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Über dem bayerischen Durchschnitt

Aufklärungsquote so hoch wie nie: Waldkraiburger Polizei legt Kriminalstatistik vor

Die Entwicklung der Aufklärungsquote in Waldkraiburg: 2020 wurden drei von vier Straftaten aufgeklärt, ein herausragender Wert, der acht Prozent über dem bayerischen Durchschnitt liegt.
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Die Entwicklung der Aufklärungsquote in Waldkraiburg: 2020 wurden drei von vier Straftaten aufgeklärt, ein herausragender Wert, der acht Prozent über dem bayerischen Durchschnitt liegt.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Das gab es noch nie: Drei von vier Straftaten wurden 2020 im Bereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg geklärt. Die Aufklärungsquote liegt weit über dem bayerischen Durchschnitt. Nicht nur der Corona-Effekt spielt da eine Rolle.

Waldkraiburg – In einer Beziehung ragt die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Waldkraiburg für das Jahr 2020 heraus. Die Aufklärungsquote beträgt 74,4 Prozent. Drei von vier Straftaten wurden also geklärt. Dieser Wert liegt weit über dem bayerischen Durchschnitt (66,7 Prozent). Noch nie war die Quote höher. PI-Leiter Georg Deibl führt das nicht zuletzt auf den großen Kontrolldruck zurück, zum Beispiel im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität.

Um fünf Prozent weniger Straftaten

Keine Frage, auch in der Kriminalstatistik gibt es einen Corona-Effekt. Im Dienstbereich der Polizei Waldkraiburg – dazu zählen neben der Stadt die Gemeinden Kraiburg, Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit – ist die Zahl der Straftaten gegenüber 2019 gesunken – um 5,1 Prozent auf 1580 Taten.

Der Corona-Effekt

„Die Leute waren nicht mehr auf der Straße“, sagt Deibl. In Zeiten von Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen brach die Zahl der Delikte etwa im Bereich der Straßenkriminalität regelrecht ein. Um über 40 Prozent – von 390 auf 233. Rückläufige Werte auch bei den Diebstählen (minus 22 Prozent) und Rohheitsdelikten: Um mehr als ein Drittel ist die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen zurückgegangen. Die Kehrseite: Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte, wie Warenbetrug und Computerkriminalität, haben die Lockdowns nach oben getrieben: um gut 60 Prozent auf fast 300.

Enorme Polizeipräsenz nach der Anschlagsserie

Sieben Straftaten gegen das Leben weist die Statistik aus, keinen Mord, aber Delikte, die als Mord- und Tötungsversuche gewertet wurden, illegale Schwangerschaftsabbrüche, Messerstechereien. Delikte wie der Brandanschlag auf einen Gemüseladen, der derzeit vor dem Oberlandesgericht in München verhandelt wird.

Auch diese Anschlagsserie auf türkische Einrichtungen und die daraus resultierenden Maßnahmen der Polizei spiegeln sich in der Statistik laut Deibl wieder. Wochenlang waren damals starke Polizeikräfte in Waldkraiburg konzentriert, zeigten uniformierte und zivile Beamte Präsenz. „Unsere Dienststelle hat versucht, danach die Präsenz so hoch wie möglich zu halten.“

Großer Kontrolldruck bei der Drogenkriminalität

Der Chef der örtlichen Inspektion bringt mit dieser Präsenz auch die hohe Aufklärungsquote in Zusammenhang. Der Kontrolldruck insbesondere im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität spiele da eine Rolle. Über 200 Drogendelikte waren es 2020, die Aufklärungsquote ist hier naturgemäß hoch: fast 98 Prozent. Die Quote kann sich ebenso bei anderen Straftaten sehen lassen. Etwa bei den 380 Diebstahlsfällen. „Jeder zweite Diebstahl wurde geklärt“, so Deibl. Bayernweit liege die Quote bei etwa 40 Prozent.

Diese Erfolge bringt der Polizeichef mit der professionellen Arbeit seiner Kollegen, dem guten Personalstand, der aufgestockt wurde, und der Unterstützung der Bevölkerung in Verbindung.

Zuwanderer verübten weniger Delikte

Ein Thema, das über Jahre die Gemüter bewegte, ist die Kriminalität durch Zuwanderer. Auch die ist nach den neuesten Zahlen weiter rückläufig, die Gesamtzahl ist um 27 Prozent auf 122 Fälle gesunken. Bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzung verringerte sich die Beteiligung von Zuwanderern auf 34.

2016 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es dreimal so viel. „Da ist eine Beruhigung eingetreten“, sagt der PI-Chef. Die Maßnahmen der Polizei, der Stadt und der Behörden wirken.

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„In der Ankerdependance hat sich die Zahl der Flüchtlinge und die Art der Belegung verändert. Heute sind viele Familien dort untergebracht“, ergänzt Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner.

Aber: Mehr ausländische Tatverdächtige als im bayerischen Durchschnitt

Bei den Tatverdächtigen ist der Anteil der Personen ohne deutschen Pass mit 38 Prozent aber über dem Bayern-Schnitt (34,7).

Daten aus der Kriminalstatistik

  • Zahl der Straftaten: 1580 (Vorjahr: 1665), davon 1176 aufgeklärt.
  • Wohnungseinbrüche: 10, gegen den bayerischen Trend mehr als im Vorjahr (6); aber vier beim Versuch gescheitert, die anderen sechs aufgeklärt.
  • Diebstähle: 380 (487), davon 87 Radl-diebstähle (152).
  • Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (z. B. Nötigung/Missbauch/Verbreitung pornografischer Inhalte durch Jugendliche): 30 (36).
  • Zahl der Tatverdächtigen: 834 (801); davon 20,3 Prozent Frauen; 34 Kinder, 63 Jugendliche.

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