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PROZESS WEGEN INTERNET-BETRUGS

Angeklagte aus Waldkraiburg räumen Vorwürfe ein, wollen aber nicht als Bande gehandelt haben

118000 Euro sollen ein 33-jähriger Waldkraiburger und sein 62-jähriger Vater, zum Teil mit Mittätern, bei über 40 Fällen von Internet-Betrug erbeutet haben.
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118000 Euro sollen ein 33-jähriger Waldkraiburger und sein 62-jähriger Vater, zum Teil mit Mittätern, bei über 40 Fällen von Internet-Betrug erbeutet haben.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Im Prozess um groß angelegten Internet-Betrug haben ein 33-jähriger Angeklagter aus Waldkraiburg und sein 62-jähriger Vater erstmals zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung genommen. Diese räumen sei ein, wollen aber ohne vorherige Absprache, also nicht als Bande gehandelt haben.

Traunstein/Waldkraiburg/Österreich – Um einen Betrugsschaden via Internet von über 118.000 Euro geht es in einem Prozess der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Richterin Christina Braune gegen einen 33-Jährigen und seinen 62 Jahre alten Vater, beide aus Waldkraiburg. Den Angeklagten liegen 44-facher Bandenbetrug und weitere Delikte, teils unter Beteiligung von Mittätern, zur Last. Das Verfahren wird an noch mindestens drei Terminen – am 12. und 23. April sowie am 7. Mai, jeweils um 9.15 Uhr – fortgesetzt. Ob alle zunächst geplanten 14 Verhandlungstage erforderlich sind, ist derzeit nicht abzusehen.

Erstmals zu Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert

Am Montag äußerten sich die Angeklagten erstmals zu den Vorwürfen der 17-seitigen Anklageschrift von Staatsanwalt Thomas Peter. Sie enthält bei beiden Männern mittels fremder Daten geschlossene Telefonverträge, bei denen die erschlichenen Handys weiter verkauft wurden. Die verbleibenden Tatkomplexe soll der 33-Jährige allein beziehungsweise mit anderen Männern begangen haben. Opfer sollen mittels „Bankdrops“ beziehungsweise kriminell erlangten Konten um Vorauszahlungen für nie gelieferte Ebay-Artikel gebracht worden sein. Andere Geschädigte sollen auf Fakeshops in Ebay herein gefallen sein.

Bemühungen um Täter-Opfer-Ausgleich

Die Verteidiger des 33-Jährigen, Harald Baumgärtl aus Rosenheim und Dr. Adam Ahmed aus München, gaben die Erklärung ab, der Sachverhalt der Anklage sei „inhaltlich richtig“. Weitere Angaben würden nicht gemacht. Baumgärtl wörtlich: „Unser Mandant möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass es keinerlei Absprache mit anderen Personen gab, also keine bandenmäßige Tatbegehung vorliegt.“ Die Anwälte verwiesen auf die schon weit gediehenen Bemühungen um einen Täter-Opfer-Ausgleich.

Verteidiger: 62-Jähriger wollte seinen Sohn in finanzieller Notlage unterstützen

Verteidiger Benedikt Stehle aus München räumte namens des 62-Jährigen entsprechend auch alle Vorwürfe ein und ebenfalls mit der Maßgabe, dass es sich „nicht um eine Bande“ gehandelt habe. Der Anwalt ergänzte: „Mein Mandant wollte nur seinen Sohn unterstützen. Er weiß, dass es ein großer Fehler war. Es tut ihm sehr leid. Der Sohn hatte erhebliche finanzielle Probleme. Er wollte ihm heraushelfen und gab ihm das Geld, zum Beispiel für Arztrechnungen und Schulden.“

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Bereits am ersten Verhandlungstag hatte es ein Rechtsgespräch zur Höhe der Strafe im Fall von Geständnissen und eines vollständigen Täter-Opferausgleichs gegeben. Ergebnis war ein Vorschlag des Gerichts. Die Strafe für den 33-Jährigen soll zwischen drei Jahren neun Monaten und maximal vier Jahren vier Monaten Haft betragen. Der 62-Jährige soll zwischen 17 und 22 Monaten mit Bewährung bekommen.

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