Die rätselhafte Feuerserie von Pürten – Hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen?

Lichterloh brannte das rund 400 Jahre alte unbewohnte Bauernhaus im Ortsteil Rausching. Wieder an einem Freitagabend, wieder im nächsten Umkreis von Pürten.
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Lichterloh brannte das rund 400 Jahre alte unbewohnte Bauernhaus im Ortsteil Rausching. Wieder an einem Freitagabend, wieder im nächsten Umkreis von Pürten.
  • Hans Grundner
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Noch ist die Ursache für das Feuer, das auf einem 400 Jahre alten Bauernhaus im Waldkraiburger Ortsteil Rausching ausbrach und einen Schaden von 150000 Euro verursacht hat, nicht geklärt. Doch das Feuer passt ins Schema einer Serie von Brandstiftungen. Es war wieder ein Freitagabend und erneut ein Gebäude im nahen Umkreis von Pürten betroffen.

Waldkraiburg – Die unheimliche Brandserie in und um Pürten – seit März 2019 haben sich im nächsten Umkreis sechs Brände ereignet. Scheunen, Hütten, landwirtschaftliche Lagerhallen gingen in Flammen auf. Immer an einem Freitagabend. Seit Ende September war Ruhe.

Wieder ein Freitag

Bis zum vergangenen Freitagabend. Da war wieder Feueralarm. In Rausching bei Pürten brannte ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das unter Denkmalschutz steht.

150 Feuerwehrleute im Einsatz

Aus dem ganzen Umkreis rückten die Feuerwehren an. Laut Angaben der Polizei waren es rund 150 Einsatzkräfte, die zur Brandbekämpfung unter anderem eine 500 Meter lange Schlauchleitung zum nächstgelegenen Hydranten errichten mussten. Gut drei Stunden nach Einsatzbeginn waren die Löscharbeiten so weit abgeschlossen, dass die Brandwache an die Freiwillige Feuerwehr Pürten übergeben werden konnte.

Großeinsatz im kleinen Weiler Rausching: 150 Feuerwehrleute wurden für die Löscharbeiten alarmiert. FIB/Eß

Polizei: Brandursache völlig unklar

Auf den Stall, der an das Holzhaus angrenzt, hat das Feuer nicht übergegriffen. Auch das anschließende Wohnhaus, in dem sieben Personen leben, sei nicht betroffen, sagt Hans Kifinger, einer der Eigentümer des Anwesens. Sein Schwiegersohn war am Freitag gegen 22 Uhr auf das Feuer aufmerksam geworden und hatte den Notruf abgesetzt. Gestern früh bemerkte Kifinger selbst, dass es wieder qualmt. Noch einmal rückten die Wehren aus Waldkraiburg und Pürten kurz nach 8 Uhr mit Wassertank und Drehleiter zu Nachlöscharbeiten an.

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Noch in der Nacht zum Samstag hatte der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein erste Maßnahmen zur Klärung der Brandursache eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das zuständige Fachkommissariat der Kripo Mühldorf, die den Schaden auf 150 000 Euro schätzt. „Die Brandursache ist völlig unklar“, betonte ein Sprecher des Präsidiums gestern auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Eine Brandserie in und um Pürten sorgte zwischen März und September 2019 für Unruhe. Ob der Brand am Freitagabend in Rausching (rechts oben) in Zusammenhang mit dieser Serie steht? Viele Bürger im Inntal halten das für sehr wahrscheinlich. Doch die Brandermittler sind erst am Anfang ihrer Arbeit. Die Ursache sei völlig unklar, betont die Polizei. Archiv/Klinger

Eigentümer hält Brandstiftung für wahrscheinlich

Und dennoch schießen Gerüchte und Spekulationen ins Kraut. Nicht nur Hans Kifinger stellt einen Zusammenhang zu der Brandserie aus dem Vorjahr her, bei der auch die Polizei von Brandstiftung ausgeht. „Da muss irgendein Vollidiot unterwegs sein, der sich dran aufgeilt, dass es brennt.“

Kommandanten warnen vor Spekulationen

Längst treibt dieser Gedanke auch Feuerwehrleute um. „Es steht uns nicht zu, zu spekulieren“, will der Waldkraiburger Kommandant Bernhard Vietze den Brandermittlern im aktuellen Fall nicht vorgreifen. Aber Brandstiftung liege als Ursache natürlich nahe.

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Ähnlich äußert sich sein Pürtener Kollege Michael Heindl. „Das Gebäude in Rausching ist seit ewigen Zeiten unbewohnt und unbeheizt. Was soll da in Brand geraten?“ Heindl: „Das hat einen faden Beigeschmack.“ Auch die Uhrzeit, der Ort, die Umstände passen zu den vergangenen Fällen.

Verdacht macht die Runde: Steckt ein Feuerwehrmann dahinter?

Steckt ein Feuerwehrmann dahinter? Längst macht das die Runde. Bernhard Vietze ärgert sich darüber, dass man so schnell mit derlei Verdächtigungen bei der Hand sei. „Ich hoffe, dass es nicht so ist.“ Völlig auszuschließen sei das nicht, räumt sein Kollege Heindl ein, betont aber: „Einen Verdacht gibt es nicht. Es wäre für uns ein Super-GAU.“ Heindl hatte im Herbst in einem Facebook-Post einen viel gelesenen Appell an den unbekannten Brandstifter gerichtet und seitdem gehofft, „dass es vorbei ist“.

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