Untere Naturschutzbehörde soll in Buchbach helfen

Die Wurzeln der Eiche wachsen deutlich sichtbar in Richtung des Zaunes. Deshalb soll sie entfernt werden. Bürgermeister Thomnas Einwang regte an, vorher eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen. Schwarz

Bäume sind schön; aber nur, wenn sie klein sind, nicht schmutzen, keine Blätter abwerfen und ihre Wurzeln kein Eigenleben entwickeln. Der Bauausschuss hatte sich bei einem Ortstermin im Bereich des Bebauungsplanes „Thaler Berg“ mit dem Antrag zu beschäftigen, die zwei Eichen entfernt haben möchten.

Buchbach –  Bauamtsleiter Konrad Folger informierte die Ausschussmitglieder noch im Sitzungssaal über die örtlichen Gegebenheiten: Die Bäume waren bei der Erschließung des Baugebietes als „straßenbegleitendes Grün“ gepflanzt worden. Mittlerweile sind sie ordentlich gewachsen und ihre Wurzeln haben Teile der angrenzenden Zäune beschädigt. Deshalb haben sich die Anwohner an die Gemeinde gewandt und wollen, dass die beiden Bäume entfernt werden.

Wer soll das bezahlen

„Aus Sicht der Anwohner verständlich“, so Folger. Doch errinnerte daran, dass diese Bäume Vorgaben des Bebauungsplanes waren und, sollten sie gefällt werden, auf alle Fälle Ersatzpflanzungen notwendig sind. Dabei geht es auch darum, wer diese Ersatzpflanzungen bezahlt: die Anwohner oder die Allgemeinheit. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Bürgermeister Thomas Einwang (CSU, Parteifreie, Wahlvorschlag Ranoldsberg) ergänzte, dass er gerade ein ähnliches Beispiel im Baugebiet „Graser Feld“ hat. Die Widerstände, die die Verwaltung erfährt, seien grandios. Da wird unter anderem mit dem Schatten oder dem herabfallenden Laub argumentiert. „Vor der eigenen Tür ist das ökologische Gewissen ganz schnell vergessen“. Josef Hargasser (Umland Buchbach) schlug ganz pragmatisch vor, einfach die Wurzeln zu kappen. Wenn der Baum das überlebt, habe man alles richtig gemacht. Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Kammerer (Freie Wähler Buchbach) gab allerdings zu bedenken, dass dadurch die Standsicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet sei.

Michael Leinfelder (Freie Wähler Buchbach) stellte grundsätzlich die Frage, ob „so ein Mordstrum Baum in einer Siedlung stehen muss. Eine Eiche gehört in den Wald“. Dazu sagte Bürgermeister Einwang, dass im Bebauungsplan hochstämmige Bäume vorgeschrieben seien. Zugleich warnte er davor, dass man, wenn man jetzt einen Präzedenzfall schaffe, in kurzer Zeit 15 weitere Anträge auf das Entfernen von Bäumen auf dem Tisch haben werde.

Stellungnahme der UNB soll weiterhelfen

Vor Ort stellte sich die Eiche als gar nicht mehr so mächtig dar. Eine Anwohnerin beklagte allerdings lautstark, dass durch die Blätter der Ablauf häufig verstopft sei. So recht konnte sich aber der Bauausschuss nicht zu einer Entscheidung durchringen. Deshalb schlug Bürgermeister Einwang vor, eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt einzuholen. Dieser Vorschlag wurde von allen Marktgemeinderäten dankbar angenommen. hsc

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