SCHULBEGINN NACH LOCKDOWN

Unterricht für alle gleichzeitig: Präsenzunterricht für die Aschauer Grundschüler

Bürgermeister Christian Weyrich und Schulleiterin Kirstin Wolf
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Gemeindehalle statt Grundschule: Um den Abstand im Klassenzimmer einzuhalten, ziehen die Aschauer Grundschüler um. Bürgermeister Christian Weyrich und Schulleiterin Kirstin Wolf nehmen schon einmal Platz im vorübergehenden Klassenzimmer.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Nach wochenlangen Distanzunterricht dürfen ab Montag die Grundschüler wieder in ihre Klassenzimmer zurückkehren. Aber für viele gilt zunächst Wechselunterricht. Im ganzen Landkreis? Nein! Die Gemeinde Aschau nutzt alle Räume aus, damit auch alle Schüler unterrichtet werden können. Gleichzeitig.

Aschau – Stühle schleppen, Tische zurechtrücken und Tafel montieren: In den vergangenen Tagen war viel los in der Gemeindehalle. Denn wo zu Nicht-Corona-Zeiten Sport getrieben oder die Bürgerversammlung abgehalten wird, wird ab Montag gerechnet, gelesen und geschrieben. Statt Wechselunterricht können die Aschauer Grundschüler mit genügend Abstand in einen Präsenzunterricht starten.

Schule weicht auf andere Gebäude aus

„Es ist schön, dass alle Schüler wieder gleichzeitig kommen können“, freut sich Schulleiterin Kirstin Wolf. 147 Kinder werden aktuell in sechs Klassen an der Benedikt XVI. Grundschule Aschau unterrichtet. Drei Klassen ziehen vorübergehend in die Gemeindehalle um, zwei werden in Schulungsräume des Berufsbildungswerks Waldwinkel ausweichen. Die sechste Klasse findet Platz in einem Differenzierungsklassenzimmer der Grundschule, das groß genug ist, um Abstand zu halten.

Die Schulleiterin freut sich darüber, dass die Pläne der Gemeinde auch umgesetzt werden können. Genau für diesen Fall hatte Aschau bereits zu Beginn des Schuljahres nach einer Möglichkeit gesucht, auch weiterhin Präsenzunterricht anbieten zu können. „Das zeigt, wie gut es klappt, wenn alle zusammenhalten“, sagt Kirstin Wolf.

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Das Konzept berücksichtigt auch die Schülerbeförderung. „Die Busunternehmen haben uns zugesagt, dass die Busse bis maximal 50 Prozent ausgelastet werden“, erklärt Bürgermeister Christian Weyrich. Die Mädchen und Buben aus den Ortsteilen werden wie gewohnt zur Grundschule gebracht. Schüler, die nach Waldwinkel müssen, werden mit einem eigens eingesetzten Bus dorthin gebracht.

Auch nach Schulschluss sollen die Kinder im Klassenverband bleiben. „Mit einem Mehraufwand bei der Mittagsbetreuung werden die Kinder klassenweise beaufsichtigt“, sagt Weyrich. Deshalb wird bis auf Weiteres auch die Mittagsverpflegung ausgesetzt, um auch hier die Schüler der einzelnen Klassen nicht miteinander zu mischen. „Die Eltern geben ihren Kindern dann einfach extra Brotzeit mit.“

Weyrich ist erleichtert darüber, dass die Gemeinde ihr Konzept auch umsetzen kann. „Wir hatten schon Sorge, dass es nur eine einheitliche Regelung zu den Schulöffnungen gibt und dass die Voraussetzungen nicht einzeln betrachtet werden, wo es geht und wo es verantwortbar ist.“

Daran hat das Schulamt auch keine Zweifel. Ohnehin ist nach Angaben des Kultusministeriums Präsenzunterricht möglich, sofern der Abstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer eingehalten werden kann, wie Schulamtsdirektor Hans Wax erklärt. „Mich freut es für jeden Schüler, der wieder wie gewohnt zur Schule gehen kann.“ Vorerst sind das nur die Aschauer Schüler, aber auch andere Schulen überprüfen die Möglichkeiten. „Andere Schulen im Landkreis sind noch dran.“

Situation daheim entspannen

Diese Woche hat das Schulamt das gemeindliche Schulkonzept genehmigt, sodass ab Montag der Unterricht wie gehabt stattfinden kann. Mit Maske und Abstand – nur eben in anderen Räumen. „Wir sind froh über diese Möglichkeiten – für die Kinder und die Eltern“, sagt Weyrich. Damit würde sich die Situation daheim in den Familien entspannen, die Schüler hätten einen geregelten Rhythmus. „Wir können unseren Beitrag dazu leisten, dass in den Familien alles ein bisschen leichter wird.“

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Der Präsenzunterricht kommt auch bei den Eltern gut an: „Die Eltern konnten es kaum glauben, dass ab Montag wieder alle Schüler kommen können“, sagt Kirstin Wolf. Solange der Inzidenzwert weiterhin im Landkreis unter 100 bleibt, wird es in Aschau keinen Wechselunterricht geben.

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