkt auf Anzeichen einer Brandstiftung.“

Schnell unter Kontrollen hatten die Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren den Brand in Pürten. Über die Ursache kann die Polizei bislang nichts sagen. fib/eß

Nach den vielen Bränden innerhalb eines Jahres ist die Verunsicherung bei den Bürgern groß, keiner glaubt hier mehr an Zufälle. Auch für Michael Heindl, Kommandant der Pürtener Feuerwehr, stellt sich wenige Stunden nach dem Einsatz die Frage, was zu dem Feuer geführt haben könnte. „Es ist schwierig, was im Carport in Flammen ausgebrochen ist.“ Das Feuer hätten die Einsatzkräfte schnell im Griff gehabt, durch einen nahegelegenen Hydranten hätten sie konzentriert das Feuer eindämmen können.

Heindl lobt den Entschluss der Polizei, einen Hubschrauber einzusetzen. „Die Polizei zeigt, dass sie dahinter ist.“ Vielleicht schrecke dies den Täter vor einer weiteren Brandstiftung ab. „Es ist unser Job, Brände zu löschen“, sagt Heindl Aber er und seine Kollegen seien mittlerweile davon genervt, Brände zu löschen, die jemand absichlich legt. „Dieser Blödsinn hört hoffentlich auf.“

Zwei Einsätze innerhalb kurzer Zeit

Seit vergangenem März haben sich mittlerweile acht Brände in und um Pürten ereignet (siehe Kasten). Die Polizei hat zu den Ereignissen keine heiße Spur. In Besprechungen mit der Feuerwehr sind die Aktiven bereits sensibilisiert worden, bei Bränden besonders aufmerksam zu sein.

Auch für Bernhard Vietze, Kommandant der Waldkraiburger Feuerwehr, hat der jüngste Brand in Pürten nichts mehr mit „Normalität“ zu tun. Aus seiner Erfahrung heraus will er eine Brandstiftung nicht ausschließen, aber die Ursache würden die Brandermittler klären. Auch in Waldkraiburg sind die Aktiven davon genervt, dass immer wieder jemand ein Feuer legt. „Ich möchte nicht, dass es noch schlimmer kommt und irgendwann Personen verletzt werden. Bei Brandstiftern werde irgendwann die Hemmschwelle niedriger. Bislang gibt es bei den Bränden nur Sachschäden.

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

Geheimnisvolle Brandserie in Pürten: Rätsel um den Wochenend-Feuerteufel

Die rätselhafte Feuerserie von Pürten – Hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen?

Sechster Brand in sechs Monaten: Im Waldkraiburger Ortsteil Pürten geht die Angst um

Landwirtschaftliche Halle abgebrannt

Für die Feuerwehren war es ein arbeitsintensives Wochenende: Denn nur wenige Stunden nach dem Garagenbrand in Pürten geriet gegen 11.15 Uhr ein Stapler in einer landwirtschaftlichen Halle bei Taufkirchen in Brand. Auch hier setzte die Polizei einen Hubschrauber ein, für den Fall, dass es Brandstiftung war. Doch nur wenige Stunden nach dem Brand steht fest: Es war ein technischer Defekt.

Innerhalb eines Jahres der achte Brand

Bald jährt sich der erste Brand in Pürten seit Beginn der Brandserie rund um den Ortsteil. Sieben Brände haben sich ereignet, bei denen die Ursache ungeklärt ist oder die Polizei von Brandstiftung ausgeht. Am Sonntag kam der achte Brand hinzu, bei dem die Ursache bislang unklar ist. Bis auf einen Brand ereigneten sich alle an einem Wochenende, meist waren es unbewohnte, wenn nicht gar abgelegene Gebäude in und um Pürten. Der erste Brand hat sich am 29. März ereignet: bei Pürten brennt eine landwirtschaftliche Halle in der Nähe des Innkanals komplett ab. Der Schaden beträgt rund 200 000 Euro. Im April stehen ein Holzschuppen und eine Gartenhütte in Flammen. Der Schaden liegt jeweils bei rund 10 000 Euro. Im Juli brennt die Halle eines Entsorgungsunternehmens in Wörth nieder. Im August steigt Rauch aus einem Gartenhäuschen auf. Die Feuerwehr kann den Brand schnell löschen und somit einen größeren Schaden verhindern. Vorsätzliche Brandstiftung ist nicht auszuschließen. Nach dem Brand eines landwirtschaftlichen Unterstands nahe Pürten am 29. September legt sich die Polizei sehr schnell fest: „Vieles deutet in diesem Fall auf ein Brandstiftungsdelikt hin.“ Der letzte Brand war erst am 17. Januar. In einem unbewohnten 400 Jahre alten Bauernhaus in Rausching bricht ein Feuer aus. Der Schaden liegt bei rund 150 000 Euro.

Kommentare