Verbundleitung versorgt Anwesen rund um Polling mit Wasser

Die blaue Linie zeigt die geplante Verbundleitung. Das ist allerdings nur eine der möglichen Trassenführungen. Sie kann sich noch ändern, je nachdem welche Haushalte auch tatsächlich anschließen werden. Gemeinde Polling

Wenn auch die Wasserversorgung der Gemeinde Polling auf sicheren Beinen stehe und es kein Mengenproblem gebe, so sei es doch eine einmalige Gelegenheit, eine Verbundleitung mit der Taufkirchner Gruppe ins Auge zu fassen, um Anwesen den Anschluss an die kommunale Wasserversorgung zu ermöglichen.

Polling – So lautete das Credo von Bürgermeister Lorenz Kronberger (UWG) auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. 13 von 16 in Frage kommenden Haushalten, die derzeit ihr Wasser aus den eigenen Brunnen beziehen, hätten auf einer Informationsveranstaltung bereits Interesse an einem Anschluss bekundet, die Gemeinde habe daraufhin die bereits vorhandenen Kostenschätzungen überprüft und angepasst, so der Bürgermeister.

Bautechniker Josef Ofner erläuterte anschließend die Kostensituation. Der Gesamtaufwand für die Verbundleitung belaufe sich etwa auf 800 000 Euro, die verbleibenden Kosten für die Anlieger lägen bei etwa 425 000 Euro, wobei hier die Fördermittel in vollem Umfang an die Anschließenden weitergegeben werde, wie Kronberger ergänzte.

Rund 35 000 Euro werden für Anschluss fällig

Bei 13 Anschlüssen liegen die Kosten, laut Ofners Berechnung, bei circa 35 000 Euro pro Anwesen. Auf die Frage von Gemeinderat Thomas Jobst (CSU), ob denn die Kosten bei mehr Anschließenden pro Haushalt geringer würden, folgte seitens Ofner ein klares „Ja“. Ein „Nein“ vom Bürgermeister gab es dagegen auf Alfred Wagners (CSU) Frage, ob denn die Interessenten schon über die Kosten informiert seien: „Diese Information habe ich selbst auch erst seit heute Vormittag, nachdem unser Bautechniker die Kostenschätzung noch einmal durchkalkuliert hat“, sagte Kronberger.

Nachbesserung von Brunnen nicht erlaubt

Wagner wollte weiterhin wissen, wie es sich mit den zu erwartenden Kosten für einen Anschluss im Vergleich zur Nachbesserung eines Brunnens verhalte. Dies sei so einfach nicht zu beantworten, weil ein Nachschlagen von Brunnen nicht mehr erlaubt sei. Man könne hier lediglich die Kosten für einen neuen Brunnen gegenüberstellen und diese lägen im Bereich von 22 000 bis 28 000 Euro, antwortete der Bürgermeister.

Gemeinderat Johann Steinberger (UWG) gab zudem zu bedenken, dass der Unterhalt des Brunnens, wie zum Beispiel die turnusmäßige Überprüfung der Wasserqualität, in der Verantwortung des Nutzers liege und weitere, nicht zu unterschätzende laufende Kosten verursache.

Ohne Fördermittel wird es noch teurer

Gemeinderat Robert Wimmer (FW) plädierte dafür, den betroffenen Haushalten den Anschluss nahezulegen, da es seiner Ansicht nach in Zukunft schwierig werde, noch einmal Fördermittel in dieser Höhe abgreifen zu können: „Ich kann mir vorstellen, dass es da in Zukunft gar nix mehr gibt und dann wird es so richtig teuer“, meinte Wimmer. Ebenfalls für eine Verbundleitung votierte Gemeinderat Stefan Mooshuber (CSU). Er sah darin nur Vorteile: „Es gibt der Gemeinde zusätzliche Versorgungssicherheit, es ist für die Anschließenden von Vorteil und es ist für Oberneukirchen gut, wenn auch wir den Verbund herstellen“. Für die anschlusswilligen Anlieger bedeutet dies, dass sie eine verbindliche Sondervereinbarung unterzeichnen müssen und analog der Vorgehensweise Oberneukirchens eine Vorauszahlung in Höhe von 50 Prozent leisten sowie eine Bankbürgschaft für die andere Hälfte erbringen müssen, alternativ den vollen Beitrag bezahlen können. Die Leistung muss vor Baubeginn erfolgen.

Dem Vorschlag von Willi Skudlik (FW), die Vorauszahlung bereits vor der Ausschreibung zu erheben, wurde nicht entsprochen.

Anschlusswillige Haushalte müssen Sondervereinbarung unterschreiben

Die Abstimmung darüber, dass die Gemeinde mit den anschlusswilligen Haushalten eine Sondervereinbarung trifft, in der sich diese verpflichten, die nach Abzug der Fördermittel verbleibenden Kosten von 425 000 Euro anteilsmäßig zu tragen, endete mit 16 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme von Gemeinderat Alfred Wagner (CSU).

Die Verwaltung wurde beauftragt, die betreffenden Haushalte zeitnah zu informieren und die Sondervereinbarung zu erstellen.

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