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Einsatz für Kiesgrube

Ausgezeichnetes Engagement: Mühldorfer Bund-Naturschutz-Kreisgruppe gewinnt den „Umwelt-Oskar“

Rinder weiden seit Jahren in der Kiesgrube bei Heldenstein. Für ihr Engagement hat die Bund Naturschutz Kreisgruppe den Natura2000-BayernOskar erhalten.
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Rinder weiden seit Jahren in der Kiesgrube bei Heldenstein. Für ihr Engagement hat die Bund Naturschutz Kreisgruppe den Natura2000-BayernOskar erhalten.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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And the Oscar goes to... Das Engagement der Kreisgruppe des Bund Naturschutz hat sich bezahlt gemacht. Für ihr Projekt „Bund Naturschutz Kiesgrube“ hat die Kreisgruppe den Natura 2000-Bayern Oskar gewonnen.

Waldkraiburg – Aus allen Regionen Bayerns haben sich Menschen um die Auszeichnung in den drei Kategorien Idee, Engagement und Vermittlung beworben. In der Kategorie „Engagement“ ließ die BN-Kreisgruppe Mühldorf alle hinter sich. Mit dem Natura 2000-BayernOskar prämiert das EU-geförderte Kommunikationsprojekt LIFE living Natura 2000 Engagement für den Erhalt des europäischen Naturerbes in Bayern.

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„Natura 2000 ist eine Glanzleistung der Europäischen Union, die auch im Landkreis wertvolle Lebensräume erhält“ betont Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz. „Doch dieses Netz besonders schutzwürdiger Naturgebiete ist viel zu wenig bekannt. Wir hoffen, dass auch die Auszeichnung für unsere Bund-Naturschutz Kiesgrube zu mehr Öffentlichkeitswahrnehmung beiträgt.“ Die Kiesgrube ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU als FFH-Gebiete geschützt und damit Teil eines Netzwerks von mehr als 27 000 Schutzgebieten in ganz Europa.

Neuen Lebensraum in Kiesgrube geschaffen

Mit der Aktion „Natura 2000-BayernOskar“ bringt die Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) die positiven Wirkungen des europäischen Naturschutznetzes Natura 2000 für Umwelt und Gesellschaft ein Stück weiter an die Öffentlichkeit. Ziel ist es, das Engagement vieler Menschen für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zu prämieren. „Besonders originelle oder sehr erfolgreiche Projekte waren gesucht – damit haben wir mit der BN-Kiesgrube gute Chancen“ war sich zweite Vorsitzende Doris Pohlus schon vor der Bewerbung sicher.

1998 hat die BN-Kreisgruppe die Kiesgrube bei Heldenstein übernommen und dort neuen Lebensraum geschaffen. In Zusammenarbeit mit Landwirten und mit tierischer Unterstützung. Kühe und Ziegen weiden seit Jahren in der Kiesgrube bei Heldenstein. Die Tiere halten die Flächen offen und fördern damit die Artenvielfalt. Die Kiesgrube – ein Mosaik aus Hügeln und Hängen – halten die Weidetiere offen und besonnt und schaffen somit wertvollen Lebensraum für Amphibien und Insekten. Zahlreiche Wildbienen finden auf den Blühflächen Nahrung und Unterschlupf in hohlen Pflanzenstängeln. Auch die seltenen Wechselkröten, Gelbbauchunken und Kammmolche finden hier Laichgewässer.

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Durch die Art der Weidehaltung wird hochwertiges Fleisch auf tiergerechte Weise erzeugt und mit einer nachhaltigen und kostengünstigen Landschaftspflege verbunden. Für Andreas Zahn ist das Projekt der BN-Kiesgrube ein gutes Beispiel dafür, wie Naturschutz und Landwirtschaft Hand in Hand gehen kann.

Schwieriger Schutz der Amphibien:

Doch in den vergangenen Jahren sind Probleme aufgetaucht, mit denen man anfangs nicht gerechnet hätte. Gerade der Schutz der Amphibien ist in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. „Der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen Jahren um etwa zwei Meter in der Kiesgrube abgesunken, sodass die Funktion der Laichgewässer im Sommer zu schnell austrocknen“, erklärt Zahn. Weniger Regenfälle, verbunden mit einer stärkeren Verdunstung macht den Einsatz der Kreisgruppe dauerhaft nötig. Künstliche Laichgewässer sollen nun den Bestand der Amphibien in der Kiesgrube sichern. „Das bedeutet einen ständigen Pflegeaufwand“, sagt Zahn.

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Der Natura2000-Bayern Oskar ist für den Biologen eine „schöne Bestätigung für die Arbeit“. Damit hofft man auch, dass die Bemühungen um geschützte Gebiete in der EU von der Bevölkerung besser wahrgenommen werden. Die Kreisgruppe tut das ihre daran, die Kiesgrube als FFH-Gebiet ins Bewusstsein zu bringen. Beobachtungsstände, Tafeln und Führungen beziehen die Bevölkerung ein und vermitteln, wie vielfältig eine durch Weidetiere gestaltete Kulturlandschaft aussehen kann. „Dabei erlebt der Besucher den Artenreichtum dieser Weidelandschaft, angefangen vom Vogelkonzert am Morgen bis zum Froschkonzert am Abend“, sagt Zahn. Außerdem sei die Landschaft der Kiesgrube wie ein Blick in die Vergangenheit: „Ödland gab es früher immer, wo die Weidetiere standen.“

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