Aktivisten gegen Wildtierhaltung im Zirkus

Auch der kleine Aaron will Unterhaltung „nur ohne Tiere!“. bac
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Auch der kleine Aaron will Unterhaltung „nur ohne Tiere!“. bac

Waldkraiburg – „Zirkus ja – aber bitte ohne Tiere!“ – so lautete die Aufforderung bei einer Demonstration auf dem Waldkraiburger Volksfestgelände vor dem Platz, wo an einigen Tagen Vorstellungen des Circus Louis Knie stattgefunden haben. Organisator dieser Demo, an der sich rund 30 Personen beteiligten, waren die „Ani mals United“, Aktions-Gruppe Chiemgau.

Der Zirkus sorgte vor einigen Wochen für Schlagzeilen, weil das Veterinäramt in Plattling den Bären Ben beschlagnahmt hatte – wegen schlechter Haltung.

Auch einige Mitglieder und Führungskräfte des Waldkraiburger Tierschutzvereins hatten sich dieser Veranstaltung angeschlossen. „Wir haben ja nichts gegen Zirkusvorstellungen – aber Tiere sollen hier nicht mitwirken müssen! Schon allein die Anreise und das Herumkutschieren von einem Ort zum anderen ist nichts für Tiere. Unser Wunsch an die Kommunen ist, dass die Zirkus-Veranstalter nur die Erlaubnis für Aufführungen bekommen, wenn keine Tiere dabei sind! – Also Zirkus ohne Tiere!“, so lautete die Forderung etwa von Manuela Gyimes, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins und ihrer Stellvertreterin Felicitas von Roennebeck. Die „Animals United“wehren sich dagegen, dass auch noch im 21. Jahrhundert Tiere zur Belustigung des Menschen ausgebeutet werden. Dies ist gegeben bei Zirkus und Zoo über Aquarien, Ponykarussells, Pferderennen und TV-Shows hin zu Jagd, Sportangeln, Stierkampf und Rodeo. In allen möglichen Bereichen werden Tiere in Gefangenschaft gehalten und nicht selten unter Einsatz von beinharter Dressur und Gewalt zu oft abnormalem Verhalten gezwungen. Laut der Aktivisten verweigern immer mehr Menschen Veranstaltungen, die sich Tieren als Entertainer bedienen. Zu viele verteidigen den Missbrauch der Tiere jedoch mit Kunst, Kultur und Tradition. Dabei vergessen sie, dass sich der Mensch stets weiterentwickelt hat und es so wunderbare Alternativen gibt, wo keine Tiere benötigt werden. Eine lebenslange Inhaftierung, Leid und Tod sind niemals mit Vergnügen, Unterhaltung und Profit zu rechtfertigen. Das gilt für den Menschen wie für alle Tiere. Tiere sind Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, denen in Zirkus, Zoo & Co. „niemals auch nur annähernd nachgekommen werden kann“. Tiere sind weder Sportgeräte, noch Maschinen, keine Lachnummern oder Zielscheiben. Tiere lassen sich am besten in freier Wildbahn aus respektvoller Distanz bestaunen.

Verantwortliche des Circus Louis Knie waren an ihrem gestrigen Abreisetag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. bac

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