Aschau: Einbruch bei der Gewerbesteuer wegen der Corona-Krise

In den vergangenen Jahrenhatte die Gemeinde Aschau hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Aufgrund der Coronakrise rechnet die Kommune in den nächsten Jahren mit deutlich niedrigeren Einnahmen daraus. Klinger

Das sorgsame Wirtschaften der Gemeinde Aschau in den vergangenen Jahren macht sich während der Corona-Krise bezahlt. Trotz eines Rückgangs bei der Gewerbesteuer kann die Gemeinde alle nötigen Investitionen durchführen. Schulden muss sie trotzdem nicht machen.

Von Raphaela Lohmann

Aschau – Die Corona-Krise hat auch den Haushalt von Aschau befallen: Mit deutlich weniger Einnahmen aus der Gewerbesteuer rechnet die Gemeinde in diesem Jahr. Der Ansatz liegt bei 1,5 Millionen Euro und damit 3,3 Millionen Euro niedriger als der Ansatz von 2019. Dennoch erscheint Bärbel Bischoff (AWG) diese Summe als „zu optimistisch“.  

Für Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) scheint der Ansatz „realistisch“ zu sein. Die Entwicklung sei gerade nicht abzuschätzen. Manche Firmen hätten Kurzarbeit angemeldet, andere wiederum würden normal arbeiten. „Die Gewerbesteuer kann runtergehen, aber sich auch wieder erholen.“

Abhängig von den Entwicklungen am Arbeitsmarkt ist die Gemeinde auch im Hinblick auf den Anteil an der Einkommenssteuer – die bedeutendste Einnahmequelle der Gemeinde. 2,15 Millionen Euro werden für 2020 angesetzt. Hier müsse man beobachten, wie sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren entwickelt.

3,4 Millionen Euro Kreisumlage

Mit Zuweisungen in Höhe von 997 000 Euro kann die Gemeinde in diesem Jahr rechnen. Den größten Anteil macht mit 435 000 Euro die Förderung der Kindertagesstätten aus. Schlüsselzuweisungen bekommt Aschau allerdings nicht. 

Größte Ausgabe im Verwaltungshaushalt ist die Kreisumlage, die in diesem Jahr knapp 3,4 Millionen Euro ausmacht. Für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand fallen rund 2,7 Millionen Euro (plus 342 000 Euro im Vergleich zu 2019). Die Personalkosten von fast 1,5 Millionen Euro liegen unwesentlich höher als im vergangenen Jahr.

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Eine hohe Kreisumlage und zugleich weniger Einnahmen aus der Gewerbesteuer: Der Gemeinde bleibt nichts anderes übrig und muss den Verwaltungshaushalt über eine Zuführung vom Vermögenshaushalt ausgleichen. Knapp zwei Millionen Euro sind hierfür eingeplant.

Insgesamt 2,3 Millionen Euro will die Gemeinde 2020 investieren. 700 000 Euro sind für die Gebäudeaufstockung des Kindergartens vorgesehen, für die Sanierung der alten Kreisstraße MÜ 25 ist mit 200 000 Euro zu rechnen. Ebenso viel sollen es für den Ausbau des Gillhuberwegs sein.

Ein Blick in die Zukunft: Für den Umbau oder den Neubau des Rathauses sind im Finanzplan für 2021 bis 2023 2,1 Millionen Euro vorgesehen. Für die Erneuerung der Eisenbahnbrücke bei Klugham rechnet man mit 800 000 Euro. Für die Sanierung der Lehrerwohnhäuser kalkuliert die Gemeinde mit einer Million Euro.

Keine Schulden, keine Kredite

Um allen Aufgaben auch 2020 gerecht zu werden, ist eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 3,7 Millionen Euro vorgesehen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Gemeinde kontinuierlich die Rücklagen auf bis zu 11,8 Millionen Euro (2017) aufgebaut. Mit der Entnahme reduziert sich die Rücklage von 10,3 Millionen Euro auf rund 6,5 Millionen. Schulden hat die Gemeinde Aschau nicht, Kredite werden in diesem Jahr ebenfalls nicht nötig sein.

Im Vergleich zum Vorjahr ändert sich das Gesamtvolumen des Haushalts nur geringfügig. Im Verwaltungshaushalt sind 8,893 Millionen Euro vorgesehen, im Vermögenshaushalt 4,243 Millionen Euro. Der Gesamthaushalt beträgt 13,136 Millionen Euro und reduziert sich im Vergleich zu 2019 um 493 300 Euro. 

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Nach einem vorläufigen Rechnungsabschluss 2019 konnte die Gemeinde  235 763 Euro an den Vermögenshaushalt zuführen. Gegenüber dem Haushaltsansatz ist das ein Plus von 152 063 Euro. Aus der geplanten Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von rund zwei Millionen Euro konnten schlussendlich 761 769 Euro der Rücklage zugeführt werden. Der Rücklagenbestand hatte sich damit auf 10 268 313 Euro erhöht.

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