Vorgabe liegt bei 100000 Kilometer – Radler treten zum Stadtradln im Landkreis Mühldorf an

von links Max Heimerl und Robert Pötzsch, dahinter Ilse Preisinger-Sontag Fotos Petzi
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von links Max Heimerl und Robert Pötzsch, dahinter Ilse Preisinger-Sontag Fotos Petzi

400 wollen mitmachen: Obwohl sich bislang weniger Menschen als im vergangenen Jahr zum Stadtradln im Landkreis Mühldorf angemeldet haben, hofft Landrat Maximilian Heimerl auf einen neuen Kilometer-Rekord. Die Städte befeuern den Klimaschutz- und Gesundheitswettbewerb und loben Preise aus.

von Nicole Petzi

Mühldorf/Waldkraiburg – 400 Teilnehmer sind zum Stadtradeln 2020 angemeldet, ein erstaunlicher Zuspruch, wie Landrat Maximilian bei der Auftaktveranstaltung im Waldkraiburger Stadtpark. Dorthin war – coronabedingt – nur eine kleine Zahl von Teilnehmern gekommen. Zum fünften Mal nehmen Kommunen im Landkreis an der Aktion des Klima-Bündnisses teil.

Bislang weniger Teilnehmer als 2019

Heimerl wies darauf hin, dass sich neben den gemeldeten Teilnehmern in den nächsten Tagen weiter Teilnehmer anmelden könnten. Den die Zahl vom Vorjahr ist noch lange nicht erreicht. Laut Projektkoordinatorin Julia Hirschberger. Waren es 586 Radler in 44 Teams. Heuer fahren Radler aus Mühldorf, Waldkraiburg und Haag um die Städtewertung. Entsprechen waren deren Vertreter mit am Start: Bürgermeister und Hausherr Robert Pötzsch, Mühldorfs Zweite Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag und die Haager Bürgermeisterin Sissi Schätz, alle sportlich adrett gekleidet mit ihren Drahteseln.

Konkurrenz zwischen den Städten und Gemeinden

Und ja: Es gehe nicht nur um Klimaschutz und CO2-Ersparnis, sondern auch um knallharte Konkurrenz! Waldkraiburg hat mit seinen rund 54 000 Kilometern im vergangenen Jahr eine Spitzenposition zu verteidigen und lobt daher gleich drei Preise für die sportlichsten Teilnehmer aus; der Markt Haag möchte die eigenen Bürger zu Höchstleistungen locken, indem er den drei Besten jeweils einen Tag lang das neue E-Fahrzeug aus dem ‚Mühldorf Mobil‘ Car-Sharing-Projekt zur Verfügung stellt. Verwaltungsmitarbeiter bekommen darüber hinaus eine Zeitgutschrift.

Zweimal rund um die Erde

Konkurrenz befeuert eben. Und so steckt sich auch Ilse Preisinger-Sontag hohe Ziele: Haben 2019 alle Teilnehmer insgesamt mehr als zweimal die Erde umrundet und dabei 14 Tonnen CO2 eingespart, so seien doch 2020 vier Umrundungen drin! Ob sie sich selbst auch gern mal aufs Rad schwingt? „Radfahren ist doch die schönste Freizeitbeschäftigung. Aber ich komme nicht mehr sehr oft dazu!“

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Das soll sich in den nächsten drei Wochen ändern. Denn den für sie unerklärlichen Leistungsabfall der vergangenen Jahren möchte sie heuer vermeiden. Radlfahren – das solle doch in erster Linie Spaß machen.

Darum gehe es auch: die Menschen nicht nur für das Klima und die Umwelt zu sensibilisieren, sondern auch zur Bewegung zu motivieren. Ausreden gebe es keine, sagte Heimerl mit einem Lächeln, währenddessen er sich auf das offizielle Fahrrad des Landkreises schwingt. Und das hat einen E-Antrieb.

Das sagen die Teilnehmer

Martin Kleinle, Bauamt der Gemeinde Haag ‚Radlpate‘„Ich radle jeden Tag rund 15 Kilometer zur Arbeit und wieder nach Hause; früher waren es sogar 25 Kilometer. Erstaunlicherweise nehme ich heuer zum ersten Mal am Stadtradeln teil. Radfahren möchte ich nicht mehr missen. In unserer technisierten Welt kommt doch das Gespür für Bewegung in der Natur zu kurz. Frische Luft, Sonne oder Regen – das tut uns allen doch gut!“

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Fred Schelp, Umweltpädagoge, Abteilung Kultur der Stadt Waldkraiburg

„Ich nutze ohnehin überwiegend Rad oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Bei dieser Aktion möchte ich ganz ohne Auto auskommen. Mindestens 300 Kilometer habe ich mir vorgenommen. Luft nach oben bleibt. Dazu kommt, dass ich den Kindern und Jugendlichen ein Vorbild geben möchte. Die werden heutzutage motorisch nicht genug gefordert. Das sollte sich wieder ändern!“

Christoph Mayerhofer,, Energiemanagement, Landratsamt Mühldorf

„Stadtradeln ist eine super Gelegenheit, das Rad in den Alltag zu integrieren und das Thema mehr ins Bewusstsein zu rücken. Ich radle sowieso gerne, versuche aber bei der Aktion das Auto noch öfter mal stehen zu lassen. Zweimal pro Woche mit dem Rad zur Arbeit und eine ausgedehnte Tour am Wochenende müssten schon drin sein!“

So können Interessierte teilnehmen

Teilnehmen können alle, die im Landkreis Mühldorf wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen.

Die Anmeldung ist bis zum letzten Tag der Aktion am 6. Oktober 2020 über die Internetseite möglich.

Alle Teilnehmer können im Rahmen mit der App „Radar“ störende Stellen im Radwegeverlauf melden und helfen, die Infrastruktur zu verbessern. Das geht ganz einfach, in dem sie einen PIN auf Straßenkarte im „Radar“ setzen.

www.stadtradeln.de

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