Von bescheuert bis cool – aber allen fehlten bei der Beschulung zu Hause die Freunde!

Hannah Spiller gibt zu: Dividieren mit sieben ist noch etwas schwierig.
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Hannah Spiller gibt zu: Dividieren mit sieben ist noch etwas schwierig.

Kinder berichten über ihre Homeschooling-Erfahrungen

Von Martina Fuhrmann

Erharting – So viel Normalität wie möglich – das wünschen sich nicht nur Eltern, sondern auch Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres. Der überwiegende Teil der Schüler nahm die zweiwöchige Maskenpflicht nach Beginn des neuen Schuljahres gelassen hin. Eine Rückkehr ins Homeschooling wegen Corona wünscht sich kaum jemand. Auch wenn die Schüler ganz gut damit zurecht gekommen sind. Kinder berichten über ihre Erfahrungen mit Homeschooling.

„Es ging ganz gut. Wir haben Aufgaben bekommen und mit den Lösungen konnten wir uns selber korrigieren und auch wiederholen, wenn man wollte. In Mathe haben wir sogar mit Zeitangaben gearbeitet. Aber es war nicht schlimm, wenn man länger gebraucht hat“, berichtet Johanna Bachmaier, 13 Jahre, aus Erharting, die die 6. Klasse der Hauptschule Mühldorf besucht.

Lehrerin war via E-Mail immer zu erreichen

Via E-Mail hätten die Kinder Zugriff auf ein Computerprogramm bekommen, das dann installiert worden sei. „Da hat mir die Mama geholfen. Danach haben wir täglich unsere Aufgaben bekommen.“ Damit sei sie ganz gut zurechtgekommen: „Ich habe eigentlich alles verstanden. Wir konnten auch jederzeit die Lehrerin über E-Mail fragen oder unsere Fragen in ein Merkheft schreiben.“

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Weniger Stress im Homeschooling als in der Schule

Wenn sie heute zurückdenkt, fällt ihr Urteil über das Homeschooling positiv aus: „Man hatte weniger Stress, das war schon gut. Außerdem konnte man sich die Aufgaben selber einteilen, wann man was machen wollte.“

Aber es gibt auch Schattenseiten des Homeschoolings, „dass man seine Freunde nicht sehen konnte. Wir haben uns aber über Videoanrufe gesprochen oder über Whats App.“ Dass sie mit Defiziten ins neue Schuljahr gehen könnte, glaubt sie nicht. „Außerdem erklärt die Lehrerin den Stoff, wenn man was nicht verstanden hat.“

Das Beste am Homeschooling: Man konnte am Morgen länger schlafen

Am besten habe ihr der Gruppenunterricht gefallen. „Man konnte sich zu Hause die Aufgaben selber einteilen und am Morgen länger schlafen und den neuen Stoff konnte man mit der Lehrerin gemeinsam lernen, wenn man wieder Unterricht hatte.“ Angst, sich jetzt, da wieder Präsenzunterricht stattfindet. mit Covid-19 anzustecken hat die Schülerin nicht. „Wir haben alle Schutzmasken getragen und man konnte auch die Hände desinfizieren.“

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„Viel zu viele Hausaufgaben!“

Jonas Rosenlehner(13 Jahre) aus Töging geht in die siebte Klasse der Montessorischule Neuötting. Seine Meinung zu Corona und Homescholling ist eindeutig: „Die Corona-Zeit war total bescheuert. Wir hatten viel zu viele Hausaufgaben auf. Ich konnte nur das Wichtigste machen.“ Er sagt, dass er es sehr anstrengend befunden, sich zu motivieren, doch natürlich habe er alle Aufgaben gewissenhaft erledigt. „Ich wollte ja keinen Ärger mit der Lehrerin.“

Regulärer Unterricht bevorzug, „weil ich meine Freudne sehen kann!“.

Als dann der Gruppenunterricht wieder begonnen hatte, überwog die Freude gegenüber der Angst, sich anzustecken.

Er zieht den regulären Unterricht dem Homeschooling vor: „Weil ich meine Freunde sehen kann und regelmäßig Pausen habe. Außerdem finde ich es besser, wenn die Lehrerin alles erklärt.“ Doch eines ist auch klar, und damit gehen wohl alle Schüler mit seiner Meinung konform: „Am allerbesten sind Ferien!“

„Es war mega cool. Total stressbefreit.“

Vincent Fuhrmann, zwölf Jahre, aus Erharting, geht an die Montessorischule Neuötting und zieht ein positives Fazit zum „Lernen dahoam“.

Wie hat Dir Homeschooling gefallen?

„Es war mega cool. Total stressbefreit.“

Hast Du es nicht anstrengend gefunden, Dir alles selbst beizubringen?

„Nein, überhaupt nicht. Ich habe alles so gemacht, wie ich es eben konnte.“

Hast Du dann jeden Tag Aufgaben gemacht?

„Eigentlich nur wenn ich Lust hatte.“

Hast Du Dich in der Schule unwohl gefühlt, als der Gruppenunterricht losging?

„Nein, gar nicht.“

Hast Du das Gefühl, Du bist gut auf nächstes Jahr vorbereitet?

„Ja, das denke ich. Kann sein, dass ich nächstes Jahr ein bisschen mehr lernen muss.“

Was gefiel Dir besser: Homeschooling oder der reguläre Unterricht?

„Homeschooling!“

Sind Dir die Freunde und die Lehrerinnen nicht abgegangen?

„Nicht so, wir hatten immer Kontakt über Videocalls oder über Whatsapp. Und jetzt sehen wir uns ja wieder!“

Die Freunde vermisst

Zwiegespalten ist Hannah Spiller (7), wenn sie über ihre Erfahrungen mit dem Unterricht vor dem Bildschirm zu Hause spricht. Die Mühldorferin besucht die zweite Klasse der Grundschule Mühldorf.

Wie hat Dir Homeschooling gefallen?

Zuerst hat es mir schon gefallen, aber dann nicht mehr. Dann war es langweilig. Ich habe meine Freunde und Lehrerin vermisst.

Wie ist bei Dir das Homeschooling gelaufen?

Wir haben täglich über E-Mail unsere Aufgaben bekommen. Und die habe ich dann ganz alleine gemacht.

Hast Du den neuen Stoff ganz alleine gelernt?

Mama hat mir schon das Neue erklärt, aber sie kann das nicht so gut wie meine Lehrerin.

Denkst Du, Du wirst im neuen Schuljahr irgendwas nicht können?

Eigentlich nicht, obwohl – das Geteilt-Rechnen mit sieben muss ich noch üben.

Hast Du Dich in der Schule unwohl gefühlt, als der Gruppenunterricht losging?

Nein, überhaupt nicht.

Was gefällt Dir besser: Homeschooling oder der reguläre Unterricht?

Der normale Unterricht, weil ich dann meine Freunde und meine Lehrerin wiedersehen kann.

Johanna Bachmaier vermisste beim Homeschooling ihre Freunde.
„Es war mega cool. Total stressbefreit!“, sagt Vincent Fuhrmann.

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