Ausgrissn im Waldkraiburger Cinewood: Wittmann-Jungs schauten in Lederhosn vorbei

Ihre Lederhosn präsentierten  Thomas (links) und Julian Wittmann den Kinobesuchern. Ihre Mopeds „Alma“ und „Berta“ zogen sie aber den „Ausgrissn“-Tourbis vor. Petzi
+
Ihre Lederhosn präsentierten Thomas (links) und Julian Wittmann den Kinobesuchern. Ihre Mopeds „Alma“ und „Berta“ zogen sie aber den „Ausgrissn“-Tourbis vor. Petzi

Ihre Mopeds ließen Thomas und Julian Wittmann daheim und zogen ihnen an diesem regnerischen Samstag den Tourbus vor. Doch ihre Lederhosn hatten sie dabei und präsentierten sie den begeisterten Fans des „Ausgrissn“-Roadmovies beim Besuch des Kino-Klappstuhl-Events im Waldkraiburger Cinewood.

Waldkraiburg – Noch eine Premiere im Cinewood: Damit der geplante Klappstuhl-Open-Air-Kinoevent nicht ins Wasser fällt, hat Geschäftsführer Thomas Rahnert am Samstag kurzerhand seinen Parkplatz auch für Autos geöffnet. Lautsprecher und UKW-Sender liefen parallel – nicht nur Corona, auch das unbeständige Wetter machen dieses Jahr erfinderisch.

„Alma„ und „Berta“ blieben dabeim

Die Kinofans, die es trotz eines kräftigen Regenschauers am Nachmittag kamen auf ihren Stühlen oder im Auto vor der Leinwand bequem machten, haben es nicht bereut. Kamen doch auch die beiden Macher und Hauptdarsteller des Roadmovie ‚Ausgrissn“, Julian und Thomas Wittmann aus Lengdorf, auf einen Sprung vorbei.

Ihren beiden weit gereisten Mopeds, den 68/69er-Zündapps namens „Alma“ und „Berta“, auf denen die Wittmanns in Begleitung eines Kamera-Teams vor zwei Jahren quer durch Europa, dann durch die USA bis Las Vegas getuckert sind, zogen sie an diesem Abend den Ausgrissn-Tourbus allerdings vor. Mit im Gepäck hatten die beiden 27 und 24 Jahre alten Jungs ihre während der Reise getragenen Lederhosen, die sie nach dem Film den begeisterten Zuschauern präsentierten.

Durchs Monument Valley

Die Brüder waren mit ihrem Outfit, das durch Janker und Regenponcho komplettiert wurde, sowie mit Schlafsäcken für eine sieben Grad Komfort-Zone hart im Nehmen. Ging es doch auf ihrer Route von New York über Nashville durch die Wüste Nevadas und das surreal schöne Monument Valley bis hin in die Glitzermetropole Las Vegas durch einige Klimazonen.

Drei Monate Strapazen

Ganz schön „zapfig“ sei die Tour teilweise gewesen, auf der sie nicht nur die Landschaften der USA kennenlernten, sondern auch unterschiedliche Bekanntschaften, vom deutschen Auswanderer über Dauer-Demonstranten vor dem Weißen Haus bis hin zu ehemaligen Soldaten machten.

Dahoam ist es eigentlich am schönsten

Und genau deshalb zieht es die beiden Jungs, die beide bereits nach der Schule eine Weltreise gemacht hatten, weltwärts: Neues kennenlernen, sich weiterentwickeln. Um dann zu merken, dass es dahoam eigentlich am schönsten ist. „Als wir das Valley durchquerten, wurde mir erst klar, dass wir’s langsam schaffen“, erinnert sich Thomas. Die Ankunft in Las Vegas, die sei unbeschreiblich gewesen, nach drei Monaten Strapazen. Ob sie die erhoffte Freiheit gefunden haben? „Sicher nicht! Eher Dekadenz…“ Julian schmunzelt. Aber was soll man machen? Bayern, die ziehe es doch immer westwärts!

Lesen Sie auch:

Erste Filmpremiere nach dem Lockdown: Der Waldkraiburger Mark Lohr feiert zweiten Kinofilm

Film-Preview auf Klappstühlen: Sebastian Schindler stellt in Waldkraiburg seinen Neuling vor

Die Eroberung Amerikas mit dem Moped

Was die Wittmann-Buam allerdings gefunden haben, ist eine große ‚Ausgrissn-Familie‘. Schauspielergrößen wie Monika Gruber, die im Film die Putzfrau mimt, der die Jungs von ihrer Reise erzählen, Roland Hefter oder Arnd Schimkat, sie alle haben ohne Gage mitgemacht. Über Sponsoren konnten die Wittmanns überhaupt erst das Film-Projekt finanzieren.

Kommentare