Anlieger gegen Stadtbau-Projekt

Neben dem bereits
              bestehenden
              Gebäude will die Stadtbau GmbH ein weiteres drei- bis viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit 19 Wohneinheiten und einer Tiefgarage realisieren. Grundstückseigentümer melden Bedenken wegen der massiven Bebauung und negativer Auswirkungen auf die Park- und Verkehrssituation in der Porschestraße an.
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Neben dem bereits bestehenden Gebäude will die Stadtbau GmbH ein weiteres drei- bis viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit 19 Wohneinheiten und einer Tiefgarage realisieren. Grundstückseigentümer melden Bedenken wegen der massiven Bebauung und negativer Auswirkungen auf die Park- und Verkehrssituation in der Porschestraße an.

Waldkraiburg – Ein zweites Mehrfamilienhaus mit drei bis vier Geschossen und 19 Wohneinheiten samt einer Tiefgarage will die Stadtbau GmbH auf ihrem Grundstück an der Porschestraße errichten.

Anlieger wenden sich gegen die massive Bebauung, gegen Lärmbelästigung und verstärkten Parkdruck auf der öffentlichen Zufahrtsstraße. Die Stadt verweist auf Gutachten und hält die Planung für vertretbar. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Ferienausschuss des Stadtrates das Bauleitplanverfahren vorangetrieben.

Ziel: Sparsamer Flächenverbrauch

Ein Großteil der Wohnungen ist als Maisonette-Wohnung mit eigenem Eingang geplant. Damit werde das Angebot an junge Familien erweitert, so Carsten Schwunck, der Leiter des Bauamts, der die kompakte Bebauung verteidigte. Sie entspreche dem Ziel eines möglichst sparsamen Flächenverbrauchs.

Mit dem überarbeiteten Entwurf ist die Stadtbau den Anliegern in einigen Punkten entgegengekommen, unter anderem dadurch, dass die Wandhöhe der dreigeschossigen Bauweise von 9,50 auf 9 Meter reduziert wurde und die Dachkante des dritten Geschosses um mindestens 1,60 Meter nach hinten versetzt wird. Die privaten Stellplätze entlang der Porschestraße werden aufgegeben und als öffentliche Verkehrsfläche dargestellt, um die Verkehrssituation zu verbessern.

Die Grundstückseigentümer bemängeln in Stellungnahmen zur Entwurfsplanung unverändert, dass die Abstandsflächen und die vorgegebenen Grundflächen- und Geschossflächenzahlen nicht eingehalten würden.

Dagegen betonte Carsten Schwunck, dass die Abstandsflächen zur Nachbarbebauung sehr wohl eingehalten werden. Nur im Innenverhältnis zum zweiten Stadtbau-Gebäude sei dies nicht der Fall. Das Maß der Bebauung halte die Vorgaben der Baunutzungsverordnung ein.

Auch die Park- und Verkehrssituation in der engen Porschestraße wird nach Einschätzung von Anliegern durch weitere 20 Wohneinheiten verschlechtert. Ein Fachbüro, das die Stadtbau eingeschaltet hat, bestätigt zwar eine Zunahme des Verkehrs, rechnet aber nicht mit spürbaren negativen Auswirkungen, weil die Porschestraße an dieser Stelle keine durchgängige Anliegerstraße ist, sondern eine Sackgasse, die keinen weiteren Verkehr anziehe.

Im Hinblick auf die Lärmbelastungen geht ein Gutachten davon aus, dass die zulässigen Richtwerte für ein allgemeines Wohngebiet am Tag nicht überschritten werden. Kurzzeitige Geräuschspitzen etwa beim Schließen von Heck- und Kofferraumklappen, die nachts über den Richtwerten liegen, seien keine Folge von Planungsmängeln und stellen keine erhebliche Störung dar.

Bodendenkmal schon in den 60ern verbaut?

Die Kritik, das Bauleitplanverfahren sei fehlerhaft, unter anderem weil die Auslegungsfristen nicht ausreichend gewesen seien, weist Schwunck zurück.

Ein weiterer Einwand, den Anlieger ebenso wie der Denkmalschutz erheben, bezieht sich auf ein mögliches Bodendenkmal auf diesem Areal. Es geht um Bunkerreste aus der Zeit des Rüstungswerks der Deutschen Sprengchemie. Dazu liegen weder der Stadt noch dem Landratsamt Erkenntnisse vor. Sehr wahrscheinlich ist der Keller eines Wohlfahrtsgebäudes Mitte der 1960er-Jahre für den Keller des bestehenden Mehrfamilienhauses verwendet worden.

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