Thema im Bauausschuss

Randalierer sollen nicht das letzte Wort haben: Ampfing restauriert Kreuzweg im Isental

Nur ein Beispiel von mehreren: Die Station „Jesus fällt zum ersten Mal“ zeigt, in welch bedauernswertem Zustand der Kreuzweg ist. Manche Darstellungen sind bis zur Unkenntlichkeit zerstört.
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Nur ein Beispiel von mehreren: Die Station „Jesus fällt zum ersten Mal“ zeigt, in welch bedauernswertem Zustand der Kreuzweg ist. Manche Darstellungen sind bis zur Unkenntlichkeit zerstört.

Einige Stelen wurden mehrfach mutwillig zerstört, vereinzelt sind die Fundamente verfault: Der Kreuzweg von Ampfing nach Palmberg wurde deshalb zum Fall für den Bauausschuss des Gemeinderates.

Ampfing – Viele Spaziergänger, die regelmäßig von Ampfing nach Palmberg unterwegs sind, treibt es um, dass der Kreuzweg im Isental nach Zerstörungen durch unbekannte Täter noch immer in einem traurigen Zustand ist. Jetzt hat der Bauausschuss des Gemeinderats beschlossen, den Kreuzweg zu restaurieren, und dafür über 60 000 Euro aufzuwenden. In der Diskussion war auch, den Kreuzweg künftig zu beleuchten.

Von Bildhauer Ernst Lechner geschaffen

Im Jahr 2004 war der Kreuzweg am Palmberger Weg errichtet worden. Der Ampfinger Bildhauer Ernst Lechner hatte die 14 Stationen geschaffen. Doch von unbekannten Tätern wurden bereits mehrfach einige Stelen beschädigt, manche Skulpturen bis zur Unkenntlichkeit kaputt geschlagen.

Wegen mangelnder Standsicherheit: Zwei Stelen abgebaut

Im Bauausschuss wurde auch darauf hingewiesen, dass zwei Stelen zwischenzeitlich aus Standsicherheitsgründen abgebaut werden mussten, eine in Ampfing, eine in Zangberg. Zwei weitere Stelen stehen unter Beobachtung. Das Problem ist, dass die Eichenpflöcke, auf denen die Fundamentsockel aufgebaut sind, verfault sind und dadurch eine Schiefstellung entsteht.

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Immer wieder gehen im Rathaus Mitteilungen und Schreiben ein, wann nun endlich der Kreuzweg wieder eine würdige Gestaltung bekommt. Die Verwaltung hat nun eine Kostenschätzung für folgende Gewerke zusammengestellt: Die Restaurierung der Stelen muss ein Steinmetz ausführen, eine Baufirma die Fundamente erstellen. Auch das Umfeld der Stelen und der Weg selbst sind neu zu gestalten.

Beleuchtung scheitert an Naturschutz

Weil eine Beleuchtung, die den gesamten Weg ausleuchtet, eventuell weitere Sachbeschädigungen verhindern könnte, war auch eine Solarbeleuchtung im Gespräch. Die Kosten für 28 Solarleuchten mit Bewegungsmelder belaufen sich laut Verwaltung auf circa 64 000 Euro.

Doch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hat der Gemeinde mitgeteilt, dass eine Beleuchtung im Außenbereich grundsätzlich nicht zulässig sei. Auch eine insektenfreundliche Farbtemperatur oder eine Dimmung ändern daran nichts.

Mit Beleuchtugn wird es nichts: Insekten- und Artenschutz gehen vor

Eine Befreiung werde es für den Kreuzweg wohl nicht geben, da neben dem Weg viele Hecken, Sträucher und Bäume einen Unterschlupf für viele Insekten und andere Tierarten bieten. Dazu müsste die Gemeinde auf jeden Fall ein Gutachten vorlegen, um überhaupt eine Genehmigungschance zu haben.

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Hans-Peter Kohlschmid (CSU) merkte an, dass die ursprüngliche Fundamentierung wohl fehlerhaft ausgeführt worden sei. Aber wegen der gemeindlichen Verkehrssicherungspflicht sei eine Reparatur unumgänglich. Bauamtsleiter Alois Wilhelm teilt mit, dass die Eichenbohlen nicht vollständig von Wasser umgeben waren. Daher sei das Holz verfault.

Gemeinde sieht sich in der Pflicht

Die Gemeinde Ampfing wirbt nach Aussage von Bürgermeister Josef Grundner (CSU) mit dem Kreuzweg. Daher solle dieser in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt werden. Eine Beleuchtung würde die Benutzung des Wegs auch in den Abendstunden attraktiver machen. Auf Vandalen habe dies eine abschreckende Wirkung. Eine Beleuchtung scheitere aber leider aus Naturschutzgründen.

Auf eine naturnahe Ausführung solle Wert gelegt werde, so Stefan Gillhuber (CSU). Dafür hatte sich auch Rechtsanwalt Heinz-Rudolf Huber in einem Schreiben ausgesprochen. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) ergänzte, dass eine gewisse Pflege der Stelen unabdingbar sei. Auch der Weg werde nach der Sanierung zunächst nicht natürlich wirken.

Müssen die Stelen wirklich saniert werden

Die Frage, ob die Stelen wirklich saniert werden sollen, warf Rainer Stöger (Die Grünen) auf. Es könnte bei einigen Stelen nur ein Foto in Originalgröße angebracht werden und so eine Auseinandersetzung mit der Zerstörung der Stelen stattfinden. Michael Hell (UWG) sprach die Möglichkeit einer Videoüberwachung, beispielsweise einer Wildkamera an. Eine Aufnahme sollte datenschutzrechtlich zulässig sein, wenn die Bilder nach 16 Stunden wieder gelöscht würden.

Die Verwaltung will die datenschutzrechtlichen Anforderungen bezüglich einer Videoüberwachung prüfen. Das sagte der Bürgermeister. Rainer Himmelsbach (SPD) sprach die Möglichkeit an, die Figuren mit einem Quader aus Plexiglas zu schützen.

Gesamtkosten in Höhe von 62 000 Euro

Einstimmig hat der Bauausschuss beschlossen, den Kreuzweg entlang des Palmberger Weges in seiner Gesamtheit inklusive der Sanierung des Weges instand zu setzen. Von einer Beleuchtung nimmt die Gemeinde aus Gründen des Umweltschutzes Abstand. Die Gesamtkosten für das Renovierungsprojekt belaufen sich auf circa 62 000 Euro.

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