HOFFNUNG AUF DIE ZEIT NACH CORONA

Verein „Beim Obern“ will Wirtshaus am Buchbacher Marktplatz erhalten

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Das ehemalige Gasthaus zum Falken in Buchbach
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Gut sechs Monate hat das ehemalige Gasthaus zum Falken wieder geöffnet; zumindest theoretisch. In Zeiten von Corona muss der Gaststättenerhaltungsverein „Beim Obern“ das Gasthaus auch geschlossen halten. Doch der Verein lässt sich nicht unterkriegen. Derzeit organisiert er einen Straßenverkauf.

Buchbach – Gut sechs Monate hat das ehemalige Gasthaus zum Falken wieder geöffnet; zumindest theoretisch. In Zeiten von Corona muss der Gaststättenerhaltungsverein „Beim Obern“ das Gasthaus auch geschlossen halten. Doch der Verein, der erst im Juli 2020 gegründet wurde, um das historische Wirtshaus am Buchbacher Marktplatz zu erhalten, lässt sich nicht unterkriegen. Derzeit organisiert er, wie viele andere Gastronomen auch, einen Straßenverkauf, der „gut angenommen wird“, wie der Vereinsvorsitzende Hans Wagner sagt. Er freut sich überhaupt, dass sie „so viel positive Resonanz aus der Bevölkerung erfahren“.

Verein „Beim Obern“ soll Wirtshaus retten

Dabei war der Anlass für die Vereinsgründung alles andere als erfreulich. Sepp Apfelböck, Wirt des „Gasthaus zum Falken“, kündete Ende 2019 an, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weitermachen kann. Nachdem die Krieger und Reservistenkameradschaft kurzfristig bis März übernommen hatte, stand das Gasthaus dann ohne Perspektive da. Da war guter Rat teuer, denn es musste schnell eine Lösung gefunden werden, da das Gasthaus ein Anlaufpunkt für zahlreiche Vereine, Stammtische, Kartler oder Gruppen war, die sich dort zu einem gemütlichen Ratsch trafen.

Engagiertes Vorstandsteam gibt Gas

Unter zahlreichen Varianten kristallisierte sich relativ schnell heraus, dass ein Verein den Unterhalt des Wirtshauses sicherstellen könnte.

Im Juli war die Gründungsversammlung des Gaststättenerhaltungsvereins „Beim Obern“. Ziel war und ist es, das Wirtshaus am Marktplatz zu erhalten. Mit Hans Wagner, Rudi Büchler junior, Birgit Sammer, Daniela und Rudi Feckl wurde eine Vorstandsmannschaft gefunden, die zwar keine gastronomischen Erfahrungen hat, das aber mit Einsatz und Engagement wettmacht. Sie haben ein Ehepaar in ihren Reihen, das sich dem Küchen- und Eventmanagement mit Begeisterung annimmt.

Zudem kennen sich die meisten übers Musik spielen, sagt der stellvertretenden Vorsitzende Rudi Büchler junior.

Mittlerweile haben sie mit Johannes Holzner aus Velden auch einen Koch in ihren Reihen.

Verein hat mittlerweile rund 80 Mitglieder

Der Verein ist mittlerweile auf über 80 Mitglieder angewachsen und hatte bis zur Neueröffnung einiges an Arbeit vor sich: Da wurde das Gasthaus erst einmal von Grund auf gereinigt und gestrichen, Eckbänke bekamen einen neuen Bezug und die Küche wurde auf Vordermann gebracht.

Ein wesentlicher Mosaikstein waren die Finanzen. Schließlich brauchte der Verein Startkapital, um sich auf das Abenteuer Gastronomie überhaupt einzulassen. Neben zahlreichen privaten Unterstützern und Unternehmen steuert auch die Marktgemeinde Geld bei.

Keine Unterstützung vom Mühldorfer Netz

Eigentlich hatte der Verein „Beim Obern“ gehofft, auch vom Mühldorfer Netz Fördermittel aus dem LEADER-Programm zu bekommen. „Doch da sind wir auf die Nase gefallen, obwohl es viele Gespräche gegeben hat“, bedauert der Vorsitzende Hans Wagner. „Die haben uns ziemlich hängen lassen“, ergänzt sein Stellvertreter Rudi Büchler junior.

Zur Rettung des Gasthauses hatte der Verein „Beim Obern“ auf Fördermittel gehofft.

Ganz anders sehen das allerdings Bürgermeister Thomas Einwang, der zugleich Vorsitzender des Vereins „Mühldorfer Netz“ ist und Geschäftsführer Sascha Schnürer. „Wir hätten das Projekt sehr gerne gefördert“, versichern beide unisono. Allerdings habe der Verein die Förderkriterien nicht eingehalten. „Wenn wir dann staatliche Fördergelder ausgeschüttet hätten, hätten wir uns des Subventionsbetruges schuldig gemacht“, so Einwang.

Im Herbst lief der Betrieb ziemlich gut

So konnte der Verein im September starten und bis in den Oktober ist es „richtig gut gelaufen“, erinnert sich der Vorsitzende Hans Wagner. Das Wirtshaus war donnerstags und sonntags geöffnet und „wir hatten auch bereits Reservierungen für Vereinsveranstaltungen im Herbst“. Der Vereinsvorsitzende betont, dass sie bei den Öffnungszeiten so gut es ging darauf geachtet haben, dass sie „anderen Gastronomen nicht in die Quere kommen“. Zudem bemühen sie sich, für ihre Gerichte regional einzukaufen.

Doch der coronabedingte Lockdown schob dem Ganzen einen Riegel vor und das Wirtshaus musste wieder schließen. Aber man blieb in dieser Zeit nicht untätig. Dank der „tollen Unterstützung des Hausbesitzers konnten wir im November eine neue Heizung einbauen“. Überhaupt ist der Verein voll des Lobes für die Familie Hörmann, bei denen sie „stets auf offene Ohren gestoßen sind“, so Hans Wagner. Seit Dezember organisiert der Verein einen Straßenverkauf, mit dem er seine bereits getätigten und noch geplanten Investitionen decken kann.

Bereits viele Pläne für die Zeit nach Corona

„Wenn wir vom Wirtshaus leben müssten, hätten wir nicht lange überlebt“, sagt der Vorsitzende.

Alle warten darauf, dass sie das Lokal endlich wieder aufmachen dürfen. „Wir haben bereits viele Pläne für die Zeit nach Corona“, sagt Hans Wagner und sein Stellvertreter verrät, dass bereits Gespräche laufen, den Biergarten umzugestalten.

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