Die Angst vor Inn-Hochwasser in Kraiburg ist vorbei

Bürgermeister Herbert Heiml bei der Einweihung.
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Bürgermeister Herbert Heiml bei der Einweihung.

Bei strahlendem Sonnenschein hatten auch die Kraiburger einen guten Grund zum Strahlen: Die zwei neuen Deiche, der Schutz vor dem Hochwasser des Inns, wurden eingeweiht.

Kraiburg – In Rekordzeit waren zwischen Oberem Auweg und Jettenbacher Straße ein 850 Meter langer neuer Damm gebaut und zwischen Oberem Auweg und Maximilian auf 700 Metern eine 350 Meter hohe Geländeanhebung gebaut worden. Christoph Wiedemann, der Leiter der Bau- und Planungsabteilung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, erinnerte an das Hochwasser von 2005. Es stieg und stieg, Kraiburg war bedroht, ein Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro wäre zu befürchten gewesen. Damals begannen die Planungen, die jetzt mit dem Bau des Dammes abgeschlossen wurden. Die beiden neuen Schutzdämme bieten 150 Anwesen auf einer Fläche von 40 Hektar Schutz, 400 Anwohner können aufatmen: In Kraiburg ist jetzt der Schutz vor einem Jahrhunderthochwasser Fakt geworden. Und das in Rekordzeit, von August 2018 bis August 2019 seien die beiden Bauwerke fertiggestellt worden.

Kraiburg von Hochwasser besonders betroffen

Landrat Georg Huber betonte in seiner Ansprache die gute Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, die es auch schon in Schwindegg, Ampfing und Mühldorf gegeben habe. Auch er hat das Bild vom Hochwasser 2005 noch im Kopf, der rasche Klimawandel bringe häufiger Starkregen. Davon sei Kraiburg in seiner exponierten Lage besonders gefährdet gewesen. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion.Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Bürgermeister Herbert Heiml war jedes Mal, wenn er die Baustelle am Innufer besucht hatte, Goethes Lied von der „Glocke“ eingefallen: „Fest gemauert in der Erden…“. So seien auch die beiden Schutzdeiche gebaut worden. Und bei der Stelle „…und von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß“ dachte er weniger an die Bau- als an die Planungsarbeiten. Beim Bau, so Heiml, sei schweres Gerät eingesetzt worden, bei der Planung aber waren manche Probleme zu überwinden. Sein Dank galt zum einen dem damaligen Umweltminister Dr. Marcel Huber, der sich sehr für den Hochwasserschutz in Kraiburg eingesetzt hatte. Deswegen konnte auch der finanzielle Anteil der Marktgemeinde am Bau der beiden Schutzdeiche von 50 auf 35 Prozent gesenkt werden. Zum anderen freute sich der Bürgermeister, dass die Grundstückseigentümer bei dem Projekt mitgezogen und ihr Land verkauft hätten.

Deichen den kirchlichen Segen gegeben

Pfarrer Michael Seifert weihte die beiden Deiche. „Wasser ist ein Segen, ohne es ist kein Leben möglich“, so Seifert, „aber es braucht auch einen Segen“. Diesen spendete er den Deichen, aber auch den Menschen, die diese schützen sollen. Nach dem offiziellen gab es einen gemütlichen Teil, bei Gulaschsuppe und Getränken konnte man sich noch lange austauschen.

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