Unstimmigkeiten über Fördermittel bei Buchbacher Fernwärmeprojekt

Zumindest in der Schulstraße soll ein Fernwärmenetz aufgebaut werden, das mittelfristig die Schule, das Kulturhaus (rechts) sowie das Pfarrheim und die Sporthalle (links) versorgt. Jetzt muss allerdings erst einmal geklärt werden, welche Fördertöpfe dafür angezapft werden können.
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Zumindest in der Schulstraße soll ein Fernwärmenetz aufgebaut werden, das mittelfristig die Schule, das Kulturhaus (rechts) sowie das Pfarrheim und die Sporthalle (links) versorgt. Jetzt muss allerdings erst einmal geklärt werden, welche Fördertöpfe dafür angezapft werden können.

Seit über zehn Jahren hat sich die Marktgemeinde mit dem Aufbau eines Fernwärmenetzes beschäftigt. Aus einer großen ist eine kleine Lösung geworden, die nur noch die Schulstraße mit Schule, Sporthalle, Kulturhaus und Pfarrheim versorgen soll. Jetzt gibt es Unstimmigkeiten im Marktgemeinderat wegen der Fördertöpfe.

Von Harald Schwarz

Buchbach - Franz Bauer (CSU/FWB) hat die Sorge, dass Fördermittel verloren gehen, wenn sich die Marktgemeinde für das Förderprogramm „BioKlima“ entscheidet.

2007 gab es eine Umfrage, ob sich die Bürger mit ihren Häusern bis hinunter zum Marktplatz einer zentralen Hackschnitzelheizung anschließen würden, die damals für die Schule angedacht war. Und damals wollte niemand mitmachen.

Erstes Konzept wurde im Jahr 2016 erstellt

Nachdem sich der Marktgemeinderat deshalb aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine Versorgung des Ortskernes ausgesprochen hatte, wurde im April 2016 beschlossen, eine Nahwärmelösung nur für den Bereich der Schulstraße zu schaffen.

Daraufhin wurde ein Planungsbüro beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, bei dem natürlich auch die Kosten berechnet werden sollten. Dabei war klar, dass ein zusätzliches Gebäude für die Heizung gebraucht wird, was das wirtschaftliche Risiko steigen ließ. Die Planung ergab, dass ein Teil der bestehenden Wertstoffhalle genutzt werden könnte. Allerdings nur, wenn klar ist, wie es mit dem Bauhof weitergeht. Nachdem der Gemeinderat die Weichen für einen gemeinsamen Bauhof mit der Nachbargemeinde Schwindegg gestellt hatte und die Heizungssituation bei einzelnen Gebäuden, die mit der Fernwärme versorgt werden sollen, begann kritisch zu werden, sollte das Planungsbüro im Herbst 2018 noch einmal ein alternatives Konzept erarbeiten. Dabei sollen Heizkessel und Hackschnitzellager in einem Gebäude auf dem Bauhofgelände aufgestellt sowie der Ölkessel, der in der Schule steht, als Reserve behalten werden. Die Heizzentrale soll zudem in der Schule untergebracht werden, da hier die Wärme am kontinuierlichsten gebraucht wird.

2019 erste Suche nach Fördertöpfen

Der Marktgemeinderat erteilte im März 2019 dem Planungsbüro den Auftrag, die Planung auf der Basis des Vorschlages weiter voranzutreiben und zudem nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Im Juni 2019 wurde der Gemeinderat über das Förderprogramm „BioKlima“ informiert. Hier werden die Mehrkosten der Investition im Vergleich zu einer Heizanlage mit fossilen Brennstoffen mit 30 Prozent, aber maximal 200 000 Euro, gefördert.

Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) sagte bei der Juli-Sitzung des Marktgemeinderates, dass nach mehreren Abstimmungsgesprächen zwischen der Förderstelle TFZ, CARMEN (Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.), dem Planer und der Gemeinde nun der fertige Förderantrag vorliegt. Wenn der Marktgemeinderat grünes Licht gibt, kann der Antrag eingereicht werden.

Kleine Lösung ist in Sachen Fördermittel schädlich für große Lösung

Allerdings hatte Franz Bauer im Juni den Antrag gestellt, den Förderantrag nicht zu stellen. Er begründet das damit, dass es mittlerweile das Förderprogramm 4.0 gibt, mit dem es für Fernwärmenetze eine höhere Förderung geben soll. Damit fördert das Bundeswirtschaftsministerium Wärmenetze, die sich durch ein innovatives Gesamtkonzept auszeichnen.

Franz Bauer äußerte aber auch die Sorge, dass man sich den Weg für Fördermittel für die große Lösung verbaut, wenn man jetzt den Förderantrag für die kleine Lösung einreicht. Damit müssten in der Konsequenz die Marktbewohner dann mit wesentlich unwirtschaftlicheren Einzellösungen ihre Wärmeversorgung lösen, argumentiert Bauer weiter.

Für Verwaltung ist die Sorge von Franz Bauer unbegründet

Bürgermeister Thomas Einwang sagte, dass die Verwaltung diese Sorge unbegründet sieht. Das Förderprogramm „BioKlima“ zielt im wesentlichen auf die Wärmeerzeugung ab, während der Schwerpunkt des Förderprogrammes „Wärmenetz 4.0“ den Schwerpunkt auf der intelligenten Verteilung und Steuerung der Wärme habe. Er plädierte noch einmal dafür, den Förderantrag „BioKlima“ umgehend zu stellen, damit man eine verlässliche Aussage über die Höhe der Förderung bekomme und jetzt die Wärmezentrale schaffen kann.

Salih Akyildiz (CSU/FWB) hingegen gab zu bedenken, dass seines Wissens eine Kumulierung von Fördermitteln nicht statthaft sei.

Joachim Schöngut (Grüne/Unabhängige) nannte den Vorschlag von Franz Bauer zukunftsweisend, der auf alle Fälle unterstützt werden muss.

Verwaltung prüft die Verträglichkeit beider Fördertöpfe

Da Bürgermeister Einwang merkte, dass der Vorschlag der Verwaltung keine Mehrheit finden wird, schwenkte er um und regte an, dass die Verwaltung erst abklärt, ob beide Fördertöpfe angezapft werden können. Dem Vorschlag schloss sich der Marktgemeinderat einstimmig an.

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