ZUM VALENTINSTAG

Das Virus als Liebesstifter: Corona hat einem Mühldorfer Paar Glück gebracht

Rebecca Knidlberger und Philipp Enzinger
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Zwei, denen Corona Glück gebracht hat: Rebecca Knidlberger und Philipp Enzinger sind ein Paar. Kennengelernt haben sie sich als Mitarbeiter im Corona-Kontaktverfolgungsteam.
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Gäbe es das Virus nicht, wären Philipp Enzinger und seine Freundin Rebecca Knidlberger aus Mühldorf vermutlich kein Paar. Die etwas andere Corona-Liebesgeschichte zum Valentinstag.

Mühldorf – Ein schöner, kalter Wintertag Mitte Februar. Philipp Enzinger (23) und seine Freundin Rebecca Knidlberger (24) genießen die ersten Sonnenstrahlen. Während sie spazierengehen, hält Philipp seine Freundin fest in seinen Armen. Die beiden genießen ihre Zweisamkeit. Das junge Paar weiß zu schätzen, wie wertvoll es ist einander zu haben. Man hat den Eindruck, dass selbst das Thema Corona keinen Platz in ihrem Leben hat, doch gerade das hat ihrem Glück auf die Sprünge geholfen.

Contact-Tracer trifft Coronatest-Organisatorin

Denn gäbe es Corona nicht, wären sich die beiden vermutlich niemals begegnet. Rückblick: April 2020. Philipp, der mitten in seinem Dualen Studium zum Diplom Finanzwirt steckt, wird vom Freistaat Bayern zum Gesundheitsamt in Mühldorf abgeordnet.

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Er soll beim Contact Tracing Team (CTT) Detektivarbeit leisten und Kontaktpersonen von Corona-Infizierten finden.

Vom Dualen Studium zur Covid-Hilfe

Auch Rebecca, die ebenfalls mitten in ihrem Dualen Studium steckt, Fachrichtung allgemeine innere Verwaltung, unterstützt das Gesundheitsamt. Sie sitzt zwei Stockwerke tiefer in ihrem Büro und ist für die Terminplanung der Coronatests zuständig. Durch Kevin Scholtyschik (25) aus Mettenheim, der das Gesundheitsamt freiwillig unterstützt, lernt Philipp die 24-Jährige kennen.

Dass sein Spezl Kevin den Job des ´Amors` übernehmen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Er sieht sie und hat nur einen Gedanken „Was für ein klasse Mädel. Die muss ich unbedingt näher kennenlernen!“

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Die beiden verstehen sich auf Anhieb prächtig und Philipp legt sich ordentlich ins Zeug. „Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick“, sagt er mit einem Strahlen. Und Rebeccas erster Eindruck über ihren damaligen Arbeitskollegen war: „Der sieht ja ganz nett aus und sympathisch ist er auch noch“.

Ein echter Glücksgriff

Philipps Ass, das er im Ärmel hat, ist sein herzerfrischender Humor. Damit erobert er Rebeccas Herz. Natürlich waren die Umstände ihres Kennenlernens nicht einfach. „Man hat in unserem Job beim Gesundheitsamt ja täglich mit kranken Menschen zu tun. Auch die Angst der Betroffenen kriegt man hautnah mit. Das tut einem natürlich sehr leid, denn man selbst ist ja ratlos. Das Thema Corona macht allen schwer zu schaffen“, erzählt Philipp.

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Dass er unter diesen nicht ganz so einfachen Umständen seine Traumfrau finden würde, war für den 23-Jährigen ein echter Glücksgriff. Schnell merken die beiden, dass sie zueinander gehören.

„Wir taten einander gut. Wenn wir zusammen waren, konnten wir die schlechten Dinge ein bisschen ausblenden. Wir konnten zusammen lachen und waren froh, uns zu haben. Dadurch wurde die Arbeit für uns auch ein bisschen leichter“, erzählt Rebecca.

Mitte August ist ihr Einsatz im Gesundheitsamt beendet. Philipp entdeckt dort einen Aufkleber des Bayerischen Staatsministeriums zum Thema Depression. Auf dem Aufkleber steht: „Bitte stör mich“, darunter die Telefonnummer einer Hilfestelle. „Ich strich die Hotline-Nummer durch und schrieb meine Handynummer darauf“, erzählt Philipp. „Dazu schrieb ich: Ruf mich an. Diesen Aufkleber gab ich ihr bei unserem vorletzten Treffen und hoffte.“

Eine Nacht voller Sternschnuppen

Als er ihr bei ihrem letzten Treffen im Gesundheitsamt noch einen Strauß Sonnenblumen aus Opas Garten seines Opas mitbringt, ist Rebecca hin und weg. „Wir gingen dann gemeinsam schön essen, danach in eine Bar und dann wollte ich ihr die Sterne am Himmel zeigen“, erinnert sich Philipp an ihre ersten romantischen Stunden am 21. August vor fast einem Jahr. Es war Sternschnuppennacht.

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