Dreharbeiten für neuen Kinofilm

Am Set von „Beckenrand Sheriff“: Regisseur Marcus H. Rosenmüller dreht in Waldkraiburg

Mit dem Team und den beiden Darstellern Milan Peschel (dritter von rechts) und Sebastian Bezzel (rechts) spricht Regisseur Marcus H. Rosenmüller (orange Mütze) die nächste Szene durch.
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Mit dem Team und den beiden Darstellern Milan Peschel (dritter von rechts) und Sebastian Bezzel (rechts) spricht Regisseur Marcus H. Rosenmüller (orange Mütze) die nächste Szene durch.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Die Dreharbeiten für den neuen Kinofilm „Beckenrand Sheriff“ von Regisseur Marcus H. Rosenmüller dauern nur noch wenige Tage. Die letzten Szenen des Films, bei dem Milan Peschel den grantelnden Titelhelden Karl spielt, werden aktuell in Waldkraiburg gedreht. Ein Besuch am Film-Set.

Waldkraiburg – „Kaum laufen können, aber in meinem Wasser kraulen“, grantelt Bademeister Karl Frau Bogner hinterher, bevor er ihr gleich einen netten Gruß hinterherschmettert. Der blaue Schriftzug „Waldbad“ ist einem roten „Freibad“ gewichen. Mit kurzer weißer Hose, weißem T-Shirt und Adiletten friert Milan Peschel als Bademeister Karl bei acht Grad Außentemperatur vor dem Waldbad-Gelände. Mit dicken Mänteln, Winterstiefeln und Wärmflasche halten sich die Darsteller in den Pausen warm.

Nach Weiden und Pleyenstein macht die Filmcrew um Regisseur Marcus H. Rosenmüller nun in Waldkraiburg Station. Gedreht wird die neue Komödie „Beckenrand Sheriff“. Das Freibad in Grubberg soll geschlossen werden, findet die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger). Doch das will Bademeister Karl (Milan Peschel) mit aller Macht verhindern und startet eine Rettungsaktion, bei dem ihm der nigerianische Bademeister-Azubi Sali (Dimitri Abold) hilft.

Freibad als Sehnsuchtsort

Kaum verschwindet Frau Bogner aus dem Bild, taucht Bauunternehmer Albert Dengler auf, gespielt von Sebastian Bezzel. Mit ebenso strengem Blick, aber mit Anzug und Lederschuhen ist er das genaue Gegenteil des grantelnden Bademeisters. Denn der Bauunternehmer hat natürlich kein Interesse daran, dass das Freibad gerettet wird. Er wittert die Chance, dort neue Wohnungen zu bauen. Dazu würde er das Freibad sogar kostenlos abreißen.

Letzte Anweisungen bevor gedreht wird: Sebastian Bezzel (von links), Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Milan Peschel.

„Beckenrand Sheriff“ ist eine Geschichte, die das Freibad als Sehnsuchtsort in den Mittelpunkt rückt. Ob klein, ob groß, ob arm oder reich – im Freibad sind alle gleich. Um das Grubberger Freibad zu retten, helfen alle mit.

„Ein Laubhaufen im Bild“ schallt es über das Set. Das soll natürlich nicht sein bei einem Film, der im Sommer spielt. Keine Minute später, ist der Laubhaufen aber auch schon verschwunden. Außerhalb der Freibadsaison dient als Waldkraiburger Waldbad als Kulisse für den Film. Die Becken-Szenen wurden bereits Anfang September in Pleyenstein gedreht. „In der Hochsaison hätten wir keinen Zugang zu einem Freibad bekommen“, erklärt Produktionsleiter Thomas Blieninger.

Fiebermessen am Set

Über einen kleinen Monitor verfolgt Marcus H. Rosenmüller die Szene.

Tägliches Fiebermessen, Maskenpflicht und regelmäßige Corona-Tests – so minimiert am Filmset das Risiko. Doch das wirkt sich auch auf die Arbeiten aus. „Bei den Dreharbeiten in geschlossenen Räumen kann ich weniger Komparsen einsetzen, wodurch sich die Atmosphäre ändert“, sagt Regisseur Marcus H. Rosenmüller. Die vielen Sicherheitsmaßnahmen würden am Ende auch die Produktionskosten erhöhen.

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Das mit dem Tankred-Dorst-Drehbuchpreis prämierte Drehbuch stammt von Marcus Pfeiffer. „Als ich es gelesen hatte, dachte ich mir, das wär was, wenn ich das machen könnte“, sagt Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist früher tot“). Es ist die erste Zusammenarbeit der beiden. Überzeugt hat ihn die Mischung: Einerseits die Diskussion darüber, was man sich leisten möchte, das Freibad als Sehnsuchtsort, den man allerdings oft ausgeben muss, andererseits der Zusammenhalt in einer Stadt, um etwas zu erhalten, was sich für das Lebensgefühl rentiere. „Es ist ein gutes Thema mit einer Leichtigkeit. Ein Film, bei dem man viel lachen, aber auch nachdenken muss“, sagt Rosenmüller.

Unverwechselbare Art

Eine Probe ohne Aufnahme: Milan Peschel (rechts) will als Bademeister Karl das Freibad retten.

Forschen Schrittes marschiert Milan Peschel auf die Kamera zu, hebt ein Papierschnipsel auf und blickt skeptisch, bevor er wieder Richtung Freibad-Eingang verschwindet. Es ist die Anfangsszene des Films und unverwechselbar in seiner Art mimt Peschel den Bademeister. Seine Körperhaltung, seine Gestik machen eins deutlich: Das hier ist „sein“ Freibad. Von Marcus H. Rosenmüller kommen zwischendurch Anweisungen, dann ist die Anfangsszene auch schon im Kasten.

Dreharbeiten dauern an

Noch bis zum 26. Oktober dient Waldkraiburg und auch das Mühldorfer Krankenhaus als Filmkulisse. Bis dahin kommt es im Stadtgebiet an verschiedenen Stellen immer wieder mal zu Parkverboten und Straßensperrungen. Der Film soll im nächsten Spätsommer in die Kinos kommen.

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