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RENOVIERTES KRIEGERDENKMAL FEIERLICH GESEGNET

„Aus dem Vergangenem lernen“

Graf Hans Veith (sitzend, Zweiter von rechts), Graf Ignaz zu Toerring-Jettenbach (sitzend rechts) mit Familie.
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Graf Hans Veith (sitzend, Zweiter von rechts), Graf Ignaz zu Toerring-Jettenbach (sitzend rechts) mit Familie.

Der geistliche Rat Pater Josef Stemmer segnete nach der aufwendigen Renovierung das im Ortskern Jettenbachs stehenden Kriegerdenkmal. Über 200 Festgäste wohnten der feierlichen Zeremonie bei. Umrahmt wurde der Festakt von der Kapelle des Musikvereins aus Gars. Unter den Festgästen waren Graf Hans-Veith zu Toerring-Jettenbach, sein Sohn Graf Ignaz zu Toerring-Jettenbach und dessen Familie.

Jettenbach – Im Auftrag des Bürgermeisters Alfons Obermaier eröffnete seine Stellvertreterin Maria Meier den Festakt mit einer ergreifenden Rede.

Zunächst wurde mit der gewissenhaft recherchierten Historie den Zuhörern der Ursprung des Bauwerkes informiert. Seit nunmehr 94 Jahren erinnern die in Stein gemeißelten Namen an Frahamer und Jettenbacher Männer, die im Dienste der Heimat ihr Leben ließen.

Am Ende des grausamen Zweiten Weltkrieges kamen weitere 55 Opfer namentlich hinzu. „Wir sind daran nicht mehr schuldig, aber es gibt eine bleibende Verpflichtung und Verantwortung, dass sich diese Gewalttaten nicht mehr wiederholen“, so die Zweite Bürgermeisterin.

Dieser Verantwortung hatte sich 1922 auch Joseph Kinzner aus Haberthal gestellt, als Initiator zur Errichtung eines Denkmals der Erinnerung. Joseph Kinzner hatte seinerzeit bei der örtlichen Grafschaft um dieses Grundstück gebeten, um den damals 34 Gefallenen aus Jettenbach und Fraham aus dem Ersten Weltkrieg eine Gedenkstätte zu widmen.

Vor knapp drei Jahren beschloss der Gemeinderat, das Mahnmal nebst Grünanlage zu sanieren. Über 20 000 Euro wurden investiert, um die Namen wieder lesbar zu machen, die Steinfiguren zu reinigen und die Begrünung aufzuhübschen. Namentlich bedankte sich die Rednerin bei Wolfgang Böhm, der in fein säuberlicher Art Buchstabe für Buchstabe wieder lesbar gemacht hatte. Die gute Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen lobte Meier ebenso.

Die gräfliche Familie Toerring zu Jettenbach ist seit einigen Generationen unterstützend der Gemeinde zur Seite gewesen. Auch dieses Mal gab es die zugesagte Hilfe, um das Denkmal zu sanieren. Immer wieder war es auch dem Jettenbacher Gemeinderat mit seinem Bürgermeister Obermaier wichtig, bei Ortsterminen am Geschehen zu bleiben. Gut die Hälfte der Ausgaben wurden durch den unermüdlichen Einsatz von Alfons Obermaier mit großzügigen Spenden von Firmen und zahlreichen Privatpersonen aufgebracht. Der örtliche Kraftwerksbetreiber lieferte kostenlose Energie und ehrenamtlich tätige Bürger so manche Überstunde.

Abschließend zitierte Maria Meier auszugsweise Joseph Kinzner, Landwirt aus Haberthal, der für einen Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg ein Gedicht schrieb: „Lasst uns ruhen in fremder Erde, auf dem Feld der Ehre, wo wir gefallen sind. Mag unser Grab auch fern von der teuren Heimat sein, das stört uns nicht. Aber um eines bitten wir Euch: Bleibt in unseren Gedanken.“

Als Gastredner hatte der Vorsitzende der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaften im Landkreis Mühldorf, Franz Maier, das Wort. Kurz und bündig dankte er den Verantwortlichen für die getane Arbeit und wies auf die Symbolik der Gedenkstätten und deren Wichtigkeit hin. „Aus dem Vergangenem lernen“, so der Tenor.

Der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Jettenbach/Fraham, Anton Schatzeder, stellte den Anwesenden die Frage, ob eine Segnung eines Kriegerdenkmals heute eigentlich noch zeitgemäß sei. Die Antwort lieferte er prompt mit den Worten: „Die Antwort wäre Nein, wenn wir nur ein kleines Zeitfenster und unserem eigenen kleinen Kosmos in der Betrachtung zulassen würden. Die Geschichte zeigt uns aber, dass wir in Europa und somit auch in unserer Heimat eine noch nie dagewesene Friedenszeit erleben dürfen. Unsere Kinder leben zum Teil inzwischen schon in der dritten Generation, die Krieg nur noch aus der Erzählung der Eltern beziehungsweise Großeltern und aus den Geschichtsbüchern kennen.“ Erinnern soll das in neuem Glanz erstrahlende Areal.

Pater erzählt ausFamiliengeschichte

Für die trauernden Familien waren die Opfer ja Söhne, Enkel, Brüder, Paten oder eben Freunde, Mitschüler, Arbeits- oder Vereinskollegen, mit denen man zum Teil eine lange Schul- und Jugendzeit verbracht hatte. Vor dem Segnen erzählte Pater Josef Stemmer einen Auszug aus seiner eigenen Familiengeschichte, ganz persönlich, selber betroffen als damals sechsjähriger Schulbub – so grausam, wie das Schicksal eben sein kann. Würdevoll sprach der Geistliche den Segen „Im Namen Gottes“ und übergab das Denkmal seiner Bestimmung.

Abschließend gab der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft den Einsatz für die Musiker aus Gars. Die daraufhin angestimmte Bayernhymne wurde relativ textsicher mitgesungen.

In Formation eines Festzuges marschierten die Festteilnehmer in die festlich geschmückte Mehrzweckhalle, um den Gottesdienst zu begehen. Zu zünftiger Blasmusik wurde anschließend dem leiblichen Wohl genüge geleistet. Bürgermeister Alfons Obermaier war mit dem Resultat der Denkmalpflege, der Organisation des Festes und der Beteiligung der Geladenen zufrieden.

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