Waldkraiburg: Viehvermarktungsgenossenschaft bleibt in der Erfolgsspur

Das neue Aufsichtsratsmitglied Martin Höher mit den wiedergewählten Kollegen (von links) Georg Kirmayr, Lorenz Baisl, dem Vorstandsvorsitzenden Hubert Mayer (vorne), Andreas Hutter, Hubert Klinkert, Geschäftsführer Sebastian Brandmaier und Vorstandsmitglied Christoph Schön.
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Das neue Aufsichtsratsmitglied Martin Höher mit den wiedergewählten Kollegen (von links) Georg Kirmayr, Lorenz Baisl, dem Vorstandsvorsitzenden Hubert Mayer (vorne), Andreas Hutter, Hubert Klinkert, Geschäftsführer Sebastian Brandmaier und Vorstandsmitglied Christoph Schön.

Rund 50 der 15200 Mitglieder der Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG) Oberbayern-Schwaben nahmen an der Vertreterversammlung teil. Dort wurden der Vorsitzende Hubert Mayer und Vorstandsmitglied Christoph Schön in ihren Ämtern bestätigt.

von Peter Becker

Waldkraiburg – Rund 50 der 15 200 Mitglieder der Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG) Oberbayern-Schwaben nahmen an der Vertreterversammlung teil. Dort wurden der Vorsitzende Hubert Mayer und Vorstandsmitglied Christoph Schön in ihren Ämtern bestätigt. Auch die Aufsichtsratsmitglieder Lorenz Baisl, Andreas Hutter, Georg Kirmayr und Hubert Klenkert wurden wiedergewählt. Martin Höher aus Baumberg ist neues Aufsichtsratmitglied.

Übernahme bringt deutliches Umsatzplus

Nicht erst seit der Fusion mit der fränkischen Viehvermarktungsgenossenschaft im Januar 2019 gehört die Genossenschaft mit Sitz in Waldkraiburg zu den größten in Deutschland. „Bei den Rindern sind wir der größte genossenschaftliche Vermarkter und auch bei den Schweinen kommen wir auf Platz vier oder fünf“, erklärte Mayer. Durch die Übernahme konnte der Umsatz um fast 25 Millionen Euro gesteigert werden. Er betrug 2019 297 Millionen Euro.

Mit mehr als 133 Millionen Euro stellen die 107 000 geschlachteten Rinder dabei den größten Posten, während für die 495 627 geschlachteten Schweine nur 82,4 Millionen Euro erzielt wurden. Die 82 229 gehandelten Nutztiere hatten einen Gesamtwert von 38,2 Millionen Euro.

Weil die fränkische Genossenschaft im Gesamten übernommen wurde, sank jedoch der Gewinn im vergangenen Jahr von 1,1 Millionen Euro auf rund 573 000 Euro. Die Mitglieder beschlossen einstimmig, den Betrag den Rücklagen zuzuführen, ebenso die rund 93 000 Euro, die die fränkische Genossenschaft in das Unternehmen eingebracht hat. Die Rücklage verbucht nun 17 Millionen Euro.

Im Jahresverlauf kamen insgesamt rund 150 Mitglieder dazu. Besonders stolz sind die Waldkraiburger darauf, dass es in Niederbayern inzwischen mehr als 1600 Genossen gibt, sogar in Österreich gibt es zwei.

Als vorübergehenden Wachstumsmarkt wies Dr. Christian Mailänder, Bereichsleiter für die Ferkelvermarktung in Waldkraiburg, auf China hin. Dort wütet momentan die afrikanische Schweinepest, die die dortigen Bestände auf ein historisches Minimum reduziert hat. „Wir erwarten, dass China frühestens 2026 wieder selbst die Mengen wie vor der Pest erzeugen kann“, erläuterte Mailänder. Der Export nach China ist im vergangenen Jahr um 75 Prozent gewachsen.

Sebastian Brandmaier malt aus Sicht der Viehvermarkter indes ein düsteres Bild: „Ich fürchte, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren die Nachfrage nach unserem Qualitäts-Rindfleisch um ein weiteres Drittel zurückgehen wird“, sagte der Geschäftsführer der Viehvermarktungsgenossenschaft. Während der Pro-Kopf-Verbrauch an Rindfleisch sich kaum verändere, hat sich die Zahl der in Deutschland gezüchteten Rinder in den vergangenen 40 Jahren halbiert. „Billiges Importfleisch aus Ländern, in denen es keine Qualitätsstandards oder Haltungsvorschriften gibt, wird leider bevorzugt“, erklärte Brandmaier. pbj

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