„Allein nicht umzusetzen“: Kraiburg bekommt 200000 Zuschuss für Bau des Naturbads

Seit 2015ist das Kraiburger Freibad geschlossen. Doch das soll sich ändern. Mit der Leader-Förderung im Gepäck will die Gemeinde das Gelände in ein Naturbad umfunktionieren. Gruber

Seit 2015 ist das Freibad in Kraiburg geschlossen. Doch schon bald soll dort wieder Wasser plätschern. Denn die Gemeinde plant den Bau eines Naturbads. Allein könne die Kommune nur schwer ein solches Projekt umsetzen, doch es gibt finanzielle Unterstützung.

Buchbach/Kraiburg – Hoch erfreut hat Kraiburgs Bürgermeister Dr. Herbert Heiml bei einer kleinen Feierstunde mit zwei weiteren Projektträgern im Buchbacher Rathaus den Leader-Förderbescheid über 200 000 Euro für den Bau eines Naturbades in Kraiburg von Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser, Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang, Vorsitzender der LAG Mühldorfer Netz, und Sascha Schnürer, LAG-Manager Mühldorfer Netz, entgegengenommen.

Kosten liegen bei knapp einer Million

Damit will der Markt Kraiburg auf dem alten Schwimmbad-Areal einen neuen Naturbadeteich erstellen. Das Projekt teilt sich auf in die Errichtung eines Naturbadeteiches in der Größe von etwa 50 Meter mal 20 Meter, die Errichtung eines Regenerations- und Filterteichs in der Größe von etwa 275 Quadratmeter, einem Bachlauf mit 30 Meter Länge, einem Kneipp-Tretbecken, einer Filteranlage, Planschbecken und Holzdecks mit Steg am Naturbad mit etwa 160 Quadratmeter. Die geplanten Kosten liegen bei 1 015 114,57 Euro.

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Der Markt Kraiburg verfügt bereits seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts über Badegelegenheiten am Inn. Mitte der 1960er Jahre wurde nahe am Inn ein Freibad errichtet. Die Reinigung erfolgte mittels Filterung und Chlorierung. Aufgrund der Auflagen des Gesundheitsamtes musste das Bad aber 2015 geschlossen werden. Mehrere Untersuchungen und Kostenschätzungen durch Ingenieurbüros, die sich im Bereich von 1,5 bis 2 Millionen Euro bewegten, rückten den Gedanken an die Errichtung eines Naturbades nahe. Nach mehreren Besichtigungen von Naturbädern fiel die Entscheidung letztendlich für ein Naturbad. Dabei überzeugte insbesondere die Technik in diesem Bereich.

Mehrere Ziele werden verfolgt

Der Bau des Naturbads verfolgt mehrere Ziele: Ganz oben stehen ein generationenübergreifender Treffpunkt und eine verbesserte Daseinsvorsorge-Struktur. Außerdem geht es darum, ein Erlebnisangebot zu schaffen, das Inntal aufzuwerten, ein naturnahes Erlebnisangebots zu schaffen, den Inn-Radweg und die touristischen Aktivitäten aufzuwerten. Nicht zuletzt auch darum, dass die Schwimmfertigkeiten der Kinder in der Marktgemeinde verbessert werden.

Thomas Einwang, Vorstand vom Mühldorfer Netz, erinnerte an die Anfänge der Leader-Förderung und des Mühldorfer Netzes, wo der Leitsatz „Gut Leben im Landkreis Mühldorf, Heimat, Geborgenheit, Zusammenhalt, Barrierefreiheit“ für die Leader-Förderperiode 2014 bis 2020 ausgegeben wurde.

Restmittel sind noch verfügbar

Sebastian Wittmoser vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, kündigte für den Rest der Förderperiode ein kleines Windhundverfahren für die Restmittel an. Das bedeutet, dass diejenigen, die noch Anträge stellen, zum Zuge kommen könnten.

Er sei überzeugt, dass es im Landkreis noch genügend Projekte gebe, ob bei Kommunen, Stiftungen und Vereinen, auch Privatpersonen. Die bislang unterstützten Projekte dienen nicht nur den Projektträgern, sondern dienen in erster Linie der Bevölkerung, aber auch dem wachsenden Tourismus im Landkreis.

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Bürgermeister Dr. Herbert Heiml, dankte allen, die an der Betreuung und Bearbeitung der Projekte bis hin zum Zuwendungsbescheid, beteiligt waren.

„Alleine hätte dies eine Kommune, die nicht so gut ausgestattet ist, umsetzen können“, sagte Heiml.

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