Verband sorgt für mehr Artenreichtum

Der Lippenblütler blüht von Mai bis Juli auf sonnigen Wiesen.
+
Der Lippenblütler blüht von Mai bis Juli auf sonnigen Wiesen.

Mühldorf. –Zur Aktion „Natur im Monat“ stellt der Landschaftspflegeverband (LPV) Mühldorf eine Tier- oder Pflanzenart oder einen Lebensraum vor, den er in diesem Monat mit seiner Arbeit im Landkreis Mühldorf fördert.

Neben einem kurzen Porträt der Arten wird erklärt, was der LPV Mühldorf zum Erhalt beiträgt. Der Landschaftspflegeverband engagiert sich bei der Gewinnung von regionalem Saatgut artenreicher Wiesen.

Im Juli geht es in der Aktion um den Wiesensalbei, der ein Bestandteil wertvoller Pflanzengesellschaften ist. An sonnigen Wegrändern und trockenen Böschungen sieht man von Mai bis Juli seine kräftig dunkelblauen Kronen blühen. Die Blütenstände setzen sich aus jeweils vier bis acht quirlständig am kantigen, etwas klebrigen Stängel sitzenden Blüten zusammen. Seine Zugehörigkeit zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler wird durch die markante, sichelförmige Oberlippe der Blüten deutlich.

Der Wiesensalbei gedeiht auf sonnigen Fettwiesen mit kalkhaltigem Boden sowie auf Halbtrockenrasen und Kalkmagerrasen. Dort wächst er mit einer Vielzahl weiterer, meist magerkeitsliebender Blumen- und Grasarten, welche ebenfalls auf diese Standortverhältnisse angewiesen sind. So ist der Wiesensalbei beispielsweise Bestandteil und gleichzeitig mit namensgebend der im Landkreis Mühldorf vorkommenden, sehr wertvollen „Salbei-Glatthaferwiesen“ oder „Tiefland-Trespenwiesen mit Wiesensalbei“.

In solchen artenreichen Pflanzengesellschaften finden sich neben dem Wiesensalbei und den namensgebenden Gräsern Blumen wie die Margerite, die Knäuel-Glockenblume oder die Karthäusernelke.

Es ist wichtig, ihren Bestand auf neuen, geeigneten Standorten auszuweiten und damit zu stärken. Für die Anlage neuer artenreicher Wiesen benötigt man entsprechendes Saatgut.

Eine Möglichkeit der Saatgutgewinnung bietet der „E-Beetle“. Mithilfe des elektrisch angetriebenen Kleingerätes werden über eine rotierende Bürste Samen aus der Wiese ausgebürstet und in einem Auffangkorb gesammelt. Der Einsatz dieser „Samenerntemaschine“ bringt gegenüber dem Mähgutübertrag mehrere Vorteile. So bleibt die Pflanze während des Erntevorgangs bestehen und der Landwirt kann später das Heu ohne Einbußen ernten. Auch Insekten und Kleintiere überstehen das Herausbürsten unversehrt. Vor allem aber lässt sich eine Fläche durch den E-Beetle mehrfach ernten, sodass Samen von Pflanzen mit unterschiedlicher Samenreife gewonnen werden können und das gesamte Artenspektrum der Wiese erfassen wird.

Dazu beteiligte sich der LPV Mühldorf kürzlich an einem Gemeinschaftsprojekt von Landschaftspflegeverband Altötting, Wildland-Stiftung Bayern, Unterer Naturschutzbehörde des Landkreises Mühldorf und Verbund. Gemeinsam wurden einzelne, artenreiche Spenderflächen im Landkreis Mühldorf geerntet.

Nun wartet das Saatgut auf seinen Einsatz auf einer neuen Empfängerfläche im Landkreis Mühldorf, wo dann schon bald auch der dunkelblaue Wiesensalbei wieder erblühen wird.

Kommentare