Mit viel Liebe zum Detail

Mit gespannten Augen verfolgen die Kinder die Züge, die auf der Anlage des Töginger Modelleisenbahnclubs fahren.
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Mit gespannten Augen verfolgen die Kinder die Züge, die auf der Anlage des Töginger Modelleisenbahnclubs fahren.

Der Auftakt zur diesjährigen Ausstellung des Modelleisenbahnclubs Töging war am Sonntag. Geschäftiges Treiben im Maßstab 1:87 erwartete die Besucher an der Anlage. „Auch an den übrigen Januarsonntagen wird die Ausstellung immer von 10 bis 17 Uhr zu sehen sein“, erklärt der Vorsitzende Richard Werner stolz.

Töging – Passend zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls in diesem Jahr lautet das Motto der Themenausstellung „Der Bahnverkehr zwischen den Zonen“. Vereinsmitglied Michael Homeier hat viele Bilder und Informationen über den Zugverkehr zwischen den deutschen Teilstaaten zusammengestellt. So erfährt man von so unglaublichen Dingen wie Entgleisungsweichen, die während des Kalten Krieges auf den „Interzonenstrecken“ installiert worden waren, um DDR-Bürger von einer Flucht in den Westen aktiv zu hindern: erst nach Freigabe des Zuges durch die Kontrolleure entkoppelten die DDR-Grenzbeamten diese Vorrichtungen zur Zwangsentgleisung von den Schienen.

„Bahnverkehr zwischen den Zonen“

Sein Bruder Andreas Homeier sorgt in der Zwischenzeit dafür, dass auf dem etwa 30 Quadratmeter großen Ausstellungsteil der Töginger Modellanlage keine Züge entgleisen. „Seit 2016 haben wir die Anlage nach und nach digitalisiert“, erklärt der ältere der beiden modellbahnbegeisterten Brüder. Im Kommandostand, der in diesem Zuge unter der Anlage aufgebaut wurde, laufen auf einem Bildschirm alle Informationen über Bewegungen auf den Gleisen zusammen. Direkt daneben befindet sich mit etwa drei Metern Durchmesser ein sechsstöckiger Wendel, auf dem über 20 Züge geparkt werden können.

Diesen Teil haben die Töginger Modellbahner im Zuge des Umbaus bewusst hinter den Kulissen versteckt, um für mehr Abwechslung auf der Anlage zu sorgen. Von hier werden die Züge auf die drei großen Schienenstränge der Hauptanlage gefahren. Bei der Ausstellung können Groß und Klein aber auch diesen Blick hinter die Fassaden machen.

Viele Details aus der Region

Oben, in der Anlage, sieht man von den vielen Steuerplatinen und Kabeln nichts. Hier erweckt eine Panoramafotografie von Töging an der Wand heimische Gefühle. Mit viel Liebe zum Detail haben die 30 Vereinsmitglieder hier einem Personen- und Güterbahnhof Leben eingehaucht. Geschäftiges Treiben im Modellmaßstab 1:87, wie man es auf der Straße draußen auch jederzeit sehen könnte: Entladen werden die Güterzüge zum Beispiel auf Lastwagen der Firma Hinterberger. Links vom Bahnhof sieht man auf einer Anhöhe zwischen Bäumen ein Modell, das St. Nikolaus in Neuötting täuschend ähnlich sieht. Am Fuße des Hügels ein Volksfest mit motorisiertem Karussell und Fahrgeschäften.

Auf der anderen Seite einige Badende an einem Bach. Sogar eine kleine Schmalspurbahn findet man dort, genau wie von 1905 und 1930 eine Straßenbahn, die „Bockerlbahn“, die zwischen den Bahnhöfen Altötting und Neuötting (Eisenfelden) verkehrte.

Auch die siebenköpfige Jugendgruppe des Eisenbahnclubs wird schon an die vielfältigen Bastelaufgaben eines Modellbahners herangeführt. Für die Jüngeren heißt das erst einmal Berge und Landschaften modellieren und dekorieren. Mit den technischen Details haben sich schon die beiden ältesten der Jugendgruppe befasst.

Deswegen ist inzwischen auch die Jugendanlage digital steuerbar. Das heißt, dass jeder einzelne Zug eine eigene Nummer hat und somit einzeln angesteuert werden kann. Sogar die passenden Töne kann man für jedes einzelne Modell aus dem Internet herunterladen und aufspielen.

Zwar findet die Jahresausstellung des Modelleisenbahnclubs Töging noch an den beiden kommenden Sonntagen statt. Für Liebhaber von Dampflokomotiven sei aber der 27. Januar empfohlen: „Da bringen wir alle unsere historischen Modelle mit“, freut sich Schatzmeister Uwe Schulz.

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