Ur-Altmühldorfer Gebeine beerdigt - Knochen bei Arbeiten im Außenbereich der Kirche gefunden

Die Gebeine wurden zur letzten Ruhe gebettet. re

Die Renovierungsarbeiten der Kirche St. Laurentius in Altmühldorf sind seit über einem Jahr abgeschlossen. Jetzt folgte als letzter Akt die Beerdigung von Gebeinen, die während der Renovierung gefunden wurden. Von wem sie stammen, steht nicht fest. Pastoralreferentin Claudia Stadler geht aber davon aus, dass sie mehrer 100 Jahre alt sind.

Mühldorf – Bei den Renovierungsarbeiten in der Kirche kamen bei der Neugestaltung des Bodens Gebeine zum Vorschein. Und auch bei Grabungen im Außenbereich, entlang der Friedhofsmauer oder entlang der Wege des Friedhofs, fanden die Arbeiter weitere Knochen. Der Begriff Gebeine ist eine ältere Bezeichnung für die sterblichen Überreste eines Verstorbenen und bezieht sich dabei in seiner ursprünglichen Bedeutung auf die zurückbleibenden Knochen, die nach der Verwesung des Leichnams weiterhin im Erdreich zu entdecken sind.

Für würdevolle Bestattung gesorgt

Für Pastoralreferentin Claudia Stadler und Kirchenpfleger Thomas Bumberger war sofort klar, die Überreste der Verstorbenen wieder einer würdevollen Bestattung zukommen zu lassen.

„Wir wollten die gefundenen Gebeine im März in einem würdigen Rahmen im Altmühldorfer Friedhof beisetzen, aber dann kam Corona dazwischen und das kirchliche Leben kam zum Erliegen“, erzählt Claudia Stadler. Kirchenpfleger Thomas Bumberger zimmerte in dieser Zeit aber einen Sarg, in dem die Gebeine jetzt beerdigt werden konnten.

Pastoralreferentin Claudia Stadler und Diakon Alfred Stadler (Mitte) hielten eine würdevolle Trauerfeier ab.

Eine Zuordnung der Gebeine war nicht mehr möglich. Bumberger und Stadler sind sich einig, dass es sich bei den Funden um sehr alte Gräber gehandelt haben muss: „Wir gehen davon aus, dass einige der Gebeine sich bis zur Gründung der Kirche St. Laurentius zurückverfolgen ließen“, sagte Stadler. „Für mich sind das Ur-Altmühldorfer, die sich um ihre Kirche und ihren Ortsteil in ihrem Leben gesorgt und gekümmert haben. Diese haben einen respektvollen Umgang verdient.“

Die Knochen wurden im Leichenhaus aufbewahrt, bis die Bestattung jetzt auf dem Altmühldorfer Friedhof erfolgen konnte. Nach der von Pastoralreferentin Claudia Stadler und Diakon Alfred Stadler gestalteten Trauerfeier trugen Mitglieder aus Pfarrgemeinde und Kirchenverwaltung den von Kirchenpfleger Thomas Bumberger gezimmerten Sarg zur letzten Ruhestätte. Mit Unterstützung der Firma Liegl wurden sie vor dem Eingangsportal der Kirche beigesetzt.

Die Pastoralreferentin erklärte in ihrer Predigt, dass die Ur-Altmühldorfer ein würdevolles Begräbnis verdient hätten. „Das ist ein sichtbarer Ausdruck der Dankbarkeit diesen Generationen gegenüber, die sich in den Dienst ihrer Kirche gestellt hatten“, betonte Stadtler.

Renovierung dauerte drei Jahre

Rund drei Jahre dauerte die Renovierung der Kirche St. Laurentius in Altmühldorf. Neben dem Innenraum wurde auch der Außenbereich der Kirche neu gestaltet. Von November 2016 bis Mai 2019 musste das Gotteshaus daher geschlossen werden. Die Altarweihe fand am 5. Mai 2019 statt. Die Kirche wurde zwischen 1509 und 1518 erbaut.

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