Vereine dürfen drinnen trainieren - Stadt Mühldorf stellt ihre Hallen wieder zur Verfügung

Stadt und TSV haben eine Übereinkunft getroffen, damit die Volleyballer in der Mittelschulturnhahttps://www.ovb-online.de/sport/regionalsport/coroanvirus-schuld-2020-sportvereine-eine-spielzeit-vergessen-13858333.htmllle trainieren können. Ob bei den Zweitligisten ab dem 19. September auch Zuschauer zugelassen werden, ist noch nicht sicher.
+
Stadt und TSV haben eine Übereinkunft getroffen, damit die Volleyballer in der Mittelschulturnhahttps://www.ovb-online.de/sport/regionalsport/coroanvirus-schuld-2020-sportvereine-eine-spielzeit-vergessen-13858333.htmllle trainieren können. Ob bei den Zweitligisten ab dem 19. September auch Zuschauer zugelassen werden, ist noch nicht sicher.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
    schließen
  • Josef Enzinger
    Josef Enzinger
    schließen

Seit Mitte März waren die städtischen Turnhallen in Mühldorf geschlossen, ab 21. September öffnen sie wieder. Auf diesen Tag freuen sich Hunderte Sportler. Allerdings war der Weg dort hin nicht einfach und des brauchte sogar ein wenig Druck auf die Stadtverwaltung.

Mühldorf – Mühldorf öffnet nach Monaten der Coronasperrung wieder seine Turnhallen für den Vereinssport, allerdings erst in gut einer Woche. Endlich, sagt Christine Wagner, zweite Vorsitzende des Post SV. „Wir warten händeringend darauf.“ Beim Post SV wollen nach ihren Angaben 20 Erwachsene, 50 Senioren und 60 Kinder auch im Herbst und Winter Sport treiben.

Im Sommer waren die Erwachsenen draußen, für Kinder gab es kein Angebot. Auch deshalb müsse der Zugang zu den Hallen schnell möglich werden. „Wir wissen aber noch nichts über Teilnehmerzahlen und Hygienekonzept der Stadt.“ Am 21. September sollen die Sportvereine bei einem Gespräch mit der Stadt erfahren, wie es konkret weiter geht.

Volleyballer übten Druck aus

Entscheidenden Einfluss hatte der TSV Mühldorf, der mit Blick auf den Beginn der Volleyball-Saison Druck ausübte. Für die Herren-Mannschaft, die voraussichtlich am 19. September in die Zweite Bundesliga startet, ist ein Hallenbetrieb laut Volleyball-Abteilungsleiter Stefan Bartsch unerlässlich. Doch man sei immer wieder vertröstet worden.

Lesen Sie auch: Grünes Licht für Vereinssport: Stadt Waldkraiburg gibt Hallen unter Auflagen wieder frei

Auch 27 Nachwuchsmannschaften, darunter Deutsche und Bayerische Meister, müssen sich auf die Punkterunde ab Oktober vorbereiten. „Wann sollten die denn dafür trainieren?“, regt sich Bartsch auf.

Auch TSV-Vorsitzender Schörghuber, der als CSU-Stadtrat Sportreferent ist, kritisierte die Verzögerung und suchte den Dialog mit dem Stadtbauamt. Binnen kürzester Zeit habe man in sehr kooperativer Zusammenarbeit ein Konzept entwickelt. „Alle anderen Abteilungen, wie Gymnastik und Leichathletik können noch draußen trainieren oder nutzen die vereinseigene Turnhalle.“ Für 250 Volleyballspieler braucht der Verein aber Stadt- und Landkreishallen.

Mühldorf orientiert sich am Konzept aus Waldkraiburg

Die Stadt begründet die vom TSV kritisierte Wartezeit mit den aufwendigen Vorarbeiten: „Es gab Klärungsbedarf hinsichtlich Gesundheitsschutz und Hygiene“, erklärte Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner. „Im Zusammenhang mit einer Pandemie fehlen uns Erfahrungswerte. Es gibt kein städtisches Gesundheitsamt. Wir sind hier auf Unterstützung angewiesen.“

Wesentlicher Klärungsbedarf habe im Bereich der Lüftungsanlagen und der Reinigungs- und Desinfektionskonzepte bei der Doppelnutzung von Schulen und Vereinen gegeben. „Dass es jetzt eine Lösung gibt, liegt daran, dass sich die Stadt Mühldorf an der Lösung aus Waldkraiburg orientieren konnte“, sagt Weichselgartner.

