Aus Rinderstall wurde Werkstatt: Warum der Waldkraiburger Ausschuss einen Schwarzbau genehmigt

Bauamtsleiter Carsten Schwunck
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Im aktuellen Fall sei die Rechtslage klar. „Der Betrieb ist zulässig“, sagt Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Die Nutzungsänderung eines ehemaligen Stallgebäudes in eine Werkstatt sorgt für Konflikte im Waldkraiburger Ortsteil Ebing. Doch unterbinden kann die Stadt den Gewerbebetrieb nicht, obwohl der Umbau nie genehmigt wurde.

Waldkraiburg-Ebing – Der Gewerbebetrieb ist in diesem Bereich zulässig. Das wurde im Stadtentwicklungsausschuss deutlich. Es braucht allerdings eine nachträgliche Genehmigung.

Nachbar hatte sich wegen Lärm beschwert

Die Lärmbeschwerde eines Grundstücksnachbarn hatte den Stein ins Rollen gebracht. Das rief die Baukontrolle der Stadt auf den Plan, die feststellte, dass der ehemalige Rinderstall zur Metallwerkstatt umgebaut worden war. Ein Bauantrag sei dafür nie gestellt worden, so Bauamtsleiter Carsten Schwunck im Stadtentwicklungsausschuss.

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Auf mehrfache Aufforderung sei nachträglich ein Bauantrag eingereicht worden. Dieser sei genehmigungsfähig, betont Schwunck. Der geltende Bebauungsplan „Ebing“ sieht als Nutzungsart ein Dorfgebiet vor. Dort sind laut Baunutzungsverordnung Gewerbebetriebe zulässig, soweit sie andere Nutzungen nicht wesentlich stören.

Fachbehörde im Landratsamt: Betrieb unter Auflagen zulässig

Die Umweltschutzbehörde am Landratsamt hatte in einer Stellungnahme festgestellt, dass der Betrieb zulässig ist, sofern bestimmte Auflagen eingehalten werden.

Das wollte Wolfgang Hintereder (UWG) nicht einleuchten. Er verwies darauf, dass auch sonn- und feiertags dort gearbeitet werden. „Es wird weiter zu Konflikten kommen.“ Für Hintereder stellt sich deshalb eine Grundsatzfrage. Er fordert, Gewerbegebiete im Außenbereich nicht zuzulassen. Ähnlich kritisch äußerte sich sein Fraktionskollege Done Brunnhuber.

Nachträglichen Bauantrag mit 11:3 Stimmen gebilligt

Doch baurechtlich ist die Sache laut Carsten Schwunck völlig klar: „Der Antrag ist zu genehmigen.“ Eine gewerbliche Nutzung sei bis zu einem gewissen Lärmemmissionsspiegel zulässig. Dass die gesetzlich vorgegebenen Werte eingehalten werden können, habe das Landratsamt geprüft.

Mit elf gegen drei Stimmen hat der Ausschuss den nachträglich eingereichten Bauantrag gebilligt.

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