Unterricht im Klassenzimmer und „Homeschooling“: Alltag in der Grundschule Obertaufkirchen

Die ganze Klasse ist vereint: Dabei ist die eine Hälfte der vierten Klasse der Grundschule Obertaufkirchen in der Schule, die andere Hälfte hat Lehrer Fabian Preiß per Online-Videokonferenz zugeschaltet. In Zeiten von Corona müssen Lehrer und Schüler flexible Lösungen für den Unterricht finden.
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Die ganze Klasse ist vereint: Dabei ist die eine Hälfte der vierten Klasse der Grundschule Obertaufkirchen in der Schule, die andere Hälfte hat Lehrer Fabian Preiß per Online-Videokonferenz zugeschaltet. In Zeiten von Corona müssen Lehrer und Schüler flexible Lösungen für den Unterricht finden.

Obertaufkirchen – Die Schüler sitzen – jeder einzeln – in ihren Bänken und beschäftigen sich mit dem Unterrichtsstoff.

In Coronazeiten ist der Unterricht der vierten Klasse der Grundschule ganz anders, als er vorher war. Denn Lehrer Fabian Preiß hat von den eigentlich 24 Schülern lediglich die Hälfte im Klassenzimmer sitzen. Die andere Hälfte ist zu Hause und macht „Homeschooling“.

Doch Fabian Preiß versucht, die Klasse immer wieder zusammenzubringen; auch wenn es meistens nur virtuell ist. Die moderne Technik – das ist eine Erkenntnis aus der Coronazeit – bietet hier vielfältige Möglichkeiten. So ergab es sich, dass Leni an dem Tag Geburtstag hatte, als Bürgermeister Franz Ehgartner die Klasse besuchte. Da die Kinder in der Schule wegen der Ansteckungsgefahr nicht singen durften, stimmte Lehrer Fabian Preiß die Gitarre an und die „Homeschooler“ sangen Leni ihr Geburtstagsständchen. „Wir versuchen, den Klassenzusammenhalt zu erhalten“, sagt Preiß.

Homeschooler bearbeiten interaktive Arbeitsblätter

Die Schüler, die an diesem Vormittag im Klassenzimmer waren, stellten Bürgermeister Ehgartner vor, wie die Klasse derzeit ihre geforderten Arbeiten erledigt. So kommunizieren die „Homeschooler“ und Lehrer Preiß via „Teams“, die Videochatfunktion von Microsoft. „Wir machen das seit den Pfingstferien, hätten aber eigentlich schon früher loslegen können“, sagt Preiß. Doch aus Datenschutzgründen war das Programm vorher für die Schulen nicht zugelassen. „Ich hatte eigentlich seit März einen Plan in der Schublade“, sagt Fabian Preiß.

In dem Programm finden die jeweiligen „Homeschooler“ eine Tagesaufgabe, die sie unter verschiedenen Gesichtspunkten bearbeiten müssen. „Das sind interaktive Arbeitsblätter, an denen die Schüler miteinander arbeiten können“, erläutert Lehrer Fabian Preiß.

Eigene Kommentare zu jedem Land verfassen

Ein anderes Programm ist „Padlet“. Hier finden die Schüler eine große Weltkarte und können zu jedem Land, zu jeder Region, sogar zu jedem Ort einen Kommentar verfassen. Zu Beginn war die Weltkarte ganz leer. Mittlerweile sind bereits ganz viele Kommentare eingetrudelt. So weiß man beispielsweise, dass Cristiano Ronaldo aus Portugal kommt oder dass Obertaufkirchen eine schöne Schule hat.

Bevor die Schüler jedoch mit den technischen Neuerungen arbeiten durften, haben sie erst einmal „einen Medienführerschein gemacht“, so Lehrer Fabian Preiß. Dabei lernten sie etwas über das Jugendschutzgesetz, die Gefahren im Netz oder das Urheberrecht, wie sich Simon erinnert.

Für Bürgermeister Franz Ehgartner war es eine positive Erfahrung, dass die Anschaffung der Whiteboards und der entsprechenden technischen Ausstattung der Klassenzimmer auch zielführend genützt wird. Zugleich informierte er Schulleiter Christian Hofer, dass der Gemeinderat grünes Licht für den Kauf von 16 Tablets gegeben hat und sechs weitere Tablets anschafft, die Schülern für das jeweilige Schuljahr ausgeliehen werden können. Hier habe die Staatsregierung ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt.

Nicht das Endgerät, sondern der Drucker ist oft das Problem

Lehrer Fabian Preiß versichert, dass man für alle Probleme Lösungen finden könne. „Wir müssen flexibel bleiben“, ist seine Devise. Dabei hat er schon festgestellt, dass Endgeräte im Normalfall nicht das Problem seien, die habe jede Familie. Probleme gebe es eher mit fehlenden Druckern und Ähnlichem.

Die Schüler haben immer im Wechsel, eine Woche Unterricht im Klassenzimmer und dann eine Woche „Homeschooling“. Für Quirin ist Unterricht im Klassenzimmer „schöner als daheim“ und ergänzt, dass man da „einfach mehr mitbekommt“. Simon meinte ganz pragmatisch, dass sie „heute zehn Minuten früher in die Pause gehen und Fußball spielen durften“. Er sagte aber auch, dass er im Klasszimmer bei Fragen schneller eine Antwort bekomme. Der andere Simon findet hingegen „die Videokonferenzen ziemlich cool“.

Viel positives Feedback auf Whiteboards

Ziemlich einig waren sich die Schüler bei den Whiteboards in den Klassenzimmern, die die alten Tafeln ersetzen. Die seien schöner, weil man damit auch Filme anschauen könne. Man sehe alles besser und könne damit besser und einfacher lernen.

Zudem werden damit kein Papier und keine Kreide mehr verschwendet.

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