„Abendglocken“ in der Marktpfarrkirche: Donkosaken begeistern

Die Donkosakensangen in der Kraiburger Marktkirche. Rath

Die Donkosaken von Maxim Kowalew, ein Chor aus Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, ist derzeit auf Deutschlandtournee und machte auch Station in der Kraiburger Marktpfarrkirche.

Kraiburg – Die Donkosaken von Maxim Kowalew, ein Chor aus Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, ist derzeit auf Deutschlandtournee und machte auch Station in der Kraiburger Marktpfarrkirche.

Die Kosaken, ursprünglich Nomaden, lebten seit dem 15. Jahrhundert im Süden Russlands und waren militärisch organisierte Reitergruppen, die das Land gegen Tataren oder Türken verteidigten. Sie sind berühmt für ihre Chöre. Die Donkosaken lebten im Gebiet des Flusses Don.

200 Gäste staunten ob der geringen Anzahl der Chormitglieder, sieben waren es an der Zahl, der Dirigent Kiryl Padolski mitgerechnet. In schwarze Uniformen gekleidet – legte der Chor fulminant los. „Skinie“, ein alter Kirchengesang bildete den Auftakt, mit „Lobet den Namen des Herren“ und einer „Klosterlegende“ ging es weiter.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die erste Hälfte des Konzertes war von sakralen Weisen geprägt, „Ich bete an die Macht der Liebe“ erntete wie alle Darbietungen lang anhaltenden Applaus. Der Chor benötigte im Übrigen nicht die sonst bei Konzerten überreichlich eingesetzte Technik von Mikrofonen und Verstärkern, einziger „Verstärker“ war das Akkordeon, das die Sänger gekonnt begleitete.

Einen Höhepunkt stellte das Ave Maria von Johann Sebastian Bach dar. Dieses einfühlsame Lied, üblicherweise von einer Frauenstimme intoniert, überzeugte auch mit Männerstimmen. Überhaupt entfaltete das Ensemble eine gelungene klangliche Mischung, die drei Stimmlagen Bass, Bariton und Tenor ergänzten sich glänzend.

Lesen Sie auch:Der Mann am Rohr: Kraiburger Günter Korn moderiert seit 40 Jahren Sandbahnrennen

Es folgte „Suliko“ , ein Volkslied aus Georgien, das Wort bedeutet Seele. Zum Ende des ersten Teils bot der Tenor Alexander Lushcyk die „Abendglocken“ dar, eine auch in Deutschland bekannte Weise.

Im zweiten Teil dominierten russische Volksweisen. So wurde der „Heilige Baikalsee“ besungen, der tiefste und älteste Süßwassersee der Erde in Sibirien. Lieder aus Russland, der Ukraine und aus Georgien folgten. Einen Glanzpunkt des Konzerts bildete das „Wolgalied“, vielen Zuhörern aus dem „Zarewitsch“ von Franz Lehar bekannt. Hier zeigte der Tenor Andrej Voranov ein beachtliches stimmliches Volumen, der Chor unterstützte ihn beim Refrain. Das Konzert näherte sich dem Ende, „Stenka Rasin“ und „Kalinka“ bildeten den Schluss. Als Zugabe gab es „Katjuscha“ dann marschierte der Chor aus. hra

Kommentare