Appell an Söder: Waldkraiburger Verein kämpft für Waldbad-Öffnung im Corona-Modus

Volle Becken und volle Liegewiesen wird es heuer im Waldbad aufgrund der Coronakrise nicht geben. Die Stadtwerke und der Förderverein Waldbad hoffen aber darauf, dass die Saison verspätet im Juni starten kann. HÖpfinger

Einen Appell zur Öffnung der Freibäder hat der Förderverein Waldbad an Ministerpräsident Markus Söder und alle Fraktionen im bayerischen Landtag gerichtet. Dem Verein geht es darum, dass in der Diskussion um Lockerungen in der Corona-Krise die Freibäder nicht vergessen werden. Noch müssen sich alle Beteiligten gedulden: Freibäder sollen frühestens im Juni öffnen.

Waldkraiburg – Für den Waldbadförderverein liegen die Argumente auf der Hand: Das Waldbad ist so weitläufig, dass sowohl in den Schwimmbecken als auch auf der Liegewiese genügend Abstand eingehalten werden könne. Es ist nur eines von vielen Argumenten, das der Verein in einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder und die Fraktionen des Landtags aufführt, die für eine baldige Öffnung der Freibäder sprechen. Entsprechende Regeln liefert der Verein gleich mit.

Freibäder nicht vergessen

„Unser Ansinnen war es, dass über die Öffnung der Freibäder nachgedacht“, sagt Jürgen Zabelt, Vorsitzender des Waldbadfördervereins. Die Bundesliga würde man wieder zulassen, über Freibäder sei bislang nicht gesprochen worden. „In der Diskussion um mögliche Lockerungen dürfen die Bäder nicht vergessen werden.“ Freibäder könnten dabei helfen, die „Lage zu entspannen und kontrolliert zu entzerren“. Ein „gemäßigtes und überwachtes Spielen im Chlorwasser sei nicht ungefährlicher als unkontrollierte Treffen in Parks und Innauen“, heißt es in dem Schreiben.

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Dass die Freibäder möglicherweise in den Pfingstferien öffnen dürfen, wertet Zabelt als positives Signal. „Wir sind zufrieden, dass sich was tut. Ein Zeichen, dass die Saison irgendwann losgehen kann. Das ist wichtig.“ Ihm ist aber auch klar, dass eine Öffnung nicht ohne Regelungen möglich sein wird. Der Verein sichert der Stadt und den Stadtwerken die Unterstützung des Vereins zu. „Der Verein ist bereit mitzuhelfen, zu diskutieren und Ideen einzubringen“, sagt Zabelt.

Auf Vereinsseite wolle man Werbung für das Waldbad machen, damit die Gäste auch in der Corona-Saison dem Waldbad treu bleiben. „Wir müssen das Beste aus der Saison machen.“

Bürgermeister Robert Pötzsch bedauert, dass der Vorstoß des Fördervereins nicht mit den Stadtwerken und der Stadt abgestimmt war. Auf eine mögliche Öffnung der Freibäder sind Stadt und Stadtwerke vorbereitet. „Wir stehen Gewehr bei Fuß und haben Hygienekonzepte in Arbeit. Grade weil Urlaub und Reisen eingeschränkt sind, wollen wir das Waldbad aufmachen. In welchem Umfang, das hängt von den staatlichen Vorgaben ab“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch. Dass die Freibäder womöglich im Juni dürfen, wertet Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner als positives Signal. „Damit wäre nicht die ganze Saison verloren.“

Corona-Pläne in der Schublade

Vorgaben oder einen genauen Zeitplan gibt es von der Regierung bislang nicht, dennoch haben die Stadtwerke längst einen Corona-Plan in der Schublade für eine „nicht normale Freibadsaison“. Mit Zugangsbeschränkungen und Hygiene- und Schutzmaßnahmen wollen die Stadtwerke auf das Coronavirus reagieren. Die Mitarbeiter würden in Zweierteams strikt voneinander getrennt arbeiten, die Besucherzahlen könnten begrenzt werden und zusätzliche WC-Container würden aufgestellt werden. Mit Einschränkungen bei den Öffnungszeiten müsse gerechnet werden, Saisonkarten werde es wohl nicht geben.

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„Wir versuchen alles, um mögliche Vorgaben umzusetzen. Die Alternative wäre, nicht zu öffnen und das will keiner“, sagt Lechner. Aber die Stadtwerke brauchen Planungssicherheit. Eine mögliche Öffnung der Freibäder erst ab Juni bedeutet jetzt schon Kurzarbeit für 13 Mitarbeiter des Waldbads. „Normalerweise wäre der Betrieb im Waldbad jetzt losgegangen.“ Dieses Jahr startet der Betrieb drei bis vier Wochen später als gewöhnlich.

Lechner hofft darauf, dass für die Freibäder bald die Weichen gestellt werden. Denn das Waldbad hat eine Vorlaufzeit von 14 Tagen, wie Herbert Lechner sagt. Die Becken müssen befüllt und beprobt werden. Das dauert eben.

Sicherheit und Disziplin in Freibädern

Als „Unterstützung der Familien in der Coronakrise“ sieht der Waldbadförderverein eine Öffnung der Freibäder. In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder und die Fraktionen des Landtags macht sich der Verein stark dafür, dass Freibäder bald geöffnet werden dürfen. Vorsitzender Jürgen Zabelt und seine Stellvertreterin Martina Arnusch-Haselwarter argumentieren mit der Weitläufigkeit des Waldbads, das sichere Abstände garantiere. „Bäder sind die am besten bewachten Sportanlagen“, heißt es in dem Schreiben, das Chlor würde nach jetzigem Wissensstand das Coronavirus abtöten. Bademeister und Rettungsschwimmer „sichern die Einhaltung der Bestimmungen und sorgen für hohe Sicherheit und Disziplin“. Ganz ohne Regeln würde es nicht funktionieren: Eine Aufsicht könnte darauf achten, dass auf der Liegewiese Abstand eingehalten wird. Abstandsmarkierungen vor dem Einlass oder beim Aufstieg zur Rutsche oder Sprungturm, im Schwimmerbecken nur eine Person zum Ausrasten am Startblock, Duschregeln oder keine Bestuhlung am Kiosk nennt der Verein als weitere Möglichkeiten. Bleiben die Freibäder geschlossen, befürchtet der Verein Nachteile: Überlastung der bayerischen Seen, vermehrte familiäre Konflikte unkontrolliertes Sonnenbaden und Abkühlen wie es jetzt schon an der Isar „normal“ sei oder dass vor allem in Parks städtische Ordnungen nicht eingehalten werden. hi

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