Zu viele Hebammen krank: Entbindungsstation im Mühldorfer Krankenhaus geschlossen

Babys werden inMühldorf in den kommenden Tagen nicht zur Welt kommen: Die Entbindungsstation des Krankenhauses ist geschlossen. dpa
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Babys werden in Mühldorf in den kommenden Tagen nicht zur Welt kommen: Die Entbindungsstation des Krankenhauses ist geschlossen. 

Weil die Hälfte der Hebammen am Mühldorfer Krankenhaus krank ist, können dort keine Kinder mehr zur Welt kommen. Seit Dienstag ist die Geburtshilfe geschlossen. Wie lange, ist offen. Für Schwangere gibt es Alternativen.

Mühldorf – Die Entbindungsstation im Mühldorfer Krankenhaus ist geschlossen. Das bestätigte Medizinvorstand Dr. Wolfgang Richter gestern auf Anfrage. Seit Dienstag können dort keine Kinder mehr zur Welt kommen, nur schon geplante Kaiserschnitte sind noch möglich.

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Als Grund nannte Richter die Erkrankung von drei Hebammen. „Dadurch ist keine kontinuierliche Versorgung durch Hebammen mehr möglich.“ Normalerweise arbeiten im Krankenhaus sechs Hebammen, mindestens zwei müssen immer im Dienst sein, eine davon in Bereitschaft, sagte Richter.

Drei von sechs sind krank

Bis zum Wochenende seien zwei Frauen krank gewesen, nachdem am Montag eine dritte dazu gekommen sei, habe sich die Klinik am Dienstag zur Schließung entschlossen. Schwangere, die in der Entbindungsstation angemeldet gewesen seien, habe die Klinik informiert.

„Wir haben zunächst versucht, die Situation zu heilen, auch mit Unterstützung der Hebammen aus Altötting“, sagte Richter. Es sei aber schnell klar geworden, dass das nicht funktioniert. „Jetzt mussten wir entscheiden, hopp oder topp“, die Folge ist die unbefristete Schließung.

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Um in Notfällen helfen zu können, stehe ein Frauenarzt zur Verfügung. Wie lange die Schließung dauern wird, ist laut Richter offen. Es werde an einem Konzept gearbeitet, um die Geburtshilfe dauerhaft wieder eröffnen zu können.

Bereits vor zwei Wochen gab es laut Richter am Wochenende einen Engpass, sodass die Entbindungsstation geschlossen worden sei. Grundsätzlich hält Richter die Versorgung mit sechs Hebammen aber für ausreichend. „Bisher war immer genug da.“

Hebammen arbeiten freiberuflich

Da die Hebammen freiberuflich arbeiteten, sei eine höhere Zahl von Kolleginnen für die Geburtshelferinnen wirtschaftlich nicht lukrativ.

Eine werdende Mutter hatte die Heimatzeitung über die Schließung informiert und gleichzeitig die Informationspolitik der Klinik kritisiert. Die Frauenarztpraxen hätten nichts gewusst, auch auf der Internetseite der Klinik habe es keinen Hinweis gegeben.

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Richter betonte dagegen, dass am Dienstag alle angemeldeten Frauen über die Schließung informiert worden seien. Gestern sei eine Meldung an die Frauenarztpraxen rausgegangen.

Schwangere können laut Richter die Entbindungsstation in Altötting oder anderen umliegenden Krankenhäusern nutzen.

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