Von Powerfrauen und Pfundskerlen – Hans Gärtner stellt 50 Heilige vor

Hat seine alte Liebe zu den Heiligen in ein kleines Buch gefasst: Professor Hans Gärtner.
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Hat seine alte Liebe zu den Heiligen in ein kleines Buch gefasst: Professor Hans Gärtner.

Nach seiner kürzlich erschienenen literarischen Hommage an die Katzenwelt nimmt Hans Gärtner nun 50 Schutzpatrone samt Attributen ins Visier: „Radl, Hackl, Turm und Wurm“, ist das neue Werk des Pollingers überschrieben.

Mühldorf/Polling – Seit seiner Kindheit als Ministrant in Altmühldorf hat er sich in Begeisterung für die Darstellungen der Schutzheiligen mit deren Attributen beschäftigt. Nun kommt Hans Gärtner endlich mit einem kleinen Kompendium dazu im Privatverlag heraus: Unter dem eingängigen Titel „Radl, Hackl, Turm und Wurm“ lässt der emeritierte Professor eine Auswahl von 50 Schutzpatronen zu Wort kommen und sie selbst von sich, „ihrem Leben und Sterben, ihren Stärken und Schwächen“ erzählen; darüber hinaus illustriert er die „Biogramme“ mit ikonografisch eingängigen Darstellungen – zumeist aus dem eigenen Foto-Archiv.

Hier sprechen die Heiligen selbst

„Mir war wichtig, dass die Heiligen nicht einfach beschrieben werden, wie es üblicherweise ist“, so Hans Gärtner. Dies sei doch viel authentischer. Abgesehen davon – wenn man die untere Hälfte der Buchseiten, wo der Name des Schutzpatrons steht, abdeckt, könne man erst einmal raten. „Ein Wer-bin-ich der Heiligen sozusagen!“

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Der pensionierte Pädagoge, der einen ausgeprägten Hang zum Rätselraten und Rätselschreiben hat, schmunzelt. Worum es ihm mit seinem handlichen Büchlein geht? Abgesehen davon, dass die Menschen wieder damit anfangen sollten, „Bilder zu lesen“, geht es ihm um – Vertrauen stärken. In unruhigen und verlogenen Zeiten wie diesen bieten doch die Schutzheiligen, zumal diejenigen, die in unserer Region, dem Voralpenland geerdet sind, eine Tür, an die man klopfen kann. In den Menschen das Bewusstsein dafür zu wecken, sich an „unwägbare Mächte“ wenden zu können, die einen im Hier und Jetzt „tragen“ können. Vertrauen eben.

Mit 18 eine Hunderschaft bekehrt

Und genau deshalb habe sich Hans Gärtner bei der Auswahl seiner Patrone aus einem riesigen Fundus genau für diejenigen entschieden, die hier ihre Wurzeln haben, die einen Bezug zur Alltagsreligion der Menschen haben, so wie zum Beispiel Nikolaus, Konrad, Notburga oder auch Wolfgang. Oder auch die „drei heiligen Madln“ mit dem Wurm von Margaretha, dem Turm von Barbara und dem Radl von Katharina.

Mit Mühldorf eng verbunden

Mit der Heiligen Katharina, die kaum 18jährig eine „halbe Hundertschaft heidnischer Gelehrter“ zur Bekehrung führte und dafür sterben musste, verbindet übrigens den Autor auch persönlich viel, ist doch das Buch seiner Tochter, die genau diesen Namen trägt, gewidmet. Auch die Wiedereröffnung der restaurierten Mühldorfer Katharinenkirche sei ein schöner Anlass, genauso wie das 40jährige Jubiläum der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der Hans Gärtner viele Jahre als Inhaber des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und -didaktik angehörte.

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Was weniger ein Anlass, mehr ein Zufall war: Die Tatsache, dass die aktuelle Pandemie den gleichen Namen trägt wie eine weitere illustre Schutzheilige: Die Heilige Corona – so sagt die Legende – musste übrigens ihre Treue zu Jesus mit einem grausamen Tod büßen. Die frühchristliche gekrönte „Powerfrau“ aus dem Orient soll zwischen die Stämme zweier Palmen gebunden und von ihnen mitten entzwei gerissen worden sein. „Märchen“ oder „erfundenen Wahrheiten“, wie sie Hans Gärtner nennt.

Zwölf Andachtsbildchen als Zugabe

Ein Teil der 50 behandelten Schutzpatrone ist Corona aber nicht. Viel wichtiger: Die Heilige Katharina, die Hans Gärtner obendrein noch mit einem Mäppchen samt zwölf Andachtsbildern würdigt.

Große Liebe zum heiligen Wiederfinder

Sein ganz persönlicher Lieblingsheiliger ist allerdings der Heilige Antonius von Padua. Der bringe „Verlorenes zum Vorschein“ – wichtig für einen Autoren, der doch immer einen „Korrektor“ benötige. Der „Tausendsassa“ unter den Schutzpatronen, das sei allerdings der Apostel Judas Thaddäus. Der helfe „für“ und „gegen“ alles, räumt Hans Gärtner verschmitzt ein. Den anzurufen, damit er beim Vater ein gutes Wort einlegt, kann also nicht schaden…

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Hans Gärtners „Radl, Hackl, Turm und Wurm“ ist für 7,90 Euro direkt beim Autor unter Email hansgaertner5@gemail.com, daneben im Katholischen Kreisbildungswerk Mühldorf und im Geschichtszentrum erhältlich. Das Mäppchen mit den Ansichtskarten unter dem Titel „Bildschön & Blitzgescheit“ gibt es für 4,90 Euro ebenfalls per Email und bei der Sparkasse am Katharinenplatz Mühldorf.

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