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LANDGERICHT TRAUNSTEIN

118.000 Euro ergaunert: Vater und Sohn aus Waldkraiburg wegen Bandenbetrugs vor Gericht

Mit Betrügereien über das Internet und gefälschten Telefonverträgen sollen zwei Männer einen Schaden von rund 118000 Euro angerichtet haben.
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Mit Betrügereien über das Internet und gefälschten Telefonverträgen sollen zwei Männer einen Schaden von rund 118000 Euro angerichtet haben.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Mittels gefälschter Telefonverträge und „Bankdrops“ haben sich Sohn und Vater aus Waldkraiburg in 44 Fällen Geld in Höhe von rund 118.000 Euro ergaunert. Zum Prozessbeginn vor dem Landgericht Traunstein haben die beiden sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Traunstein/Waldkraiburg– Einem angeklagten Betrugsschaden über das Internet von mehr als 118.000 Euro gilt ein gestern gestarteter Prozess gegen einen 33-Jährigen und seinen 62 Jahre alten Vater, beide aus Waldkraiburg. Vor der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Richterin Christina Braune äußerten sich die Angeklagten gestern noch nicht zu den Vorwürfen und ihrem bisherigen Leben.

44-fachen Bandenbetrug und weitere Delikte, teils mit Mittätern begangen, legt Staatsanwalt Thomas Peter Sohn und Vater zur Last. Die beiden sollen daran beteiligt gewesen sein, mit fremden Daten Telefonverträge abzuschließen, bei denen die erschlichenen Handys weiter vertickt wurden. Der 33-Jährige soll für die übrigen Anklagekomplexe allein oder zusammen mit weiteren Tatverdächtigen verantwortlich gewesen sein.

Bezahlt, aber Ware nie erhalten

Viele Opfer sollen mittels „Bankdrops“ beziehungsweise kriminell erlangten Konten Vorauszahlungen für Ebay-Artikel geleistet, die Ware aber nie erhalten haben. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionierten laut Anklage „Fakeshops“ – mit scheinbar günstigen Preisen für Markenartikel, die nie geliefert wurden.

Die Siebte Strafkammer, Staatsanwalt Thomas Peter, die Anwälte Harald Baumgärtl aus Rosenheim und Dr. Adam Ahmed aus München für den 33-Jährigen sowie Verteidiger Benedikt Stehle aus München für den 62-jährigen Vater führten nach Verlesung der Anklage, die 45 Minuten dauerte, ein langes Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen. Danach gab Vorsitzende Richterin Christina Braune die Haltung der Anwälte des „Juniors“ bekannt.

Einige Opfer bereits entschädigt

Für eine Reihe von Taten sei schon ein Täter-Opfer-Ausgleich begonnen worden. 66 Geschädigte seien angeschrieben worden, ein erheblicher Teil habe geantwortet. Bislang seien bereits einige Opfer entschädigt worden. Das Geld für weitere Geschädigte in Höhe von insgesamt knapp 52.000 Euro stehe zur Verfügung.

Die Verteidiger des 33-Jährigen führten weiter an, ihr Mandant sei bei den Taten medikamentenabhängig gewesen oder habe zumindest Medikamentenmissbrauch betrieben – mit der Folge einer „Wesensveränderung, die die Taten begünstigt haben dürfte“, auch wenn die Schuldfähigkeit wohl nicht beeinträchtigt war.

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Für den 62-Jährigen erklärte dessen Verteidiger, alle Einnahmen des Vaters seien für Ausgaben des Sohnes verwendet worden. Die Vorsitzende Richterin erläuterte die Vorstellungen des Staatsanwalts und der Anwälte zu den Strafspannen. Der Vorschlag des Gerichts, jeweils gebunden an ein Geständnis und bei dem 33-Jährigen auch an die vollständige Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs, lag beim Sohn zwischen drei Jahren neun Monaten und maximal vier Jahren vier Monaten Haft. Die Strafe für den 62-Jährigen bewegt sich zwischen 17 und 22 Monaten, jeweils mit Bewährung.

Ungewöhnlich war, wie das Verfahren ins Rollen kam. Ein Polizeibeamter aus Norddeutschland schilderte eine Zufallsverkehrskontrolle. Man habe jemand aus der Tuning-Szene angehalten, weil dessen Fahrzeug ein defektes Rücklicht gehabt habe. Der Fahrer habe scheinbar unter Drogen gestanden und von Medikamenten gegen ADHS erzählt.

Anleitungen für Betrügereien

Im Inneren des Autos seien relativ viele Pappkartons mit unterschiedlichen Adressen gelegen. Dazu der Zeuge: „Das kam uns komisch vor. Auf dem Beifahrersitz lag ein Rucksack mit einer ganzen Menge iPhones. Außerdem haben wir eine lose Blatt-Sammlung gefunden mit Anleitungen, wie man Betrügereien durchführt.“

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Das Verfahren geht am Montag, 29. März, um 9.15 Uhr weiter. Nach gestrigem Stand werden wohl nicht alle 14 Termine erforderlich sein.

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