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In tierischer Maskerade

Abgedreht! Waldkraiburger Filmemacher produziert Musikvideo mit DJ Raver Horse

  • VonSonja Hoffmann
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Zum neuen Song von DJ „Raver Horse“ hat Filmemacher Sebastian Harrer ein cooles Musikvideo in Waldkraiburg produziert. Das Projekt wurde zum Dreh mit Hindernissen, ist aber schon bei diversen Festivals vertreten

Waldkraiburg – Ein Restaurantbesuch wird zum abgefahrenen Rave: Die Kellnerin schlägt auf der Bar Rad, die Gäste in tierischer Maskerade tanzen ab zum Sound des DJs. Der arme Restaurantbesucher wähnt sich in einem Fiebertraum. Filmemacher Sebastian Harrer hat aus dem neuen Song von „Raver Horse“ ein cooles, lustiges, abgedrehtes Musikvideo gemacht.

Gruppenbild mit Pferd: Raver Horse in der Mitte, Regisseur Sebastian Harrer unten rechts, natürlich mit Maske. Filmhütte Medienproduktion

Ohne Gewalt, ohne Sex, ohne Schimpfwörter

Weil ihm das Musikvideo von Sebastian Harrer für Adams Apples „Zombie Nation“ gut gefallen hatte, beauftragte der DJ den Waldkraiburger, sein erstes Video zum Song „Bon Appétit“ zu drehen. Das sollte explizit jugendfrei sein, ohne Sex, ohne Gewalt, ohne Schimpfwörter.

Der Hauptdarsteller aus Zombie Nation, Mike Sobotka, spielt den Gast. Neben ihm und Raver Horse als Bartender spielt auch die Bedienung eine wichtige Rolle: Nina Frankordi, die zur Zirkusfamilie des „Zirkus Boldini“ gehört, war die perfekte Besetzung für die artistische Servicekraft. Der Zirkus war im letzten Jahr ohnehin kaum in der Lage, Vorstellungen zu geben.

Ein Dreh mit Hindernissen

Im Oktober 2020 stand der Dreh in Waldkraiburg an. Das Bistro Cult war dafür gebucht, alle standen bereit. Das Essen im Video kam von Marc Vermetten, der Kulturschuppen Mühldorf hatte Requisiten zur Verfügung gestellt, vom Theater in Wasserburg hatte man sich den Fat Suit geliehen. Produktionsleiter Lewis Horn, ein erfahrener Kollege aus der Branche, wollte die Räumlichkeiten vorbereiten, aber die Bürokratie machte dem Team einen Strich durch die Rechnung.

Nina Frankordi (links), erfahrene Artistin vom Zirkus Boldini, konnte die artistischen und schauspielerischen Anforderungen perfekt erfüllen. Sie hat früher schon Theater gespielt.

Bis spät in die Nacht gedreht

Kurzerhand wurde umdisponiert: Das Team zog ins Cinewood um, wo Alexander Krieger die E-Lounge-Bar betreibt. Um die so herzurichten, dass sie ins Konzept passt, musste einiges umgebaut werden. „Wir haben bis spät in die Nacht gearbeitet, mussten Tische und Bänke abschrauben und andere heranschaffen. Auch Thomas Rahnert (Betreiber des Cinewood; Anm. d. Red.) hat uns geholfen, wo es ging“, erzählt Sebastian Harrer. „Am schönsten war es, zu sehen, wie alle an einem Strang ziehen. Ohne die große Solidarität hätte das nicht geklappt.“

Das Bürgertelefon des Landratsamtes hat geholfen

„Am Ende des Tages war das sogar eine glückliche Fügung“, meint Lewis Horn. „Dort hatten wir alles unter einem Dach und die Location passte ohnehin viel besser.“

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Fast hätte Corona ihnen dann doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn just an diesem Tag traten neue Bestimmungen in Kraft, die Versammlungen von mehr als 25 Personen drinnen verboten. „Das mit den Behörden abzuklären, war etwas schwierig, weil wir Freitagnachmittag niemanden aus der Verwaltung mehr erreichten“, erzählt Horn. Erst das Bürgertelefon des Landkreises habe weiter geholfen. „Sie haben uns versichert, dass das in Ordnung ist, wenn es um einen beruflichen Dreh geht.“

Über Skype mit Cuttern gearbeitet

Mit einem Hygienekonzept inklusive Tests und Masken ging man ohnehin auf Nummer sicher. Die sah man unter den Tiermasken ja nicht.

Zwei Nächte dauerte der Dreh, dann waren die Aufnahmen im Kasten. Das Schneiden des Materials erwies sich noch einmal als Herausforderung, denn teilweise musste der Schnitt Remote gemacht werden. Wo der Regisseur sonst den Cuttern direkt über die Schulter schauen kann, fand hier der Großteil der anfänglichen Arbeiten über Skype statt. Das kostete in der Postproduktion zusätzliche Zeit.

Erste Festivalpreise gewonnen

Als das Musikvideo rauskam, gab es sofort positive Resonanz. Harrer hat es mittlerweile bei verschiedenen Filmfestivals eingereicht und bereits ein Duzend Zusagen erhalten. Erste Preise hat das Werk in seiner Festivalversion auch schon gewonnen.

Die Masken für diese Show kommen zum Teil aus der Werkstatt von Alexandra Brandner aus Mühldorf. 

„Ich bin immer noch überwältigt, wie offen und solidarisch alle waren. Schlussendlich war es eine gelungene Geschichte“, resümiert Harrer und freut sich, wenigstens ein bisschen Abwechslung in diesen Zeiten an die Menschen bringen zu können.

Pferdemaske aus der Werkstatt Brandner

Sebastian Harrers Kontakt zu „Raver Horse“ kam über gemeinsame Freunde und nicht zuletzt über die ProSieben-Erfolgsshow „The Masked Singer“ zustande.

Die Masken für diese Show kommen zum Teil aus der Werkstatt von Alexandra Brandner aus Mühldorf. Dort hat nun auch DJ „Raver Horse“ seine Maske von Mitarbeiterin Marianne Meinl anfertigen lassen. Die Pferdemaske, die der Musiker immer trägt, ist sein spezielles Markenzeichen. Sie musste aus diesem Grund auch besonders gut, angenehm zu tragen und vor allem luftdurchlässig sein. sub

Rubriklistenbild: © Filmhütte Medienproduktion

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