Versammlung der KAB Ampfing: Allianz für den freien Sonntag

Der Sonntag soll auch weiterhin arbeitsfrei bleiben. Diese Meinung vertraten die Mitglieder einhellig bei der Versammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Ampfing. Das geplante Kippen der Ladenöffnungszeiten lehnen sie daher strikt ab.

Ampfing – Der Sonntag soll auch weiterhin arbeitsfrei bleiben. Diese Meinung vertraten die Mitglieder einhellig bei der Versammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Ampfing. Das geplante Kippen der Ladenöffnungszeiten lehnen sie daher strikt ab.

Was war los im vergangenen Jahr bei der KAB Ampfing? Bei der Versammlung war zu hören, dass an der KAB Messe auf der Kampenwand teilgenommen wurde, die anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Gipfelkreuz“ KAB stattfand. Außerdem wurden Mitglieder besucht, die runde Geburtstage feierten. Als nächstes werden Schriftführerin Gerlinde Aumann und Viktoria Aumann, Ansprechpartnerin der Diözese vor Ort für die KAB, die Veranstaltung zum Datenschutz im Landratsamt Mühldorf besuchen.

Im Kassenbericht gab Sepp Sperr an, dass die Kasse ein Minus von 18 Euro aufweist.

Zeit für die Familie und zum Auftanken

Der letzte Punkt der Tagesordnung galt der Sonntagsarbeit. Der Sonntag soll für die Familie da sein, waren sich die Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung Ampfing einig. Der Kampf um den arbeitsfreien Sonntag ist der KAB nicht neu. Bereits 2017 wurde eine Kampagne dazu gestartet. Das geplante Kippen der Ladenöffnungszeiten durch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lehnen sie strikt ab. Würde der Sonntag auch zum Arbeitstag, dann gebe es nur noch Werktage. „Wir brauchen die Zeit für die Familie, und jeder für sich selbst zum Auftanken. Geht dieser Tag verloren, bewegen wir uns nur noch wie in einem Hamsterrad. Nur ein arbeitsfreier Sonntag ist ein selbstbestimmter Sonntag“, lautete dazu die Meinung. Ganz wichtig, so Viktoria Aumann ist diese freie Zeit schon in den zehn Geboten fest verankert. Vorsitzender Sepp Sperr las dazu auch den Artikel 139 aus dem Grundgesetz vor, das diese freie Zeit bereits vor 100 Jahren festgelegt hat.

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Gerlinde Aumann sieht dieses Kippen auch als ein Zeichen, dass der Glaube immer weniger angenommen werde. Je weniger dieser vorhanden sei, umso mehr werde gearbeitet. „Was wird dann aus den Kindern, wenn die Eltern sonntags arbeiten gehen? Müssen dann Schule, Ämter oder andere Einrichtungen auch öffnen?“ Es gebe kein Privatleben mehr, auch die Kaufkraft werde durch die geplante Aufhebung nicht mehr. Sie verteile sich nur anders, so die einhellige Meinung.

Man müsse sich nicht alles aneignen, was anderswo wie etwa in Amerika Gang und gebe sei. Es gebe genug Gelegenheiten, von Montag bis Samstag alles zu erledigen. Bei manchen Berufen wie zum Beispiel in der Pflege gehe es nicht anders das diese am Sonntag auch Dienst, machen müssen.

Zum Abschluss der Diskussion war das Resümee der Anwesenden, dass dies immer wieder ein allumfassendes Thema sei, das alle betreffe und man sich weiterhin dafür einsetzten werde, dass der Sonntag arbeitsfrei bleibt.

Bei der Vorschau ging Sepp Sperr auf den Begegnungstag am 7. Oktober ein. Der Welttag für menschenwürdige Arbeit wird bereits seit zehn Jahren gefeiert und steht für die Herstellung menschenwürdiger Arbeit. Außerdem möchte die Ampfinger KAB wieder mehr Veranstaltungen auf gemeindlicher Basis vorantreiben. Die Mitglieder diskutierten zudem darüber, was mit dem Vereinsvermögen geschehen soll: Zu gegebener Zeit soll es für die Restaurierung der Fahne verwendet werden. stn

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