Stand der Dinge beim RSV Mößling und ESV Mühldorf

Auf das Ende der trainingslosen Zeit freut sich auch der RSV Mößling. Zweite Vorsitzende Brigitte Steininger hat ein eigenes Hygiene-Konzept erstellt, mit dem der Verein in den Sommermonaten in den leer stehenden Containern an der Grundschule Mößling Übungsstunden anbieten konnte. „Es hat einigermaßen funktioniert“, sagt Steininger, die sogar ihren Übungsleitern und Helfern Maskenpflicht verordnet hat. 280 Kinder und knapp 80 Erwachsene will der Verein in den kommenden Monaten in der Halle in Mößling betreuen.

Auch interessant: Coronavirus ist schuld: 2020 ist für alle Sportvereine eine Spielzeit zum Vergessen

Anders sieht die Situation beim ESV Mühldorf aus, der eine eigene Halle hat. Dort trainieren seit 1. September die Frauen der Damengymnastik, sagt Vorsitzender Hans Schaffer. „Es sind aber nur 15 Damen, das ist in der großen Halle kein Problem.“ Auch die Kegler dürfen wieder auf den ESV-Bahnen trainieren, eine Vermietung an andere gibt es nicht.

Hobbymannschaften brauchen noch Geduld

Schaffer sieht das Thema für seinen Verein derzeit als erledigt an. „Erst im November kommen die Fußballkinder oder Hobbymannschaften in die Halle.“ Da aber niemand sagen könne, welche Regeln dann gelten würden, gebe es noch keine Entscheidung darüber.

TSV will Hallenkoordination übernehmen

Der TSV Mühldorf hat sich dafür ausgesprochen, die Koordination der Hallenbelegung zu übernehmen. Er orientiert sich damit an der Situation in Waldkraiburg, wo das der größte Verein in der Stadt macht. „In Waldkraiburg steuert der VfL die Hallenbelegung. Dieses Konzept funktioniert gut.“ Es würde die Stadt und dessen Personal entlasten, „und wir müssen nicht als Bittsteller auftreten“, findet Schörghuber. Er spricht dabei auch aus eigener Erfahrung. Die Belegung der Tennishalle werde online verwaltet. „Und das klappt reibungslos!“

Die Stadt lehnt diesen Vorschlag mit Verweis auf die Corona-Pandemie ab. „Gerade in der jetzigen Zeit trägt die Stadt die Verantwortung. Es geht um die Gesundheit von Schülern und anderen Sportlern“, sagt Bürgermeister Michael Hetzl. Er erhofft sich durch die fortschreitende Digitalisierung eine Unterstützung bei der Hallenbelegung.

Zuschauer bei Spielen in der Halle?

Bei den Fußballern wird derzeit geprüft, ob zu den Spielen auch Zuschauer zugelassen werden können. Doch wie sieht es bei den hallensportarten aus? Dazu kann auch das Landratsamt Mühldorf nichts Konkretes sagen. Bislang lägen „keine weitergehenden Informationen mit Ausnahme der Ankündigungen des Ministerrates vor. Sofern diese – wie angekündigt – in der bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung umgesetzt werden, würden die identischen Regelungen analog Kulturveranstaltungen gelten.“

Nach Ansicht des Landratsamtes könnten dann in geschlossenen Räumen 200 Personen bei Sitzplatzzuweisung gestattet werden, „sofern der jeweilige Mindestabstand in der Sporthalle eingehalten werden kann“. Eine gesicherte Auskunft sei dies aber nicht, „wir müssen diese Fragen erst mit den beteiligten Ministerien erörtern“. Rechtssicherheit bestehe erst ab Bekanntmachung der Abänderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Kommentare