KEINE BAUGENEHMIGUNG

Achtfamilien-Haus auf kaum 1.000 Quadratmetern: Stadt Waldkraiburg sagt nein

Der Lageplan zeigt es auf: Im Vergleich zur Umgebung wäre auf dem fraglichen Grundstück ein deutlich größerer Anteil der Fläche (rot) überbaut.
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Der Lageplan zeigt es auf: Im Vergleich zur Umgebung wäre auf dem fraglichen Grundstück ein deutlich größerer Anteil der Fläche (rot) überbaut.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Ein Mehrfamilienwohnhaus mit acht Wohneinheiten und überdachten Stellplätzen will ein Bürger auf einem Grundstück in der Troppauer Straße errichten. Doch die Bauverwaltung sieht keine Chance, das Projekt in der geplanten Form zu genehmigen.

Waldkraiburg – Bauamtsleiter Carsten Schwunck brachte es auf den Punkt: „Das Bauvorhaben muss kleiner werden.“

Mit Interesse haben auch einige Nachbarn den Tagesordnungspunkt im Stadtentwicklungsausschuss verfolgt. Ein bestehendes Wohnhaus auf dem fast 1000 Quadratmeter großen Grundstück soll abgebrochen werden und durch das neue Achtfamilien-Wohnhaus ersetzt werden.

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Einen Bebauungsplan gibt es für dieses Gebiet nicht. Folglich ist das Vorhaben nur zulässig, wenn es sich nach Paragraf 34 Baugesetzbuch in die umliegende Bebauung einfügt. Als Vergleichsmaßstab ist laut Bauverwaltung das westliche Nachbargrundstück mit mehreren Mehrfamilienhäusern heranzuziehen.

Einstimmig abgelehnt

Was die Höhe und die Kubatur des Gebäudes angeht, sieht Bauabteilungsleiter Carsten Schwunck keinerlei Probleme. Doch die Fläche, die der Bauherr inklusive Stellplätzen und Zufahrten bebauen will, überschreite die zulässige Grundflächenzahl ganz erheblich. Schwunck: „Entweder wird das Vorhaben verkleinert oder wir müssten einen Bebauungsplan aufstellen.“

Ernst Schäffer (AfD) sieht größte Parkprobleme. „Da muss man ja rangieren.“

Der Stadtentwicklungsausschuss wies die formlose Bauanfrage aus den genannten Gründen einstimmig zurück.

Warum die Nachbarn nicht informiert?

SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Fischer wollte wissen, warum die Nachbarn nicht vorab von dem Vorhaben informiert worden seien. Dazu der Bauamtsleiter: Die Verwaltung rate jedem Bauherren, mit den Nachbarn frühzeitig in den Dialog zu treten. Es sei aber nicht Sache der Bauabteilung und personell auch gar nicht möglich, ihrerseits zu diesem Zeitpunkt die Nachbarn zu informieren. Das geschehe erst mit der Nachbarschaftsbeteiligung im weiteren Verfahren.

Im Übrigen habe der Ausschuss über Baurecht zu befinden, so Schwunck. Bei 90 Prozent aller Bauvorhaben habe ein Nachbar etwas dagegen. hg

